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Gemeinde Gmund will Saufgelage am See verhindern

Wiese voller Müll, Scherben und Erbrochenem

Von Maxi Hartberger

Plastikmüll, leere Bierfalschen und Kästen – dieser Müll zierte vergangenes Wochenende die Wiese rund um den Pavillon in Seeglas. Nicht selten kommt es dort zu ausgelassenen Feiern, teils auch Saufgelagen. Die Gemeinde Gmund versucht, dagegen vorzugehen.

Kein schöner Anblick am nächsten Tag: Vergangenen Samstag lagen rund um den Pavillon in Seeglas Müll und Bierfalschen verteilt. / Quelle: Privat

Morgens, wenn alles ruhig ist, die Sonne aufgeht und der Tau noch auf den Wiesen glitzert, ist eine kleine Runde am See wohl der schönste Start in den Tag. Besonders beliebt in Gmund ist die Strecke von Seeglas Richtung Mangfallsteg.

Vergangenen Samstag hatte ein Leser bei genau solch einem Spaziergang allerdings wenig Grund zur Freude, denn rund um den Pavillon entdeckte er haufenweise Müll. Von Verpackungen über Plastik bis hin zu leeren Bierfalschen und Kästen lag alles ringsherum verteilt in der Wiese. Der Leser vermutet ein nächtliches Saufgelage – doch aufgeräumt hat wohl niemand:

Das ist einfach nur traurig! Wo ist hier die Ordnung?

Auch die Gemeinde Gmund ist sich über dieses Problem bewusst. Die augenscheinliche Feier am vergangenen Freitag wurde ihnen nicht gemeldet. Wer den Saustall verursacht hat, ist ebenfalls nicht bekannt. Andernfalls gäbe es als Konsequenz ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit.

Müll, Scherben und Erbrochenes

Doch wer räumt den Müll dann weg? „Hier kümmert sich die fleißige Bauhofmannschaft, dass möglichst zeitnah Hinterlassenschaften beseitigt werden“, erklärt Geschäftsleiter Florian Ruml. Insbesondere Glasfalschen und andere scharfe Gegenstände werden so schnell wie möglich von den Wiesen beseitigt – schließlich ist ein paar Meter weiter ein Spielplatz.

Dass in Seeglas immer wieder gefeiert wird, ist kein Geheimnis. „Hinterlassenschaften wie Müll, Scherben, leider auch Erbrochenes sind schon wiederholt vorgekommen“, so Ruml. Die Gemeinde rechne daher im Hinblick auf die anstehenden Sommermonate damit, dass es erneut zu „Verunreinigungen“ kommt. Doch Ruml betont:

Ein Sicherheitsunternehmen ist mit Kontrollen beauftragt. Wir haben auch die Polizei gebeten, zu kontrollieren. Übrigens bereits vor dem letzten Vorfall.

Für die Gemeinde ist es wichtig, klar zu stellen: „Man kann in der Seeuferanlage gerne seine Freizeit verbringen, aber ohne andere Personen zu behindern oder zu belästigen, ohne etwas zu beschädigen und zu verunreinigen.“ Um genau das zu verhindern, hatte Gmund im April 2021 eine neue Seeuferanlagensatzung verabschiedet.

Alkohol ja, aber keine Exzesse

Der Zweck der Regelungen ist in der Satzung folgendermaßen erklärt: „Die Seeuferanlage zwischen Seeglas und der Mangfallmündung mit ihren Grünflächen und Wegen erfüllt eine wichtige Erholungs- und Freizeitfunktion für unterschiedliche Nutzergruppen. Damit ist ein zunehmender, teilweise auch sehr starker Nutzungsdruck verbunden. Die Satzung dient dazu, den Erholungs- und Freizeitcharakter der Seeuferanlage zu sichern und unterschiedliche, teils widerstreitende Nutzerinteressen einem gemeinwohlverträglichen Gesamtausgleich zuzuführen.“

Geschäftsleiter Ruml betont in diesem Zusammenhang: „Wichtig ist der Gemeinde also, den verschiedenen Interessen der Nutzer gerecht zu werden und dabei Konflikte zwischen den Nutzern und Nutzungsinteressen zu vermeiden.“ Das heißt auch:

Es gibt kein generelles Alkoholverbot, aber eine Einschränkung. Die Flasche Bier zum Picknick oder der abendliche Piccolo sind nach wie vor erlaubt. Denn das ist auch ohne Exzesse und ohne eine Verunreinigung des Umfeldes möglich.

Nicht erlaubt sei laut Ruml hingegen das explizite „Niederlassen zum Alkoholgenuss“, das heißt, wenn der Verzehr von Alkohol der erkennbare Hauptzweck ist. Gelage mit Bierkästen und Fässern mit der Motivation, sich zu betrinken, seien durch die neue Verordnung seit letztem Jahr verboten. (Hier geht es zur Seeuferanlagensatzung)

Ruml betont abschließend: „Das Problem ist nicht das Trinken, sondern die Begleiterscheinungen im Verhalten, wenn man es übertreibt. Leider gibt es hier, wie in den anderen Lebensbereichen auch, Menschen, die sich nicht an Regeln halten wollen.“


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