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Bad Wiessee

Millionen-Defizit bei Kurverwaltung

Die Bilanz der Wiesseer Kurverwaltung hat es in sich: Über drei Millionen Euro Jahresverlust stehen für 2015 zu Buche. Vor allem die Planungen für das neue Jodbad reißen ein Loch in den Gemeindehaushalt.

Der Ersatz des Jodschwefelbades kostet viel Geld. So wie gesamte Kurverwaltung von Bad Wiessee.

Das Papier, das Kämmerer Franz Ströbel mit einem Overhead-Projektor im Wiesseer Gemeinderat an die Wand warf, kam zwar unscheinbar daher, aber es war deutlich genug. Denn es verriet, welche Summen in etwa bereits 2015 für den Ersatz des Jodschwefelbades ausgegeben wurden. Die Kosten für Architekten und Rechtsanwälte werden laut Ströbel als „Abschreibungen und Finanzanlagen“ erfasst, die über 1,3 Millionen Euro verschlangen.

Darunter seien aber auch die Kosten der Jod- und Schwefelbad Bad Wiessee GmbH, des Gesundheitszentrums Jodschwefelbad GmbH, der Jodschwefelbad Bad Wiessee Holding GmbH, der Jungbrunnen Holding KG und die Jungbrunnen GmbH. Weitere 1,7 Millionen Euro hätten andere Bereiche der gemeindlichen Kurverwaltung gekostet. Darunter der Bade- und Tennispark, das Hotel Post, das Kuramt, die Kurmusik sowie der Freizeitpark am Sportplatz. Sie machten laut Kämmerer Ströbel im Jahr 2015 einen Verlust von zusammen über drei Millionen Euro. Doch Ströbel zeigte sich zuversichtlich, dass es einen Verlust „in dieser Höhe nicht mehr geben wird“. Ursache sei die „ganze Finanzierung des Jodbades“.

Ich rechne damit, dass sich dieser Verlust in den nächsten sechs bis sieben Jahren auf 2 bis 2,5 Millionen Euro einpendeln wird. Je nachdem, wie sich das neue Jodbad entwickelt.

 

Positive Zahlen erst nach 2018

Die positiven Zahlen kämen erst nach dem Jahr 2018 zum Tragen, hofft nun Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Das derzeitige Minus von drei Millionen Euro bei der Kurverwaltung werde aus dem Haushalt der Gemeinde durch Verrechnung und Verbindlichkeiten ausgeglichen. Dazu gehören die Einnahmen aus den Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen mit etwa zwei Millionen, machte Klaudia Martini (SPD) die Gegenrechnung auf.

Faktisch ist der Verlust nur eine Million Euro hoch.

Tatsächlich aber waren es nur 1,5 Millionen Euro, die der Fremdenverkehrsbeitrag in die Gemeindekasse spülte. Diese Zahl nannte Ströbel bei der Vorstellung des Rechenschaftsberichts für 2015 im Juli vergangenen Jahres. Damit dürfte der tatsächliche Verlust bei 1,5 Millionen Euro liegen. Rechtlich sei es gar nicht zulässig, so Martini weiter, mit dem Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag Gewinne zu erzielen. Mehreinnahmen täten der Gemeinde aber gut, bei einem Schuldenstand von etwa 27 Millionen Euro. „Mit dem neuen Jodschwefelbad werden wir die gegenwärtigen Defizite schrittweise reduzieren und gleichzeitig für nachhaltige Wertschöpfung in Bad Wiessee sorgen“, sagte Höß kürzlich im TS-Interview.


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