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Kommentar zum geplanten Verkauf des Gmunder Maximilian

Preysings Albtraum

Von Christopher Horn

Das Maximilian ist der Gmunder Schandfleck schlechthin. Das Gebäude verrottet immer weiter, obwohl Investor Ten Brinke eigentlich Großes vorhat auf dem Areal.

Doch der Altbau soll nicht mehr saniert, sondern verscherbelt werden. Dafür nimmt Ten Brinke auch in Kauf, den Vertrag mit der Gemeinde zu brechen. Und eine Gemeinderätin hat das kommen sehen.

Investor Ten will das abbruchreife Gmunder Maximilian plötzlich los werden.
Investor Ten Brinke will das abbruchreife Gmunder Maximilian plötzlich loswerden.

Ein Kommentar von Christopher Horn
Die Augen des Gmunder Bürgermeisters Georg von Preysing strahlten. Es war eine gelöste Stimmung, als er gemeinsam mit den Vertretern der Firma Ten Brinke am 3. Juni 2013 die Einigung im Fall Maximilian verkündete.

Bis 2016 sollte, so die Hoffnung Preysings und des Gmunder Gemeinderats, der Schandfleck im Zentrum des Ortes in neuem Glanz erstrahlen, der Gasthof saniert sein, einen Biergarten bekommen und dazu zwei neue Gebäude stehen. Darin ein Supermarkt, Läden und Wohnungen. Und das nach Jahrzehnten des Leerstands. Dieses Ziel gab Ten Brinke aus.

Leere Versprechungen

Doch passiert ist bis heute nichts. Nicht einmal die für den Start der Bauarbeiten vorgeschriebene Abbiegespur von der Bundesstraße zum Gasthof ist entstanden. Das Rosenheimer Straßenbauamt wartete über Monate vergeblich darauf, dass Ten Brinke die geforderten Unterlagen vollständig einreichte. Also ging weitere Zeit ins Land. Im Oktober war es dann geschafft: Die Spur würde nicht mehr vor dem drohenden Wintereinbruch gebaut werden können. Also vertröstete man die Behörden auf das kommende Frühjahr.

Schon da stellten sich viele Beobachter die Frage, ob Ten Brinke überhaupt Interesse daran hat, den altehrwürdigen Gasthof zu sanieren. Vor wenigen Tagen folgte dann der nächste Paukenschlag: Ten Brinke will das denkmalgeschützte Maximilian verkaufen und das abbruchreife Gebäude damit an einen anderen Interessenten verschachern.

Damit verstößt der Noch-Eigentümer gegen vertragliche Vereinbarungen mit der Gemeinde. Dabei hatten Kritiker schon lange gewarnt: Ten Brinke werde sich die Rosinen aus dem Deal picken und den Altbau links liegen lassen. Das sei doch alles vertraglich geregelt, hatte Preysing beschwichtigt. Doch auch das hält die Eigentümer nun nicht von einem möglichen Verkauf ab.

Keine Lust auf Denkmalschutz

Denn als Investor gilt es, Prioritäten zu setzen. Warum sich mit komplizierten Auflagen zum Denkmalschutz rumschlagen? Dann doch lieber nur das tun, womit sich wirklich Geld verdienen lässt. Ten Brinke hat auf dem Areal einiges vor. In den Neubauten sind ein Supermarkt, Läden, Praxisräume und Eigentumswohnungen geplant. Ein Betreiber für den Supermarkt sei offenbar schon in Sicht. „Wen kümmert es da, was mit dem alten Gasthof passiert? Soll sich doch ein anderer mit der teuren Sanierung rumschlagen“, werden sich die Verantwortlichen denken.

Im Gmunder Rathaus dürfte man darüber wenig begeistert sein. Dabei gab es eine Gemeinderätin, die die Probleme kommen sah. Helga Wagner – vor drei Jahren von Preysing als Querulantin tituliert und vom übrigen Gemeinderat belächelt – hatte immer wieder darauf gedrängt, Alternativen für Ten Brinke zu diskutieren. Die damalige Antwort des Rathaus-Chefs: „Es gibt notorische Widerständler in den Reihen der Bevölkerung.“ Und die, so Preysing mit Blick auf Wagners Bemühungen, dürfen das Konzept für das Maximilian nicht wieder kaputt machen.

Nun scheint es, als ob Preysings Albtraum wahr wird – und das ganz ohne Zutun des Gmunder Widerstands.

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