Milde Winter gefährden die Zukunft des EC Tegernsee

Wintersport wird ein teures Vergnügen

Von Mirja Tsioumanis

Die viel zu milden und verspätet einsetzenden Winter der vergangenen Jahre haben sich beim Eissport-Club Tegernsee zum Dauerbrenner entwickelt. Weil sich die Kühlmaschine des Vereins im Dauereinsatz befindet, steigen die Stromkosten in rekordverdächtige Höhen. Ein Ende des Problems ist nicht in Sicht. Klar ist aber: Eine Lösung muss her.

Eisiges Vergnügen: Groß und Klein nehmen das Wintersportangebot gerne wahr. Die Frage ist nur, wie lange sie das noch können.
Eisiges Vergnügen: Groß und Klein nehmen das Wintersportangebot gerne wahr. Die Frage ist nur, wie lange sie das noch können.

Temperaturen im zweistelligen Bereich, milder Föhnwind von den Alpen, Sonne satt: Der Herbst hat es in diesem Jahr gut gemeint mit dem Tegernseer Tal. Und auch der Dezember ist derzeit eigentlich noch ein verkappter Spätherbst. Doch des einen Lust ist bekanntlich des anderen Frust.

Andreas Gerold, Vorsitzender des Eissport-Clubs Tegernsee, kann dem viel zu warmen Winterstart nicht viel Positives abgewinnen. Geht es nach ihm und seinen Vereinskollegen darf es ruhig schön frostig sein. „Optimal sind Minus 3,5 Grad“, sagt er.

24.000 Euro Stromkosten

In diesem Jahr, aber auch in den vergangenen Jahren, musste er häufig auf diese Temperaturen verzichten. Das ist schlecht, weil in Folge dessen die Stromkosten des EC in die Höhe steigen. „Für 2014 hatten wir eine Rechnung von 24.000 Euro“, klagt Gerold.

Und das, obwohl sein Verein schon einen Vorzugspreis vom E-Werk Tegernsee eingeräumt bekommen habe. Dennoch sind Kosten in diesen Dimensionen langfristig nicht zu stemmen. „Bei den Stromkosten blieb es nicht allein. Die haben wir von unseren Rücklagen bezahlt. Da es aber auch weitere Posten gab wie zum Beispiel Reparaturarbeiten, sind wir in der letzten Saison mit einem Minus von knapp 5.000 Euro rausgegangen“, so Gerold weiter.

Neues Problem: Ein Stück des Hangs bricht ab

Der Schuldige an dem Dilemma ist bereits ausgemacht: „Das sind die viel zu milden Winter“, sagt der frisch gewählte Vereinsvorsitzende. „Damit die Eisfläche nicht taut, müssen wir sie runter kühlen. An kalten Tagen passiert das von alleine, an allen anderen mit der Kühlmaschine“, erklärt Gerold. Viel zu oft sei die Kühlmaschine in diesem und in den letzten Jahren im Einsatz gewesen. Kein billiger Spaß:

600 Euro kostet alleine der Einsatz der Maschine, pro Tag.

Doch die die finanziellen Hiobsbotschaften für den Verein reißen nicht ab: Im Frühjahr steht eine umfassende Sanierungsmaßnahme an. Ein Stück des Hangs, auf dem die Kühlmaschine steht, ist weggebrochen. „Hier müssen wir aufschütten. Ein Gutachter teilte uns bereits mit, dass wir mit mehr als 10.000 Euro rechnen müssten.“

Hohe Stromkosten und ein abbrechner Hang bereiten dem V
Hohe Stromkosten und ein abbrechender Hang bereiten dem Verein große Sorgen.

Mit Bandenwerbung könne der Verein einen Großteil der anfallenden Kosten abdecken. „Wir haben auch weitere Anfragen, leider aber keinen Platz mehr“, so der Vorsitzende. Daher suche man aktuell weitere Sponsoren, die dazu beitragen, dass sportliche Aktivitäten wie Eishockey und Eisstockschießen auch künftig stattfinden können.

„Es wäre schade, wenn wir das Angebot irgendwann nicht mehr aufrecht halten können und aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssten. Wir sind eine Attraktion und besitzen die einzige Eisfläche im Tal“, sagt Andreas Gerold. Schlittschuhfahren kann man aktuell von Montag bis Freitag von 13 bis 16 Uhr.


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