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Versicherungsexperte aus Holzkirchen gibt Tipps

Wie man Hochwasserschäden richtig versichert

Von Maximilian Liegl

Auch in diesem Jahr wurde das Oberland von einer Vielzahl an Wetterextremen heimgesucht. Starke Unwetter und Regenfälle blieben in Erinnerung. Wie man sich bei Unwetterschäden optimal absichert, erklärt der Holzkirchner Versicherungsexperte Andreas Hörtnagl.

Starke Regenfälle waren in diesem Sommer keine Seltenheit im Landkreis Miesbach.

Er ist vorbei, der Sommer 2017. Starkregen und Hochwasser waren keine Seltenheit. Doch was tun, wenn durch Unwetter Schäden am Eigenheim auftreten? Die normale Gebäudeversicherung deckt sowas oftmals nicht ab. Andreas Hörtnagl von der Versicherungskammer Bayern in Holzkirchen erklärt, worauf es beim Versicherungsschutz der eigenen vier Wände ankommt:

„Die Absicherung gegen Elementarschäden, also beispielsweise gegen Starkregen oder Hochwasser ist in vielen bestehenden Gebäudeversicherungen noch nicht enthalten. Dabei gehört sie wie der Schutz gegen Feuer- oder Leitungswasserschäden zu einer zeitgemäßen Versicherungslösung dazu. Um sich vor existenzbedrohenden Naturgefahren zu schützen, sollte jeder überprüfen, ob er den Baustein einer Elementarschadenversicherung in seinem Vertrag eingeschlossen hat.”

Doch das wissen viele nicht, sagt er. Und so komme das böse Erwachen, wenn Besitzer merken, dass sie im Schadensfall ohne finanzielle Absicherung dastehen. Aktuelle Statistiken würden bestätigen, dass inzwischen rund 30 Prozent der Wohngebäude in Bayern gegen Elementarschäden versichert seien. Und die Tendenz sei steigend, so Hörtnagl.

Freistaat stellt Staatshilfen ein

„Nach wie vor unterschätzen die meisten Hausbesitzer die Gefahr, Opfer von Starkregen oder Hochwasser zu werden. Eigentümer halten vor allem Feuer, Leitungswasserschäden, Sturm und Hagel für gefährlich. Nur zwölf Prozent sehen Überschwemmungen als Risiko. Dabei können Sturzfluten überall vorkommen“, ergänzt Dr. Inge Sommergut von der Versicherungskammer Bayern in München und beruft sich dabei auf eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens GfK aus dem Jahr 2016.

Die positive Nachricht: Inzwischen werden im Büro des Holzkirchners Hörtnagl rund 50 Prozent der Neuversicherungen mit zusätzlicher Elementarschadenversicherung abgeschlossen – ein bayernweiter Trend. Und der wird zukünftig noch wichtiger: Die von der Bayerischen Staatsregierung in der Vergangenheit gewährten Soforthilfen, die nur einen kleinen Teil des tatsächlich entstandenen Schadens abdecken, werden kraft Gesetz zum 1. Juli 2019 eingestellt, wenn die entstandenen Schäden versicherbar gewesen wären.

Holzkirchen ist günstige Gefahrengruppe

Auf Rückfrage begründet das bayerische Wirtschaftsministerium die neue Regelung damit, dass der Freistaat seine Bürgerinnen und Bürger künftig ermuntern möchte, sich selbst gegen Elementarschäden bei Naturkatastrophen zu versichern. Die Maßnahme soll dazu beitragen, den Haushalten die Notwendigkeit eines umfassenden Versicherungsschutzes bewusst zu machen.

Eine umfängliche Absicherung gegen Elementarschäden, darunter auch Erdbeben und Erdrutsche, gebe es für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bereits ab einem Jahresbeitrag von rund 100 Euro – abhängig von der Region. Laut Hörtnagl können Holzkirchner aufatmen: „Wir sind hier in einer relativ günstigen Gefahrengruppe. Das zeigt sich auch in den Beiträgen. Alles Weitere kann dann der Berater vor Ort im persönlichen Gespräch klären.“


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