Wie ein dürres Blatt im Wind

von Ursula Weber

Eisig pfeift der Ostwind seit Tagen durchs Tal und zupft an den letzten dürren Blättern. Dabei gilt es morgens Mütze, Schal und Handschuhe keinesfalls zu vergessen. In vielerlei Hinsicht tut es momentan gut, sich diesen stürmischen Zeiten nur begrenzt auszusetzen und stattdessen den sonnigen Windschatten zu suchen.

Das aktuelle TS-Kalenderblatt von Maxi Hartberger.

Wie der kalte Wind durch fast jede Kleidung fährt und einen immer wieder fröstelnd erschaudern lässt, erlebt man zur Zeit häufig die Nachrichten, die einen die Brüchigkeit des Lebens deutlich vor Augen führen. So wichtig gutes Informiert-Sein auf der einen Seite ist, so bedeutsam ist auf der anderen der bewusste Umgang damit und auch eine klare Abgrenzung. Dabei können Fragen helfen, die einen immer wieder neu ausrichten: Wo bin ich gerade mit meinen Gedanken? Konzentriere ich mich auf mein Leben hier und jetzt? Für was und wen bin ich in diesem Augenblick konkret verantwortlich? Welche Entscheidung möchte ich jetzt treffen? Wofür bin ich in meinem Leben dankbar und worüber freue ich mich?

Die wichtigste und schwierigste Frage könnte dabei sein, ob ich in diesem Moment – trotz allem – in Frieden bin. Ärger, Besorgnis, Wut und Aggression erschaffen keine guten Begegnungen und damit auch keinen Frieden. Vielmehr gleicht man jenem vertrockneten Blatt, das vom Wind schwer gebeutelt und schließlich aufgerieben wird. Will man in den Stürmen des Lebens beständig sein, braucht es Ruhe, Besonnenheit und einen respektvollen Umgang mit sich und anderen. Damit gleicht man vielmehr einem der mächtigen Bäume am Tegernseer Ufer, die gut verwurzelt und aufrecht den härtesten Böen trotzen.

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