Wild West Wiessee

von Martin

In Zeiten, in denen jede grenzwertige Meinungsäußerung gleich zur Staatsaffäre wird, versucht sich auch Wiessee in Realsatire. Die Erika Steinbach der Westbank, Ingrid Versen, trägt jedenfalls ihren Teil dazu bei, findet unser Kommentator Martin Calsow.

Wild-West-Action in Wiessee: Im Fall der umstrittenen Aussage über das geplante Holzfällermuseum fehlen zivilisierte Umgangsformen.
Wild-West-Action in Wiessee: Im Fall der umstrittenen Aussage über das geplante Holzfällermuseum fehlen zivilisierte Umgangsformen. (Bild: Montage, Gerd Paulsen/freeimages.com)

Ein Kommentar von Martin Calsow
Es muss am Jod oder am Schwefel liegen. Die seltsamen Ausdrucksformen Wiesseer Feierabend-Politiker sind echte Kopfschüttler. Jüngstes Beispiel: Die Erika Steinbach der Westbank, Ingrid Versen. Sie selbst nennt sich Journalistin, sollte sich somit in Dingen der Sprache auskennen. Da werden zwei honorige Damen mit zwei Sätzen wegkartätscht. Fehlt nur noch ein Tweet: #unnützesweibsvolk, #sozipack, #byzantinismus, #blumenbeete.

Zurecht empört, aber im Ton natürlich total Wiessee, äußert sich ein Doppelnamensträger zu den Auswürfen der 72-Jährigen, fordert Genugtuung. In Gemeinderäten mit einer fortgeschrittenen Zivilisationsebene nimmt der Fraktionschef von Versen, die vielfach geehrte und ausgezeichnete Rentnerin zur Seite, redet ruhig auf sie ein und entschuldigt sich bei den Betroffenen für die schrille Tonwahl.

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Nicht so in Wild West Wiessee. Hier wird von „Rücken stärken“ psalmodiert. Auch das Landratsamt hat eine Meinung dazu, findet, dass die „Äußerungen noch gerade von der Meinungsfreiheit gedeckt seien“. Nur gut, das die gartenarbeitsaffine Versen ihre Empfehlungen nicht in Form eines Schmähgedichts vortrug. Aber in Wiessee, dem Schwefel immer ausgesetzt, kann man sich alles vorstellen.

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