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„Das Jodschwefelbad gehört den Wiesseern”

Von Martin

Kaum ein Platz blieb frei im „Hotel zur Post“. Über 300 Zuhörer, darunter auch der komplette Gemeinderat und TTT-Chef Georg Overs waren am gestrigen Abend zur Wiesseer Bürgerversammlung gekommen.

Nach einer Zusammenfassung von Bürgermeister Peter Höß über die Geschehnisse des zu Ende gehenden Jahres, stand vor allem der baldige Kauf des Jodschwefelbad-Areals und der dazugehörigen Jodschwefelquellrechte durch die Gemeinde im Mittelpunkt.

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„Die Anwälte besprechen noch letzte Details, bevor in den nächsten Wochen die Kaufverträge unterzeichnet werden“, machte Höß klar.

Bei der Wiesseer Bürgerversammlung am 17. November

„Das Jodschwefelbad war bis jetzt in den Köpfen vieler

„Das Jodschwefelbad war bis jetzt in den Köpfen vieler wie holländischer Boden auf Wiesseer Grund“, so der Bürgermeister weiter, der insbesondere die Chancen durch den Kauf des Jodschwefelbads (JSB) für den Ort herausstellte. Chancen, die es nun zu nutzen gilt.

Laut Höß kann die Gemeinde Bad Wiessee mit dem Kauf des JSB heute die Weichen für morgen stellen. Dabei ist Höß die „hohe finanzielle Belastung“ für den Ort “durchaus bewusst”. Zusätzliche 12 Millionen werden die Kasse des Gemeindekämmerers demnächst belasten. Der Gesamtschuldenstand beläuft sich dann auf rund 38 Millionen Euro. Und damit laut Berechnungen der Wiesseer CSU auf 8.225 Euro pro Bürger. Eine Pro-Kopf-Verschuldung die bayernweit mit an der Spitze liegt.

Kauf ist finanzieller Kraftakt. Gegenfinanzierung durch Grundstücksverkäufe

„Es ist ein wirtschaftlich günstiger Zeitpunkt für diesen finanziellen Kraftakt. Die Kreditzinsen auf dem Markt sind niedrig und durch den Kauf entsteht auch ein immenser Gegenwert“, so Höß weiter. 100.000 Quadratmeter Gesamtfläche. Rund 50.000 Quadratmeter Bauland. Darunter „Filetstücke“ in Seelage.

Mögliche Dritte Käufer hätten die besten Grundstücke zuerst bebaut und der Gemeinde Pläne diktiert und dann erst an den Betrieb des Jodschwefelbads und die restlichen Flächen gedacht, macht der Bürgermeister klar. „Den holländischen Besitzern war auch deswegen die Gemeinde der liebste Käufer.

Die Gemeinde ist nun in der Planungsphase federführend involviert. Was nach Meinung des gesamten Gemeinderates immer oberste Prämisse hatte. ´

Bei der Gegenfinanzierung stehen der Gemeinde verschiedene Grundstücke zur Verfügung, die in der Vergangenheit erworben, heute als Rücklage dienen. Darunter ein 6.000 Quadratmeter großes Areal am Quercherfeld sowie beispielsweise weitere Objekte in der Sanktjohanserstraße und am Bergerweg.

„Durch diese Grundstücksverkäufe können bei einem angenommenen Quadratmeterpreis von etwa 360 Euro rund 6 Millionen Euro erzielt werden“, schätzt Höß, ohne dabei den Verkauf des alten Spielbankgeländes mitzurechnen.

Dort hatte die Gemeinde bereits einen Verkaufserlös von 4,3 Millionen Euro in die Berechnungen einkalkuliert. Das scheiterte jedoch daran, dass die Grünwalder Firma RDR das direkt daneben liegende Lederergrundstück erwarb. „Die Sache ist extrem unglücklich verlaufen und Schuld an der schwierigen Situation hat eine unglücklich agierende Maklerin und nicht die Gemeinde.” so Höß, der andeutete, dass man demnächst mit der Firma RDR Kontakt aufnehmen wird.

Jodschwefelbad-Areal wird in Erbbaurecht übertragen

Der Grund des JSB-Areal soll darüber hinaus nicht etwa verkauft werden. Hier will die Gemeinde von einem gängiges Finanzierungsmodell gebrauch machen und Investoren die Grundstücke in Erbbaurecht über beispielsweise 30 Jahren übertragen.

„Bei einer Fläche von 25.000 Quadratmetern und einem zugrundeliegenden und konservativ angesetzten Preis von 300 Euro pro Quadratmeter, einem Erbbauzins von 3 Prozent kann die Gemeinde pro Jahr 225.000 Euro erwirtschaften“, rechnet Peter Höß vor.

Auf dem JSB-Areal soll laut den Vorstellungen des Gemeinderats ein medizinisch ausgelegtes Hotel entstehen, dass dem Ort wieder zusätzliche Übernachtungen bringen soll. Anfragen und Interessenten hierfür stünden laut Höß „in den Startlöchern.

Auch das Problem Badepark muss angepackt werden

In Kürze wird es zum Thema Jodschwefelbad eine Investorenkonferenz geben, bei der alle Investoren ihre Plane vorstellen können. Daraufhin soll der Gemeinderat dann das für den Ort am besten passende Konzept auswählen.

Ziel der Gemeinde ist es auch, dass der defizitär laufende Betrieb des JSB und des Badeparks wieder schwarze Zahlen schreiben. Derzeit belasten die beiden Einrichtungen die Gemeindekasse Jahr für Jahr mit rund 900.000 Euro. Eine Summe, die es unbedingt zu reduzieren gilt. Denn auch so schon ist der Gemeindehaushalt bis zum Anschlag belastet.


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