Nach über zehn Jahren steht der Bebauungsplan

Westerhof-Projekt nimmt wichtige Hürde

Das Hotelprojekt von Dr. Andreas Greither hat schon jetzt eine lange Geschichte – und noch wurde mit dem Bau nicht einmal begonnen. Nun ist die wichtigste Hürde genommen worden.

So sah der erste Antrag für das Gesundheitshotel aus / Quelle: Projektplanung Blüml

Der Westerhof sei das längste Verfahren, das die Stadt Tegernsee wohl je hatte, erklärt Bauamtsleiterin Bettina Koch am Dienstagabend. Es ging zum dritten Mal um den Bebauungsplan auf dem Areal des Hotels oberhalb von Tegernsee. Seit 2006 wird am geplanten Projekt herum gewerkelt. Zahlreiche Einwände von Behörden und Anwohnern wurden mehrfach verlesen und berücksichtigt.

„Der Stadtrat hat seit zehn Jahren immer wieder gesagt, dass er das Vorhaben befürwortet“, so Koch. Nun hat man mehrfach über die Stellungnahmen beraten und die Planung optimiert – auch im Hinblick auf die Natur. Damit wurde also eine dritte Auslegung nötig. Auch 2019 sind erneut Stellungnahmen eingegangen. Laut Koch gebe es aber keine neuen Erkenntnisse.

Vor allem die Schutzgemeinschaft und die Anwohner haben das Großprojekt von Westerhof-Eigentümer Andreas Greither immer wieder kritisiert. Argumente waren unter anderem, dass der Baukörper die Landschaft zerstöre, er sei riegelartig, der Schutz der Landschaft werde beeinträchtigt und das Vorhaben sei gebietsunverträglich. Aus Sicht der Stadt sei das Konzept trotz aller Zweifel schlüssig, betonte Koch zum Abschluss ihrer Ausführungen. Peter Schiffmann (FWG) sah das anders. Er erklärte:

Ich halte an meiner Auffassung fest. Dass ich der Meinung bin, dass da was passiert ist super, aber so ist es ein paar Nummern zu groß. Ist einfach zu sehr aufs Maximale ausgereizt. Die Visualisierung hat mich schockiert. Ich werde dagegen stimmen.

Laura Mandel (SPD) schloss sich dem an. Die SPD haben sich oft dagegen ausgesprochen. „Für uns ist das ein Widerspruch zum sanften Tourismus.“ Ein gigantisches Projekt, das sich nicht einfügt.

Norbert Schußmann (CSU) sah es dagegen anders: “Ich kann die Argumentation der Stadt nachvollziehen. Wir haben uns mit allen relevanten Behörden ausgetauscht. Die Planung ist aufgrund der ersten Stellungnahmen verändert worden. Auch wenn das ein nicht mehr übersehbares Objekt wird, kann man das an der Stelle tolerieren.“

Trotz der Zweifel von Mandel und Schiffmann stimmten am Ende dieser langen Reise, die 2008 begann, nur vier Räte gegen den Bebauungsplan. Damit kann Greithers Hotelprojekt nun endlich die nächste Hürde nehmen.

Einen ersten Bauantrag hatte Greither schon im Juli 2019 eingereicht. Geplant ist ein Gesundheitshotel mit 134 Zimmer, 270 Betten und 50 Personalzimmern. Auch einige Chalets sind im Plan enthalten. Der Wellnessbereich soll sich terrassenförmig über den Hang erstrecken. Rund 80 Millionen Euro will Greither sich das Ganze kosten lassen.

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