Wenn die Gene schuld sind – Erblich Bedingter Haarausfall und wie man am besten damit umgeht

von Extern

Obwohl es verschiedene Haarausfall Ursachen gibt, ist der erblich bedingte Haarausfall der häufigste Grund für den leidigen Haarverlust, unter dem jeder zweite Mann leidet.

In Fachkreisen wird erblich bedingter Haarausfall auch als androgenetische Alopezie bezeichnet, was so viel bedeutet, wie “Haarverlust durch männliche Hormone”. 80% aller Menschen, die von Haarausfall betroffen sind, leiden unter dieser speziellen Form der Alopezie. Schuld an der Misere sind, wie der Name schon vermuten lässt, die Gene, doch was kann man dagegen unternehmen?

Die Ursache für erblich bedingten Haarausfall

Um zu verstehen, wie die androgenetische Alopezie gehemmt werden kann, muss man zunächst verstehen, welche Prozesse die Genmutation im Körper auslöst, die schließlich den Haarausfall verursachen.

Haarwachstum in drei Phasen

Haare wachsen zyklisch in drei Phasen. Nach der aktiven Wachstumsphase (2 bis 6 Jahre), folgt die Übergangsphase (2 bis 3 Wochen) und dann die Ruhephase (2 bis 6 Monate). Der gesamte Zyklus dauert so im Durchschnitt ca. 7 Jahre, wenn kein erblich bedingter Haarausfall vorliegt.

Hat ein Haar einen Wachstumszyklus durchlaufen, fällt es aus und ein neues Haar wächst nach. Zuständig für das gesunde Haarwachstum ist die Haarwurzel, die schützend von dem Haarfollikel umgeben wird. Dieses besteht aus Zell- und Hautgewebe und versorgt die Haarwurzel unter anderem mit Blut, welches Nährstoffe und Sauerstoff für die Haarproduktion bereitstellt. Über das Haarfollikel ist das Haar beispielsweise auch mit einem Muskelstrang verbunden, der dafür sorgt, dass sich die Haare bei Gänsehaut aufstellen können.

Insgesamt wiederholt sich der Prozess der Haarbildung durchschnittlich 14 Mal im Leben eines Menschen, bevor die Haarwurzel abstirbt und kein weiteres Haar ausbildet. Bis zu 80% aller Haare befinden sich normalerweise gleichzeitig in der Wachstumsphase, während die anderen sich in der Übergangs- oder Ruhephase befinden. So stellt der Körper sicher, dass sich immer ausreichend Haare auf dem Kopf und am Körper befinden.

Die Wirkung von Testosteron

Wird von Mutter oder Vater die anlagebedingte Alopezie vererbt, zeigt sich das darin, dass die Haarfollikel besonders empfindlich auf Dihydrotestosteron reagieren. Zudem verengen sich die Haarfollikel durch den Einfluss von DHT und die Haarwurzeln verkümmern. In der Folge fallen die Haare aus und wachsen nicht mehr nach. Erste Anzeichen der androgenetischen Alopezie zeigen sich oft schon im Alter zwischen 20 und 30 Jahren in Form der typischen Geheimratsecken.

Erblich bedingten Haarausfall stoppen

Auch wenn sich die Ursache für die androgenetische Alopezie sehr endgültig anhört, gibt es Mittel und Wege, um die Alopezie in den Griff zu bekommen. Immer mehr Studien beschäftigen sich mit wirksamen Behandlungsmethoden, um betroffenen Männern und Frauen im Kampf gegen den Haarausfall zu unterstützen. Dabei haben sich drei Methoden besonders hervorgetan:

1. Coffein-Shampoos erwecken die Haare zu neuem Leben

Die sanfteste Möglichkeit erblich bedingten Haarausfall zu behandeln, sind Shampoos, die den Wirkstoff Coffein enthalten. In Labortests konnte die Wirksamkeit und Effektivität von Coffein im Einsatz gegen androgenetische Alopezie mehrfach gezeigt werden. Coffein hemmt und neutralisiert nicht nur die Wirkung von DHT auf die Haarfollikel, sondern regt auch das Haarwachstum an und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.

2. Minoxidil verleiht dem Haare Fülle

Schäume und Lösungen mit dem Inhaltsstoff Minoxidil gibt es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Nach einigen Monaten der Anwendung entsteht ein leichter Flaum, wodurch das Haar voller wirkt. Ein Vorteil ist, dass Produkte, die Minoxidil enthalten, auch nur an bestimmten Stellen, wie beispielsweise im Stirnbereich angewendet werden können. Der Nachteil ist, dass viele der Lösungen und Schäume sehr aggressiv wirken und die ohnehin empfindliche Kopfhaut reizen können. Schlimmstenfalls kann es auch zu einer allergischen Reaktion kommen.

3. Finasterid lässt die Haare wachsen

Finasterid ist ein Medikament, das normalerweise bei der Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen verschrieben wird. Schon lange wird es allerdings auch gegen erblich bedingten Haarausfall eingesetzt und konnte gute Ergebnisse erzielen. Die Wirkung von DHT wird gehemmt, während das Haarwachstum gesteigert wird. Allerdings hat Finasterid als Anzneistoff verschiedene Nebenwirkungen, die auftreten können.

Dies sind nur einige mögliche Behandlungsmethoden, mit denen erblich bedingter Haarausfall verringert werden kann. Auch eine Haartransplantation ist ein möglicher Weg. Im Zweifelsfall kann ein Besuch beim Dermatologen aufschlussreich sein.

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