Wenn es im Beach-Club dröhnt

Die Beachbar Leda & Schwan am ehemaligen Hotel Lederer ist ein Strandbad mit Saison-Spaß-Charakter. Bisher kam das Konzept der drei jungen Betreiber auch sehr gut bei den Gästen an. Meistens geht es an den Wochenenden bei schönem Wetter gesittet und ruhig an der Wiesseer Seepromenade zu. Doch nicht so am Sonntagabend.

Die neue Beachbar am Lederer in Bad Wiessee eröffnet heute bei Traumwetter
“Another day in paradise” – Bei Traumwetter feierte die Beachbar am Lederer in Bad Wiessee am gestrigen Sonntag ihre Sommerparty. Zu laut, wie einige Wiesseer fanden / Archivbild

“Bis Altwiessee dröhnen die Beats vom Beach-Club“, so beschwert sich ein verärgerter Anwohner am vergangenen Sonntag per Email. „Man hält es in seinem Garten nicht mehr aus”. Der Grund für den Unmut des Wiesseers liegt direkt am ehemaligen Hotel Lederer: Die Beachbar Leda & Schwan feierte am Sonntag eine Sommerparty der etwas anderen Art.

Unter dem Motto „Another day in paradise“ war ab den frühen Mittagsstunden Party an der Wiesseer Seepromenade angesagt. Mit Barbecue, Feuerplatz und der Aufforderung, sich in ein verrücktes Outfit à la Burning Man zu werfen, warben die Veranstalter vorab auf ihrer Facebook-Seite für die Veranstaltung. Ab 12 Uhr mittags ging es los. Mit heißen Rhythmen und lauter Musik. Zu laut, wie ein anderer Wiesseer findet:

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Gerade in einem Kurort erwarten die Gäste hier ein wenig Ruhe und einen beschaulichen Abend am See. Hier gibt es viele ältere Leute, aber auch junge Familien, die mit dem Kinderwagen spazieren gehen. Wie kann eine Gemeinde ihren Gästen und Vermietern diesen Lärm zumuten?

Vor 7 Uhr dürfe man nicht Schnee fräsen oder Rasen mähen, ärgert sich der Anwohner weiter, aber niemand sage etwas bei so einem Radau bis in die frühen Morgenstunden. Um drei Uhr morgens habe er noch die letzten Gäste gehört.

“An anderen Tagen war mehr los”

Dass der Lärmpegel am Sonntagabend über das normale Maß hinausging, bestätigt auch Michael Herrmann von der Gemeinde:

Die Betreiber sind etwas über das Ziel hinausgeschossen. Wir wurden informiert und haben die Lärmimmessionen teilweise auch selbst festgestellt. Unser Ordnungsamt wurde mit der Sache befasst und wird auf die Betreiber einwirken.

Nach Aussage von Max Rampf, einem der drei Betreiber der Bar, habe es sich um eine „offizielle Privatfeier“ gehandelt, die lediglich bis 22 Uhr ging. Lärmmäßig hätte es keinen Unterschied zu anderen Öffnungstagen gegeben. Stattdessen habe man einfach nur einen der letzten Sommer-Sonntage genossen:

Wir hatten ganz normale Gäste, teilweise auch mit Kindern. An anderen Tagen war mehr los.

Doch auch Wiessees Zweiter Bürgermeister Robert Huber spricht von “erheblichen Lärm-Beschwerden”, die bei der Gemeinde eingegangen seien. Er habe sofort darauf reagiert und das Ordnungsamt angewiesen, die Beschwerden zu sammeln und ihm vorzulegen. Außerdem hat Huber schon mit den Nachbarn gesprochen und die Wiesseer Polizei informiert. Sollte es wider Erwarten noch sonnige Wochenenden geben, so Huber, würde das Ordnungsamt auf eine strikte Einhaltung der Vorgaben achten.

Ob man im nächsten Jahr wieder mit einer Beachbar rechnen darf, darauf wollte sich Max Rampf nicht ohne seine zwei Freunde und Mitstreiter festlegen:

Ich glaube nicht, aber da müsste man uns drei fragen.

Rentabel sei das Projekt Rampfs Aussage nach – trotz des Zuspruchs vor allem unter Einheimischen – bisher jedenfalls nicht gewesen.

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