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Unterschriften-Aktion und Offener Brief

Wiesseer Vermieter machen Front gegen Erhöhung der Kurtaxe

Wie berichtet, drohen die Vermieter in Bad Wiessee mit Widerstand. Sie laufen Sturm gegen die drastische Erhöhung des Kurbeitrags von 2 auf 3,30 Euro. Der Kur- und Verkehrsverein prangert in einem Offenen Brief die „fatale Außenwirkung“ an.

Die Erhöhung der Wiesseer Kurtaxe hat jetzt Folgen – die Vermieter wehren sich

Mit knapper Mehrheit nach kontroverser Diskussion hatte der Gemeinderat im Februar die Erhöhung der Kurtaxe beschlossen. Sie soll von 2 auf 3,30 Euro steigen. Dies hatte Folgen. Bereits vergangene Woche empörten sich die Teilnehmer einer Vermieter-Versammlung des Kur- und Verkehrsvereins über den Alleingang von Wiessee. Nun erreichte den amtierenden Bürgermeister Robert Huber und die Gemeinderäte ein Offener Brief.

Darin machen die Vermieter für sich geltend, eine der „wichtigsten Glieder in der Tourismus-Kette“ zu sein. „Ohne uns Gastgeber gibt es keine Gäste“. Deshalb seien sie „enttäuscht“, bei dieser wichtigen Entscheidung „außen vor gelassen zu sein“. Sie beklagen auch, dass Huber zu keinem „klärenden Gespräch bereit“ sei. Dies zeuge von einer „fehlenden Wertschätzung der Gastgeber“, schreibt der Vorstand des Vereins.

Bad Wiessee erleide Nachteile durch den Alleingang

In der touristischen Region versuche man seit Jahren mit einem einheitlichen Erscheinungsbild aufzutreten. „Ist Ihnen als Gemeindevertreter eigentlich klar, wie touristische Zielentscheidungen von Gästen getroffen werden?“, fragen sie. Mit dieser Entscheidung würde Bad Wiessee jedenfalls schlechter gestellt werden als die übrigen Gemeinden und „den Talgedanken bewusst mit Füßen treten“. Es werde sich zeigen, wie groß dort dann die Bereitschaft sei, einen Partner zu unterstützen, der sich selbst nicht partnerschaftlich verhalte.

Bereits vergangene Woche gab es enormen Zuspruch für den Wiesseer Kur- und Verkehrsverein im Poststüberl / Foto: Klaus Wiendl

„In dem gefallenen Beschluss wird der Gast als Kostenfaktor gesehen“. Die Wertschöpfung durch ihn werde völlig außen vor gelassen. „Gewerbesteuer und Fremdenverkehrsabgabe kommen in der Begründung nicht vor“. Auch das Geld, das der Gast ausgebe, werde gar nicht erwähnt. „Die Außenwirkung ist fatal“, da die Gäste am Tal interessiert und informiert seien.

Ins Stammbuch schreiben die Verfasser dem Gemeinderat, dass die Kurtaxe ausschließlich dem Erscheinungsbild des Ortes diene, dem Blumenschmuck, der Erhaltung der Wege, den Kulturveranstaltungen, der Pflege von öffentlichen Toiletten und dem kostenlosen Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel.

Kurtaxen-Erhöhung trotz Riesenbaustellen

Nicht „wirklich Gedanken gemacht“ habe man sich im Gemeinderat über die Höhe der Anhebung auf 65 Prozent. 1,30 Euro höre sich nicht viel an. Aber gemessen am Bierpreis vom Bräustüberl würde ein Erhöhung von 65 Prozent statt bisher 2,85 Euro dann 4,70 Euro ergeben. „Das zahlt keiner“.

Daher bitte man „herzlich“, diesen Beschluss zu überdenken und „einen neuerlichen Antrag im Sinne der Gastgeber auf alle Fälle zu unterstützen“. Diesen hatte in der Versammlung CSU-Fraktionssprecher Kurt Sareiter bereits angekündigt. Im April soll der Antrag auf die Tagesordnung kommen.

Eine Erhöhung der Kurtaxe dürfe talweit kommen, so die Gastgeber. Aber in moderaten Stufen „und erst dann, wenn unser Ort sich wieder präsentieren kann“.


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