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Was hilft gegen Nagelpilz?

Von Extern

Bald ist Sommer und endlich startet die lang ersehnte Freibadsaison. Leider steigt mit den Schwimmbad-Besuchen auch das Risiko, sich einen unangenehmen Nagelpilz einzufangen. Die lästigen Pilzerreger holt man sich aber nicht nur im Schwimmbad, sondern auch in der Sauna, im Fitnesscenter und in vielen anderen feuchtwarmen Bereichen.

Auch Umkleidekabinen, Sportschuhe, Duschmatten und sogar der Badezimmerboden können ungewünschte Infektionsherde für Nagelpilzerreger sein. Nagelpilz, auch Nagelmykose genannt, ist eine weit verbreitete Infektion, die bedauerlicherweise nicht nur ein kosmetisches Problem darstellt.

Wie erkennt man Nagelpilz?

Gesunde Fußnägel sind fest, glatt und ebenmäßig. Nagelpilz gelangt oft über die Füße zu den Zehennägeln. Fußpilz begünstigt die Entwicklung von Nagelpilz, aber auch umgekehrt Nagelpilz die Entstehung von Fußpilz.

Die Symptome können unterschiedlich sein. Erste Anzeichen sind meist kleine, weiße Flecken auf der Nageloberfläche. Die Nägel werden mit der Zeit glanzlos und rauf.

Ein häufiges Warnzeichen für Nagelmykose sind gelbe Fußnägel mit kleinen Rissen auf der Oberfläche. Eine verdickte Nagelplatte und kleine Brüche einzelner Nagelschichten sind Anzeichen für einen fortgeschrittenen Pilzbefall.

Wenn der Nagelpilz nicht behandelt wird, kann es sogar zu Schmerzen beim Gehen kommen. Da die Pilze sich von der Hornsubstanz ernähren, löst sich die befallene Nagelplatte in schweren Fällen sogar vom Nagelbett ab. Soweit sollte es aber nicht kommen.

Was hilft am besten gegen Nagelpilz?

Das allerwichtigste bei Nagelpilz ist eine sofortige Behandlung.
Je eher man eingreift, umso besser kann die Pilzinfektion bekämpft werden. Denn generell verschwindet Nagelpilz nicht von alleine, sondern breitet sich immer mehr aus.

Die besten Mittel gegen Nagelpilz:

  • Eine Therapie mit Nagellack gegen Pilzerreger ist vor allem im Anfangsstadium einer Infektion meistens ausreichend.
    Dafür wird der Nagel kurz geschnitten und regelmäßig mit einem Nagellack bestrichen. Diese Lacke enthalten pilztötende Wirkstoffe, wie Amorolfin oder Ciclopirox.
  • Zur Behandlung von Nagelpilz gibt es außerdem Salben mit den Wirkstoffen Harnstoff und Bifonazol, die ein breites Spektrum an Pilzerregern entgegenwirken. Der Harnstoff löst den befallenen Teil der Nagelplatte auf. Die aufgelöste Nagelschicht wird dann mit einem kleinen Spatel abgeschabt. Nach einem erneuten Eincremen wird die befallene Stelle mit Pflaster verbunden.
  • Falls sich der Pilz schon in der Nagelwurzel ausgebreitet hat, verschreibt der Hautarzt meistens Tabletten, die den Pilz von innen bekämpfen. Tabletten gegen Nagelpilzinfektionen sind verschreibungspflichtig. Patienten sollten ihren Hausarzt auf jeden Fall auf mögliche Leberkrankheiten hinweisen, da die Substanzen bei längerem Gebrauch Leberschäden hervorrufen könnten.
  • Hausmittel, wie Zitrone, Teebaumöl, Essigsäure und Aloe vera werden auch oft gegen Nagelpilz empfohlen. Da es aber bisher nicht wissenschaftlich erwiesen ist, dass diese Mittel wirklich helfen, sind Nagellack, Salben und Tabletten sicher besser zur Behandlung geeignet.
  • Eine Nagelpilz-Therapie kann bis zu einem Jahr dauern, je nachdem, wie schnell oder langsam der Nagel rauswächst. Dabei sollte man beachten, die Behandlung nicht zu früh abzubrechen, denn sonst könnte sich der Nagelpilz wieder ausbreiten.

    Wichtig: Geduld und Konsequenz sind bei der Behandlung sehr wichtig, denn erst, wenn der komplette Fußnagel nachgewachsen ist, kann man die Behandlung abschließen, erklären Mediziner.

    Worauf muss man außerdem achten?

    Falls nicht nur die Nägel, sondern auch die Füße von Pilzerregern befallen sind, empfiehlt es sich, täglich gründlich die Füße zu reinigen und anschließend gut abzutrocknen. Auch die Hände sollten nach dem Anfassen des infizierten Nagels gewaschen werden.

    Neben der Nagelpilzbehandlung sollte man alle Schuhe regelmäßig desinfizieren und Socken, Handtücher, Waschlappen und Badteppiche jeden Tag bei 60 Grad waschen.

    Auch der Badezimmerboden sollte täglich desinfiziert werden. Bis zur vollständigen Heilung sollte man auf das Barfußgehen verzichten. Mit diesen Maßnahmen kann man eine Verbreitung der Pilzinfektion auf weitere Nägel verhindern.
    Wie kann man Nagelpilz vermeiden?

    Um einer Nagelpilzinfektion vorzubeugen, empfiehlt es sich in öffentlichen Schwimmbädern, Duschen oder Umkleidekabinen nicht barfuß zu laufen.

    Schlechtsitzende und enge Schuhe sollten vermieden werden, denn über Druckstellen und kleine Verletzungen können Pilzerreger in die Haut eindringen.

    Nagelscheren und Knipser am besten nach jeder Verwendung desinfizieren, oder das Nageletui nicht mit anderen Familienmitgliedern teilen.
    Füße, die zu Nagelpilz neigen, können durch Sprays mit antimikrobiellen Eigenschaften geschützt werden.

    Fazit

    Nagelpilz ist sehr ansteckend, deshalb sollten alle möglichen Übertragungswege vermieden werden. Wenn man erste Symptome entdeckt, sollte man nicht zu lange warten und die Anti-Pilz-Behandlung sofort zu beginnen.

    Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kann vor allem im Anfangsstadium Nagelpilz äußerlich mit farblosen Lacken behandelt werden. Alternativ gibt es auch sehr gute Salben und Tabletten, die den Pilz von innen heilen. Generell ist eine Selbstmedikation möglich. Wichtig ist allerdings, dass die Therapie so lange fortgeführt wird, bis der gesunde Nagel nachgewachsen ist.

    Wie immer gilt: vorbeugen ist besser als heilen. Da die Mikroorganismen in einer feuchtwarmen Umgebung wachsen und gedeihen, sollte man in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen oder Umkleidekabinen immer Badelatschen oder Flip-Flops tragen.

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    Dieser Artikel steht nicht im Zusammenhang mit der Redaktion oder redaktionellen Inhalten.


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