“Wir wollen keinem Steine in den Weg legen”

von Robin Schenkewitz

Seit beinahe einer Woche befindet sich Wiessee nun schon in gespannter Vorfreude auf das Dorffest. Doch nicht alle sind zufrieden. So bemängeln beispielsweise die Wirte die mangelnde Kommunikation und fühlen sich gegenüber den Vereinen benachteiligt.

Eine Kritik, die Wiessees Geschäftsleiter Michael Herrmann so nicht stehen lassen will.

In den Buden auf dem Festivalgelände dürfen nur die Vereine verkaufen.

Es sind nur noch wenige Tage bis zum großen Bayern 3-Dorffest und in ganz Bad Wiessee laufen schon die Vorbereitungen. Schließlich wollen die bis zu 30.000 Besucher, neben der passenden Unterhaltung, auch verköstigt werden. Auf dem Festivalgelände werden dafür die zahlreichen Buden sorgen, die extra für diesen Zweck aufgebaut wurden.

Anzeige

“Wir dürfen nicht”

Am Samstag werden an der Seepromenade dann die ortsansässigen Vereine ihr Möglichstes tun, um die hungrigen Besucher zufrieden zu stellen. Und zwar nur die Vereine. Wirte aus Bad Wiessee oder den anderen Tal-Gemeinden sind auf dem Festivalgelände grundsätzlich nicht zugelassen.

Ein Umstand, der den vielen Gastronomen naturgemäß nicht gefällt. „Wir dürfen unten am Gelände nichts machen. Die einzige Möglichkeit, die uns bleibt, ist es vor unseren Lokalen eigene Stände aufzubauen“, so Mehmet Cinaz, Besitzer des Daily Coffee.

Cinaz selbst hat sich dafür auch schon einiges einfallen lassen: „Ich habe mir eigens einen Imbisswagen gemietet und den werde ich dann vor dem Lokal auf dem Parkplatz aufstellen. Sitzen werden die Gäste dann auf Biertischgarnituren“.

Hoffnung auf großen Umsatz hegt er deswegen dennoch nicht: „Das meiste werde ich wohl am Vormittag verkaufen. Sobald es auf der Bühne losgeht, werden die Leute alle runter laufen und hier bei mir wird nichts mehr los sein“.

Gerüchte aus der Luft gegriffen

Eine Meinung, die der Geschäftsleiter der Gemeinde Bad Wiessee, Michael Herrmann, nicht verstehen kann: „Das was die Vereine verkaufen sind ja alles Sachen zum Mitnehmen. Ich bin mir sicher, dass unter den 30.000 Besuchern viele dabei sein werden, die lieber in einem richtigen Lokal essen gehen möchten“.

Der meiste Ärger der Restaurantbesitzer beruht jedoch auf vermeintlichen Tatsachen, die derzeit im Umlauf sind. „Es gibt viele Gerüchte, beispielsweise zur Bevorzugung einzelner“, weiß auch Mundschenke-Wirt Robert Kirmse zu berichten.

Gerüchte, die laut Herrmann vollkommen aus der Luft gegriffen sind: „Ich frage mich, wer so etwas gestreut haben mag. Weder ist es korrekt, dass wir gewisse Wirte benachteiligen, noch dass wir welchen Steine in den Weg legen wollen. Ganz im Gegenteil“.

Die Gemeinde werde, so Herrmann, an dem Tag sogar eher großzügig Genehmigungen verteilen: „Schließlich sollen alle im Ort von dem Dorffest profitieren“. Die einzige Bitte, die die Gemeinde in dem Zusammenhang hat, ist die um ein sogenanntes “Financial Fair Play”:

Schließlich soll es ein Familienfest werden. Es kann nicht sein, dass sich im Speckgürtel der Veranstaltung Leute bereichern wollen und für eine Leberkassemmel 3,50 Euro verlangen.

Wer sich daran hält, könne sich laut Herrmann jederzeit bei ihm melden: „Bisher haben das nur vier bis fünf Wirte getan. Ich hoffe das ändert sich noch bis Samstag“.

“Da haben wir Glück gehabt”

Einer, der den ganzen Wirbel überhaupt nicht verstehen kann, ist Bistro Besitzer Peter Blümer. Das mag aber auch an der exponierten Lage seines Geschäfts liegen. Schließlich befindet sich sein erst vor kurzem eröffnetes Bistro an der Seepromenade und damit mitten im Geschehen.

Bistro Besitzer Peter Blümer

„Ja da haben wir ganz schön Glück gehabt“, freut sich Blümer sichtlich. Die Grenze des Festivalgeländes verläuft direkt hinter seiner Hütte. Somit ist der Caterer der erste kommerzielle Imbissverkäufer, den die Leute von der Bühne aus erreichen können.

Trotzdem will Blümer auch etwas zurückgeben. „Wir hätten hier auch Tegernseer Hell verkaufen können. Aber wir haben uns dazu entschieden, das Bier über Bayern 3 zu beziehen. Ohne die, wäre hier schließlich gar nichts los“, rechtfertigt er seine Entscheidung.

Und auch die Sorge seiner Kollegen, nichts von dem erwarteten großen Kuchen abzubekommen, sieht Blümer als unbegründet an: „Es werden hier so viele Gäste unterwegs sein, da werden wir alle mehr als genug zu tun haben“.

Somit bleibt also nur noch zu hoffen, dass das Wetter für den Samstag auch hält, was es derzeit verspricht und die rund 30.000 angekündigten Besucher des Bayern 3-Dorffestes auch tatsächlich kommen.

SOCIAL MEDIA SEITEN

Anzeige
Aktuelles Allgemein

Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus