Dieser Masterplan soll Investoren für die neue Therme begeistern
Wiessees Konzept für eine goldene Zukunft

von Christopher Horn

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Mit dem Jod-Schwefelbad-Areal haben die Verantwortlichen in Bad Wiessee bekanntlich Großes vor. Geplant ist ein Thermenkomplex mit Hotel und Gesundheitszentrum. Über 100 Millionen Euro soll das Investitionsvolumen betragen. Wie berichtet, tritt die Gemeinden nun an Investoren heran und hat dafür eine Art Informationsblatt erarbeitet. Wir haben uns das Eckpunktepapier ausführlich angeschaut. Zum ersten Mal sind die Dimensionen des Vorhabens auch bildlich dargestellt.

Überregionaler Anziehungspunkt

Über die Zukunft des Jod-Schwefelbades und den aktuellen Stand der Planungen informierte Bürgermeister Peter Höß die Öffentlichkeit Ende Juli. Nun ist die Investorensuche für das Vorhaben bereits in vollem Gange. Das bestätigte der Wiesseer Bürgermeister vor rund einer Woche im Gemeinderat.

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Demnach hat sich das Gremium in einer nichtöffentlichen Sitzung Ende August auf ein Eckpunktepapier verständigt, das potenziellen Investoren das Projekt schmackhaft machen soll. Darin sind wesentliche Punkte zur Entwicklung des Areals festgehalten. Darunter auch eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Elemente des Projekts. Neben der Therme sind ein großes Hotel sowie ein Gesundheitszentrum geplant. Dazu heißt es im sogenannten Fact Sheet:

Die Gemeinde Bad Wiessee plant, das Areal des bestehenden Jod- und Schwefelbades in zentraler Lage der Gemeinde neu zu ordnen und zu einem überregionalen Anziehungspunkt mit den Schwerpunkten Gesundheit, Wellness, Freizeit und Tourismus zu entwickeln.

Hierzu sollen ein oder mehrere private Investoren in den nächsten Jahren Gebäude für die unterschiedlichen Nutzungen errichten und auf eigene Rechnung nutzen. Mit dem Eckpunktepapier will die Gemeinde den Investoren die Rahmenbedingungen des Projekts genauer erläutern und ihnen ergänzende Informationen liefern. Dabei möchten die Wiesseer Verantwortlichen das Projekt am liebsten einem einzigen Investor an die Hand geben.

„Der aktuelle Gebäudebestand des Jod- und Schwefelbades soll – mit Ausnahme einzelner, denkmalgeschützter Bauten – im Zuge der Entwicklung des Areals durch Neubauten ersetzt werden“, so der Plan der Gemeinde. Die weiteren auf dem Gelände befindlichen Gebäude, die Tennisplätze mitsamt Halle, sowie die Anlagen des Badeparks nördlich der Wilhelminastraße werden abgerissen. Auf die unter Quellenschutz stehenden Wilhelmina- und Adrianus-Quellen müsse dabei besondere Rücksicht genommen werden.

Medizinisches Zentrum und Therme

Im Nordwesten des Areals soll, wie bereits bekannt ist, ein medizinisches Zentrum mit einer Geschossfläche von circa 2.800 Quadratmetern entstehen. Dessen Kern wird das Jod-Schwefelbad mit einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern sein. Dieses soll von der inzwischen gegründeten Betriebsgesellschaft langfristig angemietet werden. Für die restliche Fläche ist eine sportmedizinische Einrichtung mit ärztlichen und therapeutischen Angeboten angedacht.

Im medizinischen Zentrum soll es verschiedene Behandlungsangebote geben
Im medizinischen Zentrum soll es dann verschiedene Behandlungsangebote geben. Bild: Gemeinde Bad Wiessee

Neben dem medizinischen Badebetrieb soll im zentralen Bereich des Areals eine „moderne Therme mit Freizeit- und Wellness-orientierter Nutzung“ entstehen. Diese soll später zusammen mit weiteren Außenanlagen das Herzstück der gesamten Anlage bilden.

„Die Therme soll so gestaltet werden, dass sie ein Alleinstellungsmerkmal im Tegernseer Tal darstellt“, betonen die Wiesseer im Eckpunktepapier. Dadurch erhoffe man sich auch eine deutliche Steigerung der Übernachtungszahlen, heißt es in dem Schreiben weiter.

Ein Hotel und Wohnungen

Nördlich der Therme soll ein Hotel der gehobenen Klasse mit rund 150 Zimmern und Gastronomiebereichen auf einer Fläche von etwa 11.800 Quadratmetern entstehen. Dort wird auch die Unterbringung der Patienten aus dem medizinischen Zentrums erfolgen. Zudem will man einen Teil des medizinischen Zentrums an ärztliche und therapeutische Einrichtungen vermieten. Das Hotel ist zur einen Seite zum See und zur anderen Seite zu den Bergen orientiert und soll direkt mit der geplanten Therme und der Wandelhalle verbunden sein. „Die Halle und der Theatersaal können so für Veranstaltungen, Events und Tagungen genutzt werden.“

Neben der touristischen und medizinischen Nutzung sind an den nördlichen und südlichen Randbereichen des Areals auch Gebäude für gehobenes Wohnen gedacht. Insgesamt 12.200 Quadratmeter stehen dafür zur Verfügung. Im nördlichen Bereich ist alternativ zur Wohnnutzung auch eine ergänzende Hotelnutzung möglich. Nördlich des Hotels und der Therme ist die Errichtung einer Tiefgarage mit rund 350 Stellplätzen geplant. Nach derzeitigem Stand sind die Parkplätze aber nicht für die Öffentlichkeit gedacht.

So könnte das gesamte Areal einmal aussehen
So könnte das gesamte Areal einmal aussehen

Wie berichtet, wird es im Zuge der Entwicklung des Areals auch ein neues Verkehrskonzept geben. Dieses sieht eine Erschließung des Areals von Nordwesten über die Anton-von-Rieppel-Straße und den westlichen Teil der Wilhelminastraße direkt zu der künftigen Tiefgaragenabfahrt vor.

Die Wilhelminastraße wird im östlichen Bereich zurückgebaut und dem Hotelareal und der Wohnbebauung zugeordnet. Auch die heute breit ausgebaute Adrian-Stoop-Straße soll nur noch bis zum letzten Haus vor der Wiese südlich des Hotels Terrassenhof geführt werden und hier enden. Dadurch wird eine ungehinderte Fußwegverbindung zwischen der Terrasse, der Wandelhalle und dem Seeufer möglich.

So sehen die nächsten Schritte aus

Der im Auftrag der Gemeinde erstellte Masterplan ist Grundlage für die weitere Planung. Jetzt will die Gemeine die Resonanz möglicher Investoren abwarten und dann den Plan wenn nötig noch weiter konkretisieren. Dazu Bürgermeister Peter Höß vergangene Woche im Gemeinderat

Das Papier hat bereits das Interesse einiger Investoren geweckt. Es wird regelmäßig bei uns angefordert.

Eine erste Zwischenbilanz darüber, wie viele Interessenten sich bei der Gemeinde gemeldet haben, will man Ende Oktober ziehen. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wird das Konzept im Folgenden weiterentwickelt. Der Aufstellungsbeschluss soll noch im Jahr 2013 gefasst werden. Zudem wollen die Wiesseer Verantwortlichen noch in diesem Jahr entscheiden, ob sie das Projekt an einen oder mehrere Investoren vergeben. Der Baubeginn ist für 2015 geplant, bis 2017 soll alles fertig sein.

Bildrechte: Gemeinde Bad Wiessee

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