Fünf Fragen an Dr. Florian Meier aus Miesbach zu einer COVID-Erkrankung

Was mache ich, wenn’s mich erwischt?

Von Laetitia Schwende

Was mache ich, wenn´s mich erwischt? Waren es im letzten Jahr scheinbar nur Nachrichten von entfernten Bekannten, trifft es jetzt schon Freunde und Nachbarn. Aber was erwartet Erkrankte? Wir haben den Landkreis-Krisenarzt Dr. Florian Meier aus Miesbach dazu fünf kurze Fragen gestellt.

Dr. Meier (links) mit Landrat Olaf von Löwis und Abteilungsleiter Soziales, Jugend und Gesundheit Severin Eichenseher, bei der Besichtigung des Testzentrums im Landkreis.

Dr. Meier, folgende Situation: eine Familie ist erkrankt. Unterschiedliches Alter, unterschiedliche Risiken. Alle sind positiv. Wie ist das Prozedere des Beobachtens seitens des Hausarztes beziehungsweise des Gesundheitsamts?

Dr. Meier : Positiv getestet heißt: Es müssen täglich Symptome, inklusive der Körpertemperatur, dokumentieren und dem Gesundheitsamt online mitgeteilt werden. Wenn sich ihr Zustand verschlechtert, können sie trotz Quarantäne ihren Hausarzt (in der sogenannten Infektsprechstunde) aufsuchen, oder dieser kommt zu ihnen nach Hause. Gegebenenfalls muss eine Einweisung in das Krankenhaus erfolgen, insbesondere wenn sich die Atmung und der Sauerstoffgehalt im Blut deutlich verschlechtern.

Nach Ende der Quarantäne: Wie wird getestet, ob nun ein negativer Befund vorliegt? Muss der Patient beziehungsweise die Familie das eigenverantwortlich in die Hand nehmen?

Dr. Meier: Die Quarantäne dauert grundsätzlich 14 Tage. Beginn und Ende wird vom Gesundheitsamt festgelegt und ist bei symptomatischen Patienten abhängig vom Symptombeginn und bei Asymptomatischen vom Zeitpunkt des Tests. Die Quarantäne wird vom Gesundheitsamt nach den 14 Tagen beendet, wenn man 48 Stunden keine Symptome mehr hat. Ein Test am Ende der Quarantäne wird nicht verlangt. Außer man ist im medizinischen / pflegerischen Bereich tätig, dann handelt es sich um einen Sonderfall.

Aber warum werden  nicht  alle einst Erkrankten nach Ende der Quarantäne getestet ?

Dr. Meier: Das ist so vom Robert Koch Institut vorgegeben. Weil man eben davon ausgeht, dass nach 14 Tagen keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Es gibt Personen die über Wochen noch positive PCR haben, aber nicht mehr infektiös sind.

Besteht nach dem Durchlaufen des Krankheitsverlaufs weiterhin eine Infektionsgefahr für und vom Patienten?

Dr. Meier: Aktuell geht man davon aus, dass der Betreffende nach 14 Tagen nicht mehr ansteckend ist, daher auch die Dauer der Quarantäne und gegen eine erneute Infektion mit SARS-CoV-2 immun ist. Daher werden Personen mit einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 aktuell auch nicht geimpft.

Doktor Meier, vielen Dank für ihre Antworten.


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