Deutscher Alpenverein kritisiert Vorgaben für Hüttenöffnungen
Was sagen unsere Hüttenwirte?

von Filiz Eskiler

“Türen auf!” heißt es seit Freitag für Hütten in Bayern bei stabilen Inzidenzwerten. Endlich ein erfolgreicher Start in die Sommersaison? Eher nicht, meint der Deutsche Alpenverein. Was sagen lokale Hütteninhaber vom Tegernsee?

Die Tegernseer Hütte / Foto: Archiv

Seit dem 10. Mai darf die Außengastronomie in Bayern mit einer stabilen Inzidenzzahl unter 100 öffnen. Seit dem 21. Mai gilt das ebenfalls für touristische Übernachtungen – auch in Hütten. “Eigentlich eine gute Nachricht”, meint der Deutsche Alpenverein (DAV). Aber die Regelungen und Vorgaben seien alles andere als zufriedenstellend. Der DAV erklärt:

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Die Rahmenbedingungen sind deutlich schlechter als 2020, pro Zimmereinheit ist derzeit nur ein Hausstand zur Übernachtung zugelassen. Durch diese Einschränkung sieht der DAV die Gefahr einer dauerhaften Beeinträchtigung der Hütteninfrastruktur im Bayerischen Alpenraum.

Der Verein fordere daher die Regelungen aus dem vergangenen Sommer 2020. DAV Vizepräsident Stierle begründet: “Für die gesamte Sommersaison 2020 ist uns auf den DAV-Hütten in Bayern keine Corona-Infektion bekannt. Die Schutzmaßnahmen haben sich also bewährt”. Außerdem wünscht er sich einen Zusatz: Geimpfte und Genesene sollen für Übernachtungen gesondert behandelt werden.

Tatsächlich ist es aktuell so, dass bei Übernachtungen prinzipiell eine Test- und Reservierungspflicht gilt. Vollständig Geimpfte oder Genesene sind von dieser Pflicht ausgenommen. Pro Schlafeinheit ist ein Hausstand erlaubt. Gäste müssen ihren Schlafsack, Kopfkissenbezug und Handtuch selber mitbringen. Bei Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte sind Corona-Schnelltests im Rucksack ein Muss – denn ein Test gilt nur, solange er nicht älter als 24 Stunden ist.

Das sagen Hüttenwirte aus dem Tegernseer Tal

Petra und Reini sind aktuell die Pächter der Buchsteinhütte in Kreuth am Tegernsee. Zu den neuen Öffnungsregelungen konnte Reini nicht so viel sagen: “Ich hab keine Ahnung wie, wann, wo was passiert”, macht er zu Beginn des Gesprächs klar. Denn: auf der Seite des Staatsministeriums sei laut ihm immer noch nichts dazu veröffentlicht worden, wie die Hüttenöffnungen vonstattengehen sollen. “Manche Alpenvereine machen ihre eigenen Dinger”, meint Reini. Aber von den gesetzlichen Gegebenheiten sei noch nichts so wirklich klar. Er erklärt:

Es ist ja jetzt so mit getestet, genesen, geimpft. Aber es ist bis jetzt noch nichts raus, ob mit Schnelltest oder PCR Test, also das ist alles noch irgendwie… joa.

Anders geht es den Hüttenwirten der Tegernseer Hütte. Michael Ludwig meint, er bekomme regelmäßig Mails mit Links zu den jeweiligen aktuellen Verordnungen. Tests, egal ob PCR- oder Schnelltest, dürfen höchstens 24 Stunden alt sein, erklärt Ludwig. Die Verordnungen einzuhalten sei schwer, verdeutlicht er:

Wir haben zum Beispiel nur zwei Lagerräume, einen für elf und einen für zehn Personen. Wenn in einem zwei Gäste liegen und im anderen auch, bin ich mit vier Leuten ausgebucht.

Trotzdem befürwortet der Hüttenwirt die Regelungen. Es soll vorerst strenger bleiben, damit die Inzidenzzahlen sinken, meint Ludwig. “Ich möchte endlich mal wieder in den ganz normalen Betrieb gehen und nicht dieses wischi-waschi, rauf und runter”. Das Wichtigste sei es laut ihm, die Zahlen runterzubringen, und dass das Impfen vorangeht.

Im Landkreis Miesbach dürfen Außengastronomie und Hütten vorerst noch keine Gäste begrüßen. Zwar lag die Inzidenz heute bei 62, am Wochenende war der Wert allerdings mit 103 (Stand: 23.05.2021) wieder über dem Schwellenwert von 100. Alle Info’s zur aktuellen Lage im Landkreis Miesbach findet man in unserem Corona-Newsticker.

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