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Valley diskutiert über Beitrag zur Caritas

Was ist soziale Leistung wert?

Von Robin Schenkewitz

Auf der jüngsten Sitzung beriet der Valleyer Gemeinderat über die jährliche Förderung der Caritas. Auf Antrag der CSU wollte man die Arbeit der sozialen Organisation mehr wertschätzen. Doch am Ende setzte sich die billigere Variante durch.

Die Caritas kümmert sich um viele Menschen im Landkreis / Archivbild
Die Caritas kümmert sich um viele Menschen im Landkreis / Archivbild

Jedes Jahr bekommt die Caritas einen Zuschuss von den Gemeinden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei getrennte Förderbereiche: Einmal bekommt die Caritas Zuschüsse für ihre Sozialstationen, heißt für die Versorgung von Pflegebedürftigen. Und einmal für ihre Suchtprävention.

Bereits vor Jahren hat man sich im Kreistag darauf geeinigt, dass die Leistungen über eine Quote gefördert werden. Pro Einwohner einer Gemeinde bekommt die Caritas 50 Cent. In Valley waren das in den letzten Jahre rund 1.500 Euro.

Nach Leistung bezahlen

Jetzt sind aber nicht mehr alle mit dieser Regelung einverstanden. So erklärte Georg Nöscher (CSU) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass seine Partei es bevorzugen würde wenn die Caritas entsprechend ihrer Leistungen bezahlt wird. Die Christsozialen schlugen einen Betrag von 40 Euro pro Kunde vor. „Wir sind der Meinung, dass die Leistungen das wert sind“, so Nöscher.

Doch eine solche Regelung sähe die stellvertretende Geschäftsführerin der Caritas Miesbach, Waltraud Frank, kritisch. Sie findet, dass dieser Wert nur schwer zu ermitteln wäre. Schließlich würde ein Kind aus Valley auch von den Programmen der Miesbacher Realschule profitieren. „Der Einzugsbereich ist hier einfach sehr groß“, so Frank.

Zudem wandte sie ein, dass man die Mitarbeiter nicht einfach anstellen und wieder kündigen könne, je nachdem wie gerade der Zuschuss bereitgestellt wird. „Da hängen ja auch Personen dran“, weiß Frank. Ähnlich sieht das auch Bürgermeister Hallmannsecker und stellte fest, dass die Caritas Planungssicherheit brauche. „Wir haben uns damals auf eines fixe Summe geeinigt, damit die Caritas immer mit dem gleichen Betrag rechnen kann“, so Hallmannsecker.

Valley als Zahlmeister des Landkreises?

Josef Huber (VL) schlug daraufhin vor die Regelung der CSU zu modifizieren. So sollte die Caritas den bisherigen Betrag fix zugesichert bekommen. Kommt die Organisation nach dem Rechenvorschlag der CSU auf mehr als 1.500 Euro, soll jedoch auch der Differenzbetrag der Caritas zugute kommen. In diesem Jahr hätte Valley dann rund 2.200 Euro zahlen müssen, also knapp 700 Euro mehr.

Doch dieser Vorschlag fand nicht die uneingeschränkte Unterstützung. So konnte Johann Lindmeier (FW) nicht verstehen, wieso man als einzige Gemeinde im Landkreis ausscheren sollte. Ihm wäre es lieber, wenn die Entscheidung weiter auf Landkreisebene abgesprochen werden würde.

Sonst bleiben die anderen Gemeinden bei ihrem Satz und sagen „Valley zahlt ja schon“.

Am Ende lief es auf eine Kampfabstimmung hinaus. Mit einer knappen Mehrheit von neun zu sieben Stimmen setzen sich die Kritiker um Johann Lindmeier durch. Somit bleibt der Zuschuss der Gemeinde Valley für die Caritas bei 1.500 Euro jährlich. Frank findet das schade. Denn grundsätzlich hätte man einen höheren Zuschuss gut gebrauchen können, da die Leistungen aus öffentlicher Hand tendenziell eher zurückgingen.

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