Wiessee startet Klima-Initiative für Bürger

von Sabiene Hemkes

Seit zwölf Jahren gibt es die Klimainitiative im Landkreis. 2035 sollen alle Gemeinden im Landkreis klimaneutral sein. In der Theorie. In Bad Wiessee geht man daher neue Wege.

Wie man sieht – sieht man nichts. Nur wenige Dächer der westlichen Seegemeinde sind mit Solarpaneelen bestückt. / Quelle: Redaktion

Der Landkreis Miesbach hat sich vor einem Jahrzehnt ehrgeizige Ziele zum Erreichen der CO₂-Neutralität gesteckt. Das Ziel sollte bis zum Jahr 2035 erreicht werden. Nur passiert ist leider noch recht wenig. So sind nur knapp acht Prozent der im Solar-Kataster als geeignete Flächen eingestufte Dächer mit einer Photovoltaikanlage besetzt. Da bleibt deutlich Luft nach oben. Das sehen die Räte in Bad Wiessee ähnlich.

Deshalb wurde vom Rathaus am vergangenen Dienstag ein Antrag der Task-Force-Energie eingebracht. Die Gemeinde will 100.000 Euro aus dem Haushalt des Jahres 2023 für ein PV-Förderprogramm freigeben. Jeder Bürger der Gemeinde, so Geschäftsleiter Hilmar Danziger, habe die Möglichkeit einen solchen Antrag zu stellen. Dabei belaufe sich die individuelle Förderhöhe auf maximal 3.000 €. Dieses Förderangebot wende sich sowohl an Eigenheimbesitzer als auch an Besitzer von Mehrfamilienhäusern im Ortsgebiet. Auch wenn die Förderung nur Menschen mit Erstwohnsitz in der Gemeinde gelte, sei es auch möglich, die Förderung für Häuser zu erhalten, in denen sowohl Erst- als auch Zweitwohnsitzler leben.

Bürgermeister Robert Kühn (SPD) will mit seiner Gemeinde zu einem Vorreiter auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien im Tal werden. Das macht der Bürgermeister wieder einmal deutlich – schränkt jedoch gleich wieder ein:

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Wir müssen unser Ziel der Klimaneutralität in Einklang mit der Natur – unseren Wiesen, Wäldern und Bergen – erreichen.Robert Kühn (SPD), Bürgermeister Bad Wiessee – 22.11.2022

Kühn sieht gegenwärtig das größte Potenzial für einen Ausbau der Versorgung mit regenerativer Energie auf den Dächern seines Ortes. “Da ist noch viel Platz für Solaranlagen”, erklärt der Gemeindechef weiter. Deshalb liege auf dem kommunalen Förderprogramm für private PV-Anlagen gerade die Priorität in seinen Augen. Bis zu 140 Tonnen CO₂ ließe sich allein durch eine optimale Ausnutzung der Dächer in Bad Wiessee einsparen, rechnet Kühn den Räten vor.

Der Vorschlag wird von den Gemeinderatsmitgliedern sehr positiv aufgenommen. Peter Kathan (CSU) schlug in seiner Wortmeldung vor, die Vergabe der Fördermittel von dem gleichzeitigen Einbau von Speichermedien abhängig zu machen. Was jedoch Johannes von Miller (Grüne) als kontraproduktiv, da zu kostenintensiv bezeichnet. “Eine Solaranlage mit effizienten Speichern kann leicht zu Kosten von bis zu 50.000 Euro führen.”

In der Diskussion unterstützt Florian Sareiter, Fraktionsvorsitzende der CSU im Gemeinderat, den Vorschlag seines Parteikollegen Kathans. Sareiter hat der Idee der Task Force “prinzipiell nichts entgegenzusetzen”. Der CSU-Fraktionsführer sagt aber auch: “Da kann noch mehr passieren”. Die Anstrengungen, auch in Anbetracht der schwierigen Lage der Gemeinde, sollten effektiver sein. Um im folgenden Satz überraschend anzukündigen:

Wir von der CSU werden in der nächsten Sitzung eine Planung für einen Solarpark präsentieren.Florian Sareiter (CSU), Fraktionsführer Gemeinderat Bad Wiessee – 22.11.2022

Erst einmal hat sich der Rat mehrheitlich in der Sitzung darauf geeinigt, das kommunale Förderprogramm mit einem Volumen von 100.000 Euro in den Haushalt 2023 aufzunehmen. Sollte dieser rechtskräftig werden, können sich die Bürger der westlichen Seegemeinde auf die finanzielle Unterstützung bei dem Bau von PV-Anlagen freuen.

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