Nach nur einem Jahr in Kreuth

Bittig gibt als Batznhäusl-Wirt auf

Im Januar vergangenen Jahres übernahm Andreas Bittig das traditionsreiche Gasthaus Batznhäusl in Kreuth. Nun wirft er das Handtuch – obwohl er einen Zehn-Jahres-Vertrag abgeschlossen hatte. 

Nach nur einem Jahr schließt der Wirt das Batznhäusl in Kreuth.

Die Nachricht kam auch für den Kreuther Bürgermeister überraschend. Als ihn die Tegernseer Stimme informierte, dass der Wirt Andreas Bittig nur ein knappes Jahr nach der Übernahme das Batznhäusl wieder geschlossen hat, musste Josef Bierschneider einräumen:

Ich habe von der Betriebsaufgabe bisher nichts gewusst.

Bestätigt wird das Ende des Pachtvertrages mit Bittig durch Arnold Niedermeier von der Herzoglichen Verwaltung in Tegernsee, die seit gut einem Jahr Eigentümerin des Batznhäusls ist. „Herr Bittig hat persönliche Gründe angegeben. Er hätte aber einen potenziellen Nachpächter an der Hand“.

Der Wunsch des Brauhauses sei die Wiedereröffnung zum 1. April. Wenn dies bis dahin nicht gelinge, sollte es ein möglichst zeitnaher Termin sein, so Niedermeier. Doch „noch ist nichts beschlossen“. Bittig selbst hüllt sich derweil immer noch in Schweigen.

Batznhäusl mit eigentlich gutem Ruf

Dies ist umso erstaunlicher, da er schon vor drei Wochen von der Tegernseer Stimme mit dem Gerücht der bevorstehenden Schließung konfrontiert wurde. Da schoss der Wirt noch zurück, „das entspricht nicht den Tatsachen“. Jetzt ist es Fakt. Seit Montag weist ein Zettel am Eingang darauf hin: „Das Batznhäusl bedankt sich bei allen Freunden und Gästen für ihren Besuch und Unterstützung.“

Ein Zettel an der Tür bestätigt die Schließung.

Schlechte Nachrichten für die Kreuther und ihre Gäste. Denn Bittigs Gastspiel währte nur ein Jahr. Zuvor hatte er drei Jahre lang den Alten Wirt in Hundham betrieben. Der gebürtige Stuttgarter kam vor einem Jahr noch hoffnungsvoll nach Kreuth. Der „schöne Ort“ mit dem Batznhäusl hätte einen „guten Ruf“.

Zehn-Jahres-Vertrag geplatzt

Der 48-Jährige setzte mit der Belebung der Stammtische auf Einheimische und wollte seinen Gästen vorrangig bayerische Küche anbieten. „Der mehr als 100 Jahre Tradition des Batznhäusl fühlen wir uns verpflichtet,“ so sein Motto als Wirt. Damals dachte er wohl an eine länger währende Pacht.

Denn im Januar vergangenen Jahres unterschrieb er mit dem Brauhaus, so Niedermeier, einen Zehn-Jahres-Vertrag. Dies sei ein Zeichen dafür, hieß es damals, dass Besitzer und Pächter an einer längerfristigen Zusammenarbeit interessiert sind. „Schließlich muss ich ja auch investieren,“ sagte Bittig seinerzeit. Auch Bierschneider freute sich damals, „wenn’s wieder was wird im Batznhäusl.“

„Uferlose“ Ortsentwicklung

Bitter beklagt Matthias Wittman diesen zeitweiligen Verlust des Gasthauses. Er betreibt einen Kiosk gegenüber der Weißach-Brücke. Wittman lebt mit seinem Gemischtwarenladen, der Lotto-Annahme und der Postfiliale hauptsächlich vom Tourismus. Mal ein Getränk, mal etwas zwischen die Zähne.

Als er vor 18 Jahren den Laden übernahm, so Wittmann, dachte er, das hier im Ortszentrum sei eine „tolle Lage“, aber inzwischen“ bröckelt“ es mit immer mehr Schließungen gewaltig. „Weg sind die Hanns-Seidel-Stiftung mit ihren vielen Tagungsteilnehmern und dem Musikfestival, die Metzgerei Walch und gleich nebenan Irmis Café“. Es sei „uferlos“ wie sich der Ort entwickle, schimpft Wittmann.

Die Leute geben nur einmal ihr Geld aus, jetzt eben in der Naturkäserei und im Ortsteil Weißach. Ich habe es schon kommen sehen, dass es mit dem Batznhäusel zu Ende geht, da auch am Ende des Betriebsurlaubs die Pforten nicht mehr geöffnet wurden.

Er habe schon am Wochenende Mitarbeiter des Batznhäusls mit Kisten und Koffern unterm Arm gesehen. Das Inventar ist aber noch da, wie ein Blick in die geschlossenen Gasträume zeigt. Seinen Gästen wünscht Bittig zum Abschluss auf dem Zettel an der Tür „eine gute Zeit und Gesundheit.“


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