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Bauarbeiten bringen Gewässer ans Tageslicht

Wiessees “unbekannter” Wildbach

Man sieht ihn kaum und doch ist er nun im Weg: der Heissenbach. Er fließt durch die Ortsmitte von Bad Wiessee – allerdings unterirdisch in Rohren. Da er aber durch Haslbergers Besitz führt, soll er jetzt wieder ans Tageslicht kommen.

In der Nähe des Eisplatzes verschwindet der Heissenbach unter der Erde...
In der Nähe des Eisplatzes verschwindet der Heissenbach unter der Erde…

Der Freisinger Baustoffunternehmer Franz Josef Haslberger will das Gebäude mit den Niederstubn in der Ortsmitte von Grund auf sanieren, mit größeren Toilettenräumen im Untergeschoß. Doch dafür ist ihm nun der Heissenbach im Weg, der in Rohren durch seine Immobilie fließt.

Und dies schon seit über 60 Jahren, wie Bauamtsleiter Helmut Köckeis erklärt. „Bei dem Bauantrag von Herrn Haslberger zur Umgestaltung des Gebäudekomplexes mit der Wirtschaft hat sich herausgestellt, dass darunter seit vielen Jahren der Heissenbach verläuft“, so Köckeis. Da auch die Gemeinde Anfang Mai mit der Umgestaltung des Lindenplatzes beginne, werde im Zuge dieser Baumaßnahme der unterirdische Heissenbach aus dem privaten Grund von Herrn Haslberger herausgenommen und in die öffentliche Verkehrsfläche umverlegt.

„Ausgebauter Wildbach“ in Rohren

Vieles soll sich am Lindenplatz demnächst ändern, darunter ist auch eine Fahrbahnteilung mit einer Querungshilfe für Fußgänger. Nicht nur eine optische Verschönerung des Ortskerns soll mit diesen Baumaßnahmen erreicht werden, sondern auch eine Verbesserung des Verkehrsflusses: Weniger Stau und optimaler Verkehr sind die Ziele.

Die Umgestaltung des Ortskerns wird die Gemeinde rund eine Millionen Euro kosten. Bereits im November 2014 hatte der Gemeinderat gemeinsam mit Ortsplaner Eberhard von Angerer die Aufnahme in das Städteförderungsprogramm beantragt. Damals wurden Kosten in Höhe von rund 800.000 Euro für die Neugestaltung und eine Verschönerung des Geländes rund um den Zeiselbach veranschlagt.

Bei der vergangenen Gemeinderatssitzung verwies Bürgermeister Peter Höß dann auch auf die Verlegung des Heissenbachs, der vielen im Ort kein Begriff ist. Seinen Ursprung hat er am Semmelberg und plätschert parallel zur Freihausstraße dahin, durchquert einige Grundstücke, bis er dann kurz vor dem Natureisplatz vor dem Hotel Wilhelmy im Untergrund verschwindet.

... und kommt kurz hinter dem Bürgerstüberl wieder zum Vorschein.
… und kommt kurz hinter dem Bürgerstüberl wieder zum Vorschein.

In einem dicken Rohr läuft der Bach am Hotel Post vorbei, unterhalb des Heissenwegs, und mündet dann in den Zeiselbach. Aber der Heissenbach ist offenbar kein Unbekannter. Das Bayerische Umweltministerium führt ihn als „ausgebauten Wildbach“. Viel ist allerdings von seiner Natürlichkeit nicht zu sehen. Vielleicht ändert sich das im Mai, wenn er bei den Bauarbeiten ans Tageslicht kommt.


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