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Rätselraten im Wiesseer Gemeinderat

Was macht Haslberger mit Trafostationen?

Der Mast für den digitalen Behördenfunk (BOS) an der Aueralm entsteht bereits. Was fehlt, ist die Stromzufuhr. Die nötigen Baumaßnahmen auf Wiesseer Gemeindegrund wurden nun genehmigt. Profitieren wird davon auch Franz Josef Haslberger mit seinen Almen und Ausflugslokalen, die immer noch geschlossen sind.

Unweit der Aueralm entstehen derzeit die neuen Trafostationen.
Unweit der Aueralm entsteht derzeit der neue Rettungsfunkmast.

Den meisten Nutzen von der 6,2 Kilometer langen verlegten Leitung dürfte aber die Aueralm auf 1.299 Metern Höhe haben. Unweit von dem beliebten Ausflugsziel soll der Standort des Rettungs-Funkmastes hinkommen. Für ihn entsteht derzeit am Waldrand das Fundament. Wenn die Berggaststätte Ende des Jahres mit Strom versorgt wird, „dann können dort 40.000 Liter Diesel für den Generator eingespart werden. Dies ist auf alle Fälle eine Verbesserung für das Ausflugsziel“, prophezeite Wolfgang Freimoser dem Gemeinderat in Bad Wiessee.

Seine Firma BBT wurde vom Innenministerium beauftragt, die BOS-Masten mit Energie zu versorgen. Den 30 Meter hohen Funkmast selbst baut das Unternehmen Telenet. Beide Firmen realisieren im Auftrag des Freistaates den Netzaufbau für den digitalen Behördenfunk. Mit Wiessee sei dann die Lücke geschlossen.
„Wir errichten viele BOS-Anlagen im schwierigen Bereich. Zuletzt am Köngissee“, erklärte Freimoser seinen Auftrag.

Haslberger als „Energielieferant“

Grundsätzlich kenne er die Brisanz solcher Funk-Masten in touristischen Gebieten und im sensiblen Bergwald. In Bad Wiessee nun führe das Projekt von der Übergabestelle des E-Werks Tegernsee oberhalb der Bucherbauern über die „Liegenschaften“ von Herrn Haslberger und der Staatsforsten weiter hinauf zur Aueralm.

Etwa 75 Prozent der Strecke führt über bestehende Wegestrukturen. Über sechs Trafostationen können auch private Gebäude mit Strom versorgt werden, ob die von Herrn Haslberger oder die Aueralm.

Alois Fichtner als Eigentümer der Berggaststätte war anfangs wenig begeistert vom Funkmast. Ihm sei aber klargemacht worden, dass dieser kommen werde, da der Turm auf Staatsgrund stehe. „Da wir ihn nicht verhindern können, wollen wir wenigstens etwas davon haben, wenn ohnehin schon gegraben wird“, sagte Fichtner im Frühjahr gegenüber der Tegernseer Stimme.

Größter Nutznießer dieser Energieversorgung ist allerdings Haslberger. Laut Auskunft von E-Werk-Chef Dr. Norbert Kruschwitz will der Freisinger Baustoffunternehmer nicht nur seinen Bauer in der Au und die Söllbachklause ans Netz bringen, sondern auch die Scheibenaualm und die Söllbachalm. Für beide Almen hat Haslberger inzwischen eine Baugenehmigung. Die Kosten für die Arbeiten auf seinen Ländereien gingen zu den Lasten des Unternehmers, so Kruschwitz.

Sechs Trafostationen
Derzeit entsteht das Fundament für den Masten.

Benötigt würden für die Stromtrasse sechs Trafostationen, die auch Haslberger nutzen könne, war im Ratssaal zu erfahren. „Herr Haslberger wird auch als Energielieferant auftreten“, so Bürgermeister Peter Höß, „da auch Strom eingespeist werden könne. Die Kosten der Übergabeschutz-Station gehen zu seinen Lasten“. Klaudia Martini (SPD) argwöhnte, dass Haslberger Größeres vorhabe:

Damit sind die Scheibenaualm mit ihren Viechern und andere Gebäude von Herrn Haslberger elektrifizierbar, mit allem, was man sich darunter vorstellen kann. Da kann man dann richtig was daraus machen.

Haslberger macht seit langem ein Geheimnis daraus, was er mit seinen Almen wirklich vorhat. Bislang verdiente der Unternehmer sein Geld mit Trockenmörtel, kassiert Haslberger nun auch für die Stromdurchfuhr?

Bad Wiessee jedenfalls entstehen keine Kosten, wie Höß versicherte. Gleichwohl sei die Gemeinde mit den „Infrastrukturmaßnahmen konfrontiert“, so Freimoser, „deshalb ist auch eine Absprache mit dem Bauamt nötig, da auch Wasserleitungen verlegt werden müssen“. Der Gemeinderat hatte keine Einwände, „weil sie auch der Verbesserung der touristischen Infrastruktur für die Söllbachklause, Bauer in der Au und Aueralm dient“. Mit 15:1 wurde der Beschlussvorschlag angenommen.


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