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Bad Wiessee plant Bürgerversammlung am 15. Februar

„Wir wollen die Bürger mitnehmen“

Beseelt von der Aufbruchsstimmung im Ort, lud Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) zum Neujahrsempfand am Freitagabend verdiente freiwillige Helfer in den Gasthof Post ein. Er sprach von „zukunftsweisenden Hotelprojekten“. Gleichzeitig setzt Höß bei den Flüchtlingen weiter auf eine „dezentrale Unterbringung“.

Peter Höß bei seiner Rede auf dem Neujahrsempfang.
Peter Höß bei seiner Rede auf dem Neujahrsempfang.

Für ihn seien die Vereine Träger des gesellschafftlichen Lebens und Platz für Menschen, wo sie ihre Fähigkeiten und Talente zum Wohle der Mitglieder und der Mitmenschen einbringen können, sagte Peter Höß in seiner Neujahrsansprache im kleinen Festsaal. Ohne die Ehrenamtlichen gäbe es kein Miteinander, so der Tenor seiner Rede.

Höß verwies auch auf die Bedeutung, die Kindergarten und Kinderkrippe für Wiessee gewonnen hätten. Ihren Teil dazu beigetragen haben Stiftungen wie die von Otto Beisheim, Hubertus Altgelt und der Verein Glückskinder. Ihr Mäzenatentum bescherte im Sommer vergangenen Jahres dem Hort 500.000 Euro für die notwendigen Umbauten.

Das ist bemerkenswert und dafür müssen wir dankbar sein, dass so etwas bei uns möglich ist.

Otto Beisheim habe vor seinem Tod verfügt, dem Tal immer wieder Gutes angedeihen zu lassen. „Aber sie schauen schon sehr genau hin, für welchen Zweck die Mittel verwendet werden“, so Höß mit Blick auf Nachbargemeinden.

Angebote für Ältere

Da auch die demographische Entwicklung im Ort immer weiter gehe, habe dies auch einen ganz neuen Aufgabenbereich zur Folge. Man sehe dies ganz deutlich am Mehrgenerationenhaus in Rottach-Egern, „das aus allen Nähten platzt“. Angefangen habe man mit 1.000 Besuchen und sei jetzt bei über 10.000. Diese für das Tal wichtige Einrichtung sei bei älteren Bürgern sehr beliebt.

In Wiessee gebe es etwas Ähnliches, das Bürgerstüberl. In ihm würden inzwischen eine ganze Reihe von Aktionen und Gruppen Platz finden. Künftig würde es auch verstärkt die Volkshochschule (vhs) für Konversationskurse nutzen. Höß warf auch einen Blick voraus auf den Herbst, wenn mit Herbstsemester die vhs für das gesamte Tal den Betrieb mit neuen Kursen in neuen Räumen aufnehmen werde. Höß möchte dazu beitragen, das Tegernseer Tal insgesamt als attraktive Bildungsregion voranzubringen. Diesem Ziel soll ein Zusammenschluss mit der vhs Tegernsee/Rottach-Egern/Kreuth dienen.

Höß setzt auf neues „Gästeklientel“

Die Bauprojekte, ob die Hotels auf dem Jodbad-Areal oder von Thomas Strüngmann an der Seepromenade, seien aussichtsreiche Perspektiven für die Ortsentwicklung. Es habe zwar einige Zeit gedauert, bis man zu diesem Punkt gekommen sei, „aber jetzt sind wir auf dem richtigen Weg“. Höß erhofft sich auch ein neues Gästeklientel von dem „kleinen aber feinen“ Jodschwefelbad auf der Fläche des Badeparks, das die Gemeinde nun selber baue. Für die Auslastung sei durch die Ausweitung der Öffnungszeiten noch viel Luft nach oben. Noch in diesem Jahr soll es mit der Bebauung losgehen.

Der Wiesseer Rathauschef kündigte zudem an, dass es bei Strüngmanns „zukunftsweisender Hotelansiedlung“ eine umfassende Bürgerbeteiligung geben werde. Dies wünsche der Eigentümer. Dabei warnte Höß vor zu viel Optimismus, dass die gesunden alten Zeiten wieder kommen würden, in denen das Jodschwefelbad bis zur Gesundheitsreform 1989 die Betten füllte. Damals hätte der Ort eine Million Übernachtungen gehabt, heute seien es unter 600.000 – jedoch mit wieder steigender Tendenz.

Unter den Auswirkungen der Gesundheitsreform leide Wiessee seit 25 Jahren, vor allem auch die Geschäftsleute. Höß sieht aber mit den Hotelprojekten auch eine neue Chance für die Gewerbetreibenden. Wegen des Internets sei es für den Einzelhandel allerdings schwer, auf dem Markt zu bestehen. Diesen neuen Herausforderungen des Online-Shoppings müsse man sich in diesen Zeiten dennoch stellen.

Auslegung der Hotelpläne im Februar

Am 15. Februar plant Höß eine Bürgerversammlung, da bereits nächsten Donnerstag ein Aufstellungsbeschluss sowie ein Bebauungsplan zum Jodschwefelbad und zum Hotelkomplex der Schweizer Investors Sports Medicine Excellence Group gefasst werden soll. Anfang Februar beginne dann die vierwöchige Auslegungsfrist der Pläne. Die Bürger sollten davon Gebrauch machen, denn gebe es dann die Möglichkeit der Aussprache in der Bürgerversammlung. „Wir wollen die Bürger mitnehmen“, erklärte Höß.

Der Flüchtlingszustrom mache auch vor Wiessee nicht halt. Zwar habe der Ort seinen Beitrag „erfüllt“. Dennoch brauche man „dringend weitere Unterbringungsmöglichkeiten“, damit die bewährte dezentrale Unterbringung auch künftig angeboten werden könne. Höß sprach sich gegen Sammelunterkünfte für Asylbewerber wie in Tegernsee oder der Traglufthalle in Rottach-Egern aus. Diese würden immer wieder im Fokus der Medien stehen. Von der dezentralen Unterbringung wie in Kreuth schreibe kein Medium, denn diese sei leise gelungen.

Im "Haus Rheinland" sind derzeit rund 30 Flüchtlinge untergebracht.
Im “Haus Rheinland” sind derzeit rund 30 Flüchtlinge untergebracht.

Eine besondere Erwähnung und ein kleines Geschenk bekam Karlotta Brietzke für ihr Engagement im ehemaligen Haus Rheinland, das über das „normale Maß hinausgehe“. Dort betreut die gebürtige Wiesserin für den Verein Jugend und Familie die über 30 unbegleiteten jugendlichen Asylbewerber. Höß bedankte sich bei allen Mitgliedern des Helferkreises für ihre „spontane Mitarbeit“.

Dies sei alles ganz leise und ohne große Öffentlichkeit passiert. Die auch davon nichts erfahren habe, dass Susi und Uli Hoeneß den unbegleiteten Jugendlichen am Heiligen Abend (wir berichteten) für knapp drei Stunden ein Weihnachtsessen beschert hätten. Das war für alle eine „riesige Überraschung“. Es zeige sich, dass man in Wiessee auf die „Solidarität zum Wohle der Gemeinschaft stolz“ sein könne, schloss Höß seine Neujahrsansprache.


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