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Wasser statt Chemiebombe zur Unkrautvernichtung

Wiessee macht‘s im BR vor

Der Landkreis Miesbach will ein Zeichen setzen und künftig auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Doch Wiessee hat hier eine Vorreiterrolle. Bereits vor sechs Jahren wurde Glyphosat verbannt, wie die Abendschau am Montagabend eindrucksvoll belegte.

Zum Beitrag des BR auf das Bild oder den untenstehenden Link klicken / Quelle: BR

Mit der handelsüblichen Kehrmaschine wird an der Wiesseer Seepromenade nicht Laub eingesammelt, sondern mit einem anmontierten Vorbau auch Unkraut vernichtet. Und zwar nicht mit Pflanzenschutzmittel, so der Bericht der gestrigen Abendschau, sondern mit Wasser. In dem BR-Beitrag „Keine Macht dem Unkraut“ wird demonstriert, dass allein kochend heißes Wasser ohne Zusätze genügt, um das unerwünschte Grün zwischen den Ritzen zu entfernen.

„Das etwa 100 Grad heiße Wasser wird auf die Pflanzen ausgebracht, es sickert in den Boden ein und schädigt die Zellstruktur der Wurzeln. Je nach Lage ist dies drei- bis fünfmal jährlich notwendig“, erklärte Franz Höhensteiger von der Pro Communo AG. „Das kann jeder zu Hause mit dem Wasserkocher ausprobieren“, so der Experte.

Nur beim Löwenzahn wird es schwierig, weil der so tiefe Wurzeln hat. Aber da hat sogar Glyphosat Probleme.

Höhensteiger arbeitet für eine Tochterfirma des Maschinenrings, die für rund 30 Kommunen in Bayern mit der Heißwasser-Methode auf Unkrautjagd geht. Bereits vor sechs Jahren hat sich Bad Wiessee für diese aufwändigere Art der Unkrautbeseitigung entschieden. Nicht nur der Umwelt zuliebe, wie Bürgermeister Peter Höß erklärt, „sondern auch wegen der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern des Bauhofs“, schließlich sei Glyphosat äußerst umstritten.

Landratsamt gegen Glyphosat

Deswegen vertraue man auf die Wirkung des heißen Wassers, das mit einem High-Tech-Gerät ausgesprüht wird. Patentierte Sensorik sorgt dafür, dass immer nur dort besprüht wird, wo eine Pflanze zwischen den Steinen zum Vorschein kommt. Das Gerät sei bisher einzigartig in Süddeutschland und werde vom örtlichen Maschinenring vermietet.

Dieses Gerät arbeitet nur mit kochendem Wasser / Quelle: pro communo AG

Vielleicht auch bald an den Landkreis Miesbach, der Interesse an dem Gerät zeigt, wie Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) bereits vor Wochen bestätigte. Denn für ihn gelte nun, dass auf den Liegenschaften des Landkreises kein Unkrautvernichtungsmittel mehr eingesetzt wird, so Rzehak in einem Beitrag der Tegernseer Stimme. Gestern erklärte er im BR:

Es geht um den Schutz unserer Böden und des Grundwassers. Deswegen ist das mit Blick auf unsere Nachkommen mehr als symbolhaft. Es ist ein Zeichen nach außen und innen, dass wir keine Pflanzenschutzmittel brauchen.

Damit meint der Landrat beispielsweise Grünflächen des Krankenhauses Agatharied oder des Seniorenzentrums Schwaighof in Tegernsee. Dort wird nun ausschließlich auf umweltschonende Unkrautbekämpfung gesetzt. Sie ist nicht ganz billig. Bis zu 10.000 Euro kann dies eine Gemeinde im Jahr kosten.

Diese Erfahrung macht Prien am Chiemsee. Deshalb gebe es dort Überlegungen, sich mit zwei Nachbargemeinden ein eigenes Heißwasserfahrzeug zuzulegen. Das kann bis zu 250 000 Euro kosten. Die Alternativen zum Heißwasser: Gas- und Bunsenbrenner, Infrarot-Wärmestrahlen und Unkrautbürsten. Oder die jätende Hand der Bauhof-Mitarbeiter. Vielleicht macht dieses Beispiel in Bernau auch bei den fünf Talgemeinden bald Schule.


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