Gemeinderat entscheidet sich gegen Loipenquerungshilfe
Langläufer bleiben auf der Strecke

von Robin Schenkewitz

Ergänzung vom 17. Oktober / 15:11 Uhr
Nachdem man sich ja bereits im Juli in Rottach über das Thema Loipenquerungshilfe unterhalten hat, ist nun angesichts neuer Erkenntnisse eine Entscheidung gefallen.

Hatte man sich bereits vorher über die Sinnhaftigkeit einer solchen Einrichtung unterhalten, sorgten die Nachforschungen des Tourismusausschusses nun für ein klares Votum gegen eine solche Anlage.

Langläufer werde hier auch in Zukunft über Schnee statt auf Schienen die Straße überqueren.

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Denn wie sich nun herausstellte, wird der Deckel, der die Querungshilfe die meiste Zeit des Jahres vor Verschmutzung und Schäden bewahrt, erst abgenommen wenn auf der Straße kein Schnee mehr liegt.

„Ansonsten ist die Gefahr von Beschädigung durch die Räumfahrzeuge zu groß“, erklärt Bürgermeister Franz Hafner. Eine Tatsache, die bisher anscheinend völlig unbekannt war. „Das haben sie bei der ersten Besprechung so nicht gesagt“, meint der Rathaus-Chef.

Nach dieser Erkenntnis, wandelte sich die sowieso schon vorhandene Skepsis der Gemeinderäte in klare Ablehnung. „Wir haben doch bereits beschlossen, dass an dieser Stelle kein Salz gestreut wird. Also wird da auch den ganzen Winter über Schnee liegen“, so ein nicht von der Hand zu weisendes Argument gegen die 20 000 Euro teure Anlage.

Somit wurde die Loipenquerung dann auch einstimmig und endgültig abgelehnt.

Ursprünglicher Artikel vom 19. Juli mit der Überschrift: Wird Rottach langlauffreundlicher?

Ein Langlaufthema bei 25 Grad und Sonnenschein? Schwierig vorstellbar, aber die Begeisterung für diesen Wintersport ist nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Einheimischen unübersehbar.

Jeden Winter kann man die Sportler beobachten, wie sie landauf, landab auf den Loipen im Tal unterwegs sind. Einziges Ärgernis in der Wintersportidylle sind dabei Straßen, die überwunden werden müssen, um so den nächsten Abschnitt zu erreichen. Damit dies nun ein wenig leichter vonstatten geht, hat der Rottacher Gemeinderat jüngst über eine Querungshilfe in der Feldstraße diskutiert.

Martin Goldhofer (FWG), selbst begeisterter Langläufer, zeigt sich sehr angetan von dieser Lösung: „Das wird sicherlich eine Qualitätssteigerung. Aus meiner Sicht ein absolutes Muss.“
„Besonders ältere Läufer würden davon profitieren“, führt Goldhofer weiter aus: „Fällt es diesen doch ehrfahrungsgemäß schwerer, ihre Ski aus- und wieder anzuziehen.“

Nicht überzeugt

Seine Kollegen schien er damit jedoch nicht zur Gänze überzeugt zu haben. Besonders die grundsätzliche Notwendigkeit einer Loipenquerungshilfe wurde angezweifelt. Wenn es einen normalen Winter gäbe, so die Argumentation der CSU-Mitglieder Anton Maier und Josef Lang, liege dort sowieso Schnee drüber.

Außerdem ist der Kostenfaktor ein ganz entscheidender Punkt. Die neue Verbindung zwischen der Sonnenloipe und der Ortsloipe würde bis zu 20.000 Euro kosten. Zu viel, zumindest nach Meinung einiger Gemeinderatsmitglieder.

Zudem seien noch viele Fragen offen, zum Beispiel, wer denn eigentlich für Reinigung und Unterhalt aufkommen müsse. „Wir haben ja unterschiedliche Zustände. Mal wird viel Schnee liegen, und mal wird sich was drin verfangen. Wer kümmert sich dann darum?“, so Christian Köck.

Gmunder Feedback

Aufgrund der Vielzahl ungeklärter Punkte entschied sich der Gemeinderat, den Tagesordnungspunkt zunächst zu vertagen und unabhängige Meinungen einzuholen.

Diese könnten beispielsweise aus der Gemeinde Gmund kommen. Sie betreibt seit einiger Zeit eine Querungshilfe in Ostin, die auch den Rottacher Verantwortlichen als Anschauungsmaterial dienen soll. Basierend auf diesem Feedback will sich das Gremium dann in der nächsten Sitzung am 24. Juli erneut mit dem Thema auseinandersetzen.

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