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Hoppebräu in Waakirchen expandiert im Jahrestakt

Wenn es läuft, dann läufts!

Von Sabiene Hemkes

Die Pandemie hat in den letzten beiden Jahren viele Existenzen im Tal bedroht. Gerade in der Gastronomie mussten die Unternehmer viele Rückschläge hinnehmen. Eine kleine Brauerei in Waakirchen stellt sich gegen den Trend. Wie funktioniert das?

Großer Aufbautag an der Hoppebrauerei – doch noch sind nicht alle neuen Tanks in Waakirchen eingetroffen.

Die Tourismusbetriebe und die davon abhängigen Gewerke und Produzenten im Tal ächzen unter den Folgen der 2-jährigen Corona-Pandemie. Im Tal ist auch jetzt im Frühjahr und zum Auslaufen der Coronamaßnahmen nur vereinzelt ein wirklicher Aufbruch zu entdecken. Zudem schwächt der überraschende Kriegsausbruch in der Ukraine die Investitionsfreudigkeit.

In Waakirchen jedoch setzt eine neue Brauerei scheinbar unbeirrt ihren Weg in die Zukunft fort. Erst im Frühsommer 2017 hat die Privatbrauerei Hoppebräu in Waakirchen die Produktion gestartet. Nur vier Jahre später expandiert das Waakirchener Familienunternehmen zum ersten Mal. Nun werden erneut drei weitere 80 Hektoliter Gär-und Lagertanks, wie schon im Vorjahr, ein Malz-Vorratssilo und eine Treber Abfüllanlage in der modernen Brauerei installiert.

Investionsfreudiger Unternehmer mit Gespür

Allein im letzten Jahr, so berichtet Markus Hoppe, der geschäftsführende Gesellschafter und Braumeister, wurden im Betrieb rund 6.000 Hektoliter Bier produziert. Hoppe erklärt:

Wir haben uns im September entschieden unsere Braukapazitäten zu erweitern und den Betrieb auszubauen. Für dieses Jahr planen wir mit einer Produktion von 7.000 Hektolitern.

Wie sich heute zeige ein guter Schritt, auch wenn der vom Unternehmer erwartete wirtschaftliche Aufschwung durch die neuerliche Krise in der Ukraine jetzt gebremst wurde. Doch in der Privatbrauerei in Waakirchen hatte die neue wirtschaftliche Situation in der Pandemie auch etwas Gutes. Man habe, so berichtet Hoppe weiter, sehr schnell erkannt, dass sich die Produkte sehr gut Online vermarkten lassen.

„Wir haben zum Glück als Corona kam nicht Däumchen gedreht und geschmollt, sondern uns was einfallen lassen. Und das hat Gott sei Dank sehr gut funktioniert“, erzählt Hoppe strahlend. Dadurch sei der Betrieb unabhängiger von den Einschränkungen in der Gastronomie gewesen als andere Unternehmen.

In Waakirchen sind moderne Produktionsstätten entstanden, die immer weiter ausgebaut werden

Nur rund 5 Prozent des in Waakirchen gebrauten Gerstensaftes werde über die angeschlossene Gastronomie der „Zapferei“ vertrieben. „Wir haben in diesem Jahr das erste Mal sogar das Bier in die USA exportiert. Dort bekommt man das Hoppebräu in den „Liquor-shops“ in den Staaten“, berichtet der stolze Braumeister.

Investitionen auf 10 Jahre ausgelegt

Zudem sei im letzten Herbst das Investitionsumfeld durch die niedrigen Kreditzinsen sehr gut gewesen, während diese jetzt schon beginnen durch die Decke zu gehen, ergänzt der Waakirchner mit einem verschmitzten Lächeln. Auch die Bestellung der benötigten Edelstahltanks jetzt im Frühjahr sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Im September 2021 sei das noch problemlos möglich gewesen. Hoppe ergänzt dann noch:

Und selbst wenn wir im nächsten Jahr unsere neuen Kapazitäten nicht ausnutzen werden, war der Zeitpunkt für die Expansion aus heutiger Sicht ideal. Die Investionen sind auf 10 Jahre ausgelegt.

Eigentlich sollte gestern Morgen ein Schwertransporter das überdimensionierte „Silo“ liefern. Die Verspätung habe jedoch nichts mit den aktuellen Lieferengpässen zu tun, erklärt Hoppe, sondern mit Auflagen der Polizei, die den Transporter gestoppt habe. Aber auch kein Problem für Hoppe: „Ja, dann kommen sie halt erst morgen und wir machen den ganzen Aufwand dann nochmal“.

Dieser riesige Tank ist Teil der neuen Treber Beladestation in der Hoppebrauerei.

Ähnlich tiefenentspannt läuft der gesamte Pressetermin mit dem Bierproduzenten ab. Im Regen erklärt uns Hoppe später noch die neuen Außenanlagen mit der neuen Verladestation für den Treber, die gerade mit einem großen Kran aufgebaut wird. Der Treber wird direkt von den Bauern abgeholt. Das Abfallprodukt des Brauvorgangs werde von den Nutztierhaltern sehr gern als Viehfutter genutzt. Hinzu kommt noch ein 25 Tonnen Malz-Vorratssilo.

Der Unternehmer, der 12 Vollzeit-Mitarbeiter in seinem Betrieb beschäftigt und dazu noch 18 Teilzeitkräfte, die in den warmen Monaten in der Zapferei und dem Biergarten arbeiten, hat überhaupt noch Großes vor. Zum ersten Mal beliefert der Betrieb heuer ein Festzelt. Zudem ist Hoppebräu bei zwei großen regionalen Musikfestivals als Lieferant dabei. Und auch für das nächste Jahr hat Hoppe schon wieder neue Pläne.

Papa Markus Hoppe und Sohnemann vor einem der neuen Gär- und Lagertanks die gestern in Waakirchen angeliefert wurden.

Umbauen will er und endlich das Berufliche etwas von dem privaten Leben trennen. Dann zieht er um mit seiner Familie. Noch wohnen die Hoppes über der Zapferei. Welche neue Nutzung es dann für die Wohnräumen geben wird, verrät Hoppe noch nicht. Da müssen wir auf die nächste Presseeinladung nach Waakirchen warten – lange wird es bestimmt nicht dauern.


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