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Steigende Corona-Zahlen: Chefarzt der Notaufnahme gibt Einschätzung

Wie ist die aktuelle Lage im Krankenhaus Agatharied?

Von Laetitia Schwende

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Landkreis Miesbach steigt und damit gleichzeitig auch die Sorgen und Unsicherheiten. Doch wie sieht eigentlich die Situation im Krankenhaus Agatharied aus? Sind wir gut gerüstet? Wie hoch ist die Auslastung? Chefarzt der Zentralen Notaufnahme Dr. Steffen Herdtle nimmt Stellung.

Dr. Steffen Herdtle, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, im TS-Interview. / Quelle: KH Agatharied

Die Lage in Deutschland, insbesondere auch hier bei uns im Landkreis Miesbach, spitzt sich weiter zu. Aktuell liegt der Inzidenzwert bei 145, unsere Region wird als dunkelrot eingestuft. Innerhalb dieser Entwicklung stellt sich natürlich die Frage: Wie ist unser Landkreis gerüstet? Wie ist die aktuelle Lage im Krankenhaus Agatharied? Die Antworten gibt uns Dr. Steffen Herdtle, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, im TS-Interview.

Herr Dr. Herdtle, wie schätzen Sie aktuell die Lage im Krankenhaus Agatharied ein? Wie viele Corona-Fälle werden behandelt und betreut? 

Dr. Steffen Herdtle: Aktuell haben wir im Normalstationsbereich drei Corona-Fälle und auf der Intensivstation Null Fälle. Die Fälle, die wir haben, sind moderat. Nicht allzu schwer, aber eben auch nicht so, dass wir die Patienten wieder entlassen können. Über den Sommer hatten wir gar keine Patienten, es werden also definitv mehr, im Großen und Ganzen würde ich die Lage momentan aber noch als relativ entspannt bezeichnen. Allerdings kann sich das natürlich täglich ändern.

Wie viele Intensivbetten stehen zur Verfügung und könnte diese Kapazität noch erweitert werden?

Herdtle: Initial hatten wir 14 Intensivbetten, inzwischen sind es 26. Wir haben die Sommermonate natürlich genutzt, um uns auf die zweite Welle vorzubereiten. Wir haben auch davon profitiert, dass das Haus noch relativ jung ist, so konnten wir baulich schnell reagieren, da vieles schon in den Wänden vorinstalliert war.

Wurden – wie im Frühjahr – bereits OPs abgesagt, um Beatmungsgeräte bereithalten zu können?

Herdtle: Nein, dafür gibt es zurzeit keine Notwendigkeit, im Gegenteil. Im Frühjahr gab es viel Unsicherheit bei den Patienten, viele haben Krankenhäuser gemieden, deshalb gab es einen starken Aufschub von Operationen. Das hat sich aber glücklicherweise wieder gelegt.

Die Menschen fassen wieder mehr Vertrauen zum Gesundheitssystem.

Außerdem haben wir bisher viel Kapazität, der Bund hat uns weitere Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt.

Wie gut ist das Krankenhaus Agatharied Ihrer Einschätzung nach auf die „zweite Welle“ vorbereitet?

Herdtle: Wir können natürlich alle nicht in die Zukunft sehen und bleiben in Halbachtstellung, aber zum aktuellen Zeitpunkt sind wir sehr gut vorbereitet.

Nehmen wir auch Patienten aus anderen Ländern auf?

Herdtle: Nein das ist bisher nicht der Fall und auch noch nicht geplant.

Kann bereits jetzt ein Vergleich zur ersten Welle im Frühjahr gezogen werden?

Herdtle: Im Vergleich zum Frühjahr sehen wir, dass die Erkrankungsschwere deutlich abgenommen hat. Das spiegelt sich bundesweit in den Zahlen wider. Wir haben zwar hohe Zahlen, aber im stationären Bereich müssen wir viel weniger therapieren. Allgemein ist es aber wirklich schwer absehbar.

Man sieht natürlich, dass die Zahlen deutlich steigen, wir wissen allerdings nicht, wie es im Frühjahr gewesen wäre, hätte man damals bereits das gleiche Testengagement gehabt. Deutschlandweit ist einfach zu sehen, dass wir viele positive Testergebnisse haben, die Patienten aber nicht so schwer beeinträchtigt sind. Außerdem haben wir dazugelernt und sind vorbereitet.

Die ganzen Abläufe und Schutzmaßnahmen sind viel besser als im Frühjahr.

Vielen Dank für das Gespräch!


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