Wiesseer Trinkwasser wird ein bisschen teurer

Spätestens 2022 soll der Prinzenruh-Hochbehälter für 1,5 Millionen Euro erneuert werden. Aber trotz der teuren Investition steigt der Preis fürs Wasser in den nächsten vier Jahren nur um 2 Cent. Ein Rechenkunststück eines Straubinger Fachbüros.

Er hat bald ausgedient. 2022 soll der Wasserhochbehälter durch einen Neubau ersetzt werden / Quelle: Klaus Wiendl

Er steht auf 833 Metern Höhe und ist nur über den Wiesseer Höhenweg erreichbar. Doch er ist in die Jahre gekommen, der Hochbehälter aus dem Jahr 1961. Bislang waren andere Projekte im Ort vordringlicher, sagte jüngst Kämmerer Franz Ströbel im Gemeinderat. „Doch jetzt müssen wir was machen“. Zumal auch die Wassergebühr laut Satzung immer für vier Jahre kalkuliert werden müsse, da „die Wasserversorgung eine kostendeckende Einrichtung ist“. Zwar seien andere Projekte für die Gemeinde im Ort vordringlicher gewesen, „doch jetzt müssen wir was machen“.

Dem Gemeinderat lagen zwei Modelle zur Finanzierung des Hochbehälters vor. Laut Betriebswirtin Bettina Listl aus Straubing von der Kommunalberatung Hurzlmeier GmbH, soll der Neubau über der Prinzenruh gut 1,5 Millionen Euro Kosten und im Jahr 2022 begonnen werden. Dann hat er 60 Jahre seinen Dienst getan, wenn auch nur noch teilweise, wie Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) die Dringlichkeit unterstrich. „Wenn wir ihn nicht bauen würden, müssten wir mit dem Wasserpreis runtergehen. Wir können uns aber glücklich schätzen, dass die Situation so ist, wie sie ist“. Und die zeigte anschaulich Listl, wie sich die Wassergebühr zusammensetzt. Da ist die Rede von „Globalberechnung und Gebührenbedarfsberechnung sowie Vergleichsberechnung“. Mit langen Zahlenkolonnen präsentierte Listl die Bemessungsunterschiede zwischen Geschoß- und Grundstücksflächen.

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Günstiger Wasserpreis und “hervorragende” Qualität

Diese seien letztmalig im Jahr 2002 bei der Berechnung berücksichtigt worden. „So ergibt sich im Vergleich zu damals eine Erhöhung des Zuschlages für die Grundstücksfläche und eine Verringerung des Zuschlages für die Geschossfläche“. Bei der Nachkalkulation der Jahre 2015 bis 2018 sei festgestellt worden, dass in diesem Zeitraum die Wassergebühr pro Jahr mit 130.000 Euro zu hoch angesetzt wurde, so Betriebswirtin Listl.

Dieses Guthaben von über einer halben Million Euro will die Gemeinde nun mit den Neubaukosten des Hochbehälters verrechnen. Diesem Umstand sei es zu verdanken, dass die Wassergebühr rückwirkend ab 2019 bis 2022 nur um 2 Cent auf insgesamt 1.32 Euro angehoben werden soll. „Wenn der Bau des Hochbehälters 2 Cent pro Kubikmeter mehr ausmacht, bedarf es eigentlich keiner langen Diskussion“, erklärte der Rathauschef, denn der Ort könne über das „hochqualitative Wasser sehr dankbar“ sein.

Der Hochbehälter steht über der Prinzenruh und versorgt Wiessee mit nitratfreiem Trinkwasser / Quelle: Klaus Wiendl

„Wir haben in kommunaler Hand eine hervorragende Wasserversorgung“, ergänzte Klaudia Martini (SPD), „das wird hoffentlich auf Ewigkeit so bleiben“. Bei diesem geringen Preis von 1,32 Euro pro 1.000 Liter nitratfreies Wasser „braucht man keine Kästen mit Sprudelwasser kaufen“. Wegen seiner Verordnung sei das Trinkwasser das bestkontrollierte Nahrungsmittel.

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