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Tegernseer Geschäftsleute wollen Blickfänge

Werbesäule statt „verbogene Kunstwerke“

Neuland betritt die Stadt Tegernsee mit einer ungewöhnlichen Form von Werbung für ihre Geschäftsleute. Auf ihre Läden sollen künftig statt Plakatwände aufgestellte Würfel hinweisen. Deren Ästhetik gefiel nicht jedem Stadtrat.

So soll künftig auf Tegernsees Straßen geworben werden. mit aufeinander gestapelten Werbewürfeln .

Zwei Meter hoch sollen die fünf übereinander gestellten quadratischen Würfel sein und manuell drehbar. Auf drei Seiten der von innen beleuchteten Würfel wird Werbung prangen, eine Seite ist für historische Ansichten freigehalten. An vier Standorten sollen diese Werbesäulen Kunden locken: am Bahnhof, an der Hauptstraße 37, beim Bootsverleih Heinzelmann, an der Seeuferanlage beim Rathaus und an der Schwaighofanlage.

Diese Standorte wurden bei einer Begehung am 13. November von Vertretern der Stadt mit dem Vorstand des Vereins Tegernseer Geschäftsleute festgelegt, so Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) vor dem Stadtrat. Eigentümer der Säulen seien die Geschäftsleute. In einem Vertrag mit ihnen müssten noch Details geregelt werden.

Beispielsweise, so Hagn, wer die Flächen vermietet, wer für die Grabarbeiten zur Verlegung des Stromkabels aufkommt und wer den Bauantrag stellt. Offen sei auch noch die Frage, ob die Werbesäulen im Widerspruch zum Vertrag mit der Firma Tiefenbacher Außenwerbung stehen. Wegen der Innenbeleuchtung der fünf aufeinander geschichteten Würfel müsse auch noch die Werbeanlagensatzung angepasst werden.

Eyecatcher an Einflugschneisen

Doch das Pilotprojekt der Tegernseer Geschäftswelt stieß nicht auf einhellige Zustimmung. So sehr er die Geschäftsleute auch unterstützen wolle, so sehe er deren Vorhaben doch kritisch, meinte Florian Kohler (BL), denn die Würfel seien aus „ästhetischen Gründen nicht passend“. Anders sah es Peter Schiffmann (SPD). Für ihn sind die Würfel Eyecatcher, ein Blickfang.

Norbert Schußmann (CSU) sprach sich auch für die Standorte aus. Aber er wünschte sich noch einen Ortsplan mit den jeweiligen Geschäften auf den Würfeln. Gegen den Standort am Rathaus war Martina Niggl-Fisser (BL). Für Rudolf Gritsch (CSU) sind zwar die „Einflugschneisen“ gut bestückt.

Doch er wünschte sich auch Standorte am Zentralparkplatz und auf der Point. Die Geschäftsleute würden sich mit ihrer Idee Mühe geben, lobte Andrea Köstler (FWG). Sie möchte, dass auch nur Tegernseer Geschäfte darauf werben dürfen.

Mit verschiedene Layouts gegen Einheitsdesign

Heino von Hammerstein (BL) hielt die Aufstellung der Werbesäule am Rathaus vor dem Kurgarten für „wenig glücklich. Das ist unser schönster Platz mit Blick auf den See“. Für Florian Widmann (CSU) sind die Werbesäulen besser, als ein „verbogenes Kunstwerk“. Thomas Mandl (SPD) hielt solche Werbemöglichkeiten für notwendig, damit nicht weitere Läden leer stehen. Er plädierte aber für ein „einheitliches Design“.

Nach Ansicht seines Parteifreundes Peter Schiffmann dürfte dies schwierig werden, denn jedes Geschäft habe sein eigenes Design, eine eigene Typographie mit eigenen Logos“. Schließlich soll die Werbefläche einen Wiedererkennungswert haben. „Es sei doch schön, wenn es verschiedene Layouts gibt. Es muss doch nicht alles gleich aussehen“, fand Andreas Obermüller (FWG).

Hagn hielt die Säulen für eine gute Idee. Man sei als Stadt auch in der Pflicht, die „Geschäftsleute zu unterstützen“. Gerade für kleinere Läden handele es sich mit den Hinguckern um bezahlbare Werbung. Für ihn sei gerade am Rathaus eine Werbung wichtig, denn dort seien viele Passanten, die man „neugierig“ machen könne. Zwar gab es bei der Abstimmung über die Standorte für eine Aufstellung am Rathaus drei Gegenstimmen. Doch grundsätzlich befürwortete der Stadtrat die neue Form von Werbeanlagen.


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