Nach Bürgerentscheid:
Wie geht es in Holzkirchen weiter?

von Simon Haslauer

Ende November durfte Holzkirchen wählen: Braucht die Marktgemeinde Umgehungsstraßen für 58 Millionen? Das Ergebnis war recht eindeutig. Doch wie geht es jetzt weiter?

Ende Oktober zog sich eine Blechschlange durch Holzkirchen. / Quelle: Verein “Hartpenning muckt auf”

Vor einigen Wochen stand Holzkirchen vor einer Entscheidung. Das Staatliche Bauamt plante zwei Umgehungsstraßen. Mit einem Bürgerentscheid sollte demokratisch geklärt werden, ob die Bürger hinter dem Millionen-Projekt stehen. Konkret handelte es sich um eine südliche Umgehung von Holzkirchen mit einem Anschluss an die B 318 und eine nordwestliche Umfahrung von Großhartpenning und Kurzenberg.

Im Vorfeld des Bürgerentscheids kündigte das Bündnis ‘Beste Gegend’ bereits eine Blechschlange an. Man wollte darstellen, „was da droht“. Die Aktion war ein Erfolg. Am 20. November gegen 19.42 Uhr stand das Ergebnis des Bürgerentscheids schließlich fest. Beide Umgehungsstraßen wurden abgelehnt (wir berichteten).

Anfang des Jahres meldeten sich Stefan Rank und Fred Langer vom Bündnis ‘Beste Gegend’ mit einem offenen Brief an den Holzkirchner Bürgermeister sowie den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat. So sei das Nein zu den Umfahrungsstraßen ein Ja für die verstärkte Umsetzung des Mobilitätskonzeptes in Holzkirchen. In dem offenen Brief betont das Bündnis:

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Wir werten das Bürgervotum als Auftrag, uns auch weiterhin für eine naturverträgliche Verkehrsentlastung in Holzkirchen, Großhartpenning und allen Ortsteilen einzusetzen und machen deshalb weiter. Bündnis ‘Beste Gegend’

Das eindeutige Votum der Bürger sei dabei ein Auftrag der Wähler und Wählerinnen an die lokale Politik, für weniger innerörtlichen Verkehr zu sorgen. Die Eindeutigkeit des Entscheids freut dabei nicht nur das Bündnis. Auch Holzkirchens Bürgermeister, Christoph Schmid, betont: „Es hat mich sehr gefreut, dass das eine eindeutige Entscheidung war und die Wahlbeteiligung so hoch war.“

Doch der Politiker bemerkt ebenfalls: „Das war kein ‚Nein‘ für alle Straßen.“ Ein Straßenfetischist sei er jedoch nicht. Man arbeite nach wie vor konstant an dem Mobilitätskonzept und ergreife laufend Maßnahmen. In wenigen Tagen findet schließlich der nächste Orts- und Verkehrsplanungsausschuss in Holzkirchen statt. Für den verspricht der Bürgermeister einen Zwischenstand sowie einen Ausblick auf kommende Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Jedoch weiß Schmid:

Nicht jede Maßnahme ist umsetzbar. Christoph Schmid, 1. Bürgermeister von Holzkirchen

In Zukunft möchte Schmid die Mitglieder von Beste Gegend in die Verkehrs-Diskussion stärker einbinden. „Wir haben entsprechende Gremien, wo sie mitarbeiten können. Es ist mir immer lieber, wenn jemand mit am Spielfeld steht, als jemand, der am Rand Kommandos geben will.“

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