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Ergebnisse der Bürgerbefragung

Wo drückt der Schuh in Gmund?

Von Nicole Kleim

Im Frühjahr startete die Gemeinde Gmund eine Umfrage. 3.000 Haushalte waren aufgerufen, sich zur Arbeit des Gemeinderates zu äußern. 124 Fragebögen kamen zurück. Vor allem eine Sache vermissen die Gmunder.

Einen echten Drogeriemarkt gibt es seit der Insolvenz von Schlecker in Gmund nicht mehr. Ein großes Manko, wie die Bürger finden.
Einen echten Drogeriemarkt gibt es seit der Insolvenz von Schlecker in Gmund nicht mehr. Ein großes Manko, wie die Bürger finden / Archivbild

„Was spricht das Volk“ wollte die Gemeinde Gmund wissen, als sie im Frühjahr dieses Jahres eine Umfrage zur Bürgerzufriedenheit startete. Wünsche, Anregungen und Kritik zur Arbeit des Gemeinderates durften Bürger aus rund 3.000 Haushalten in einem Fragebogen äußern. 124 kamen beantwortet zurück.

Jeder Fragebogen sei von der Verwaltung einzeln ausgewertet worden, erklärte Geschäftsleiter Florian Ruml bei der gestrigen Gemeinderatssitzung. Das 39 Seiten umfassende Paket lag gestern den Gemeinderäten vor, die darüber entscheiden sollten, ob es besser sei, den Bürgern die komplette Auswertung zur Verfügung zu stellen oder nur eine Zusammenfassung davon. Ruml ließ die Ratsmitglieder wissen:

Egal wie – wir werden die Auswertung auf jeden Fall an die Bürger weitergeben.

Zuvor listete er stichwortartig ein paar Punkte auf, wo den Bürgern der Schuh drückte. Angebote für Familien und Senioren würden fehlen, so ergab die Gmunder Umfrage. Außerdem wünsche man sich bezahlbaren Wohnraum sowie eine Ausweisung von Bauflächen für Einheimische.

Handlungsbedarf sehen die Bürger zudem in einer Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, der Infrastruktur und der Freizeit- und Sportangebote. Auch die Förderung der Energiewende liegt den Gmundern am Herzen.

Drogeriemarkt erwünscht

Allein die Anregungen zur Infrastruktur hätten drei Seiten umfasst, so Ruml. Man habe aber alle Aussagen absichtlich ungekürzt und ungefiltert gelassen. Rad- und Gehwege sowie Straßenbeleuchtungen für die Sicherheit ihrer Kinder regten hauptsächlich Familien an. Vor allem vermissen die Gmunder einen Drogeriemarkt.

Als Ruml gerade vorhatte, sich nach dem Willen des Gemeinderates zu erkundigen, welche Fassung die Bürger denn nun zu sehen bekämen, wies Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) ihn darauf hin, vorab noch ein paar prozentuale Beispiele zu nennen und schlug die Auswertung der Frage vor: Wie zufrieden sind Sie mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat?

29 Prozent seien „sehr zufrieden“ gewesen, las Ruml vor, 47 Prozent „zufrieden“, neun Prozent weniger zufrieden und lediglich 13 Prozent hätten „unzufrieden“ angekreuzt. Auch das Ergebnis für Rathaus und Verwaltung fiel relativ positiv aus. 59 Prozent seien mit der Arbeit der Gemeinde „sehr zufrieden“, 44 Prozent „zufrieden“, zwei Prozent „weniger zufrieden“ und knapp ein Prozent „unzufrieden“. „Keine Angaben“ seien dabei nicht berücksichtigt worden, erklärt Ruml.

Auswertung kommt ins Netz

Bei der Kinderkrippe hätten insgesamt 18 Prozent „zufrieden“ bis „sehr zufrieden“ angekreuzt. Lediglich ein Prozent der Befragten sei mit der gemeindlichen Einrichtung unzufrieden. Beim Hort gab es keine Beanstandungen.

Die Mittagsbetreuung schnitt dagegen mit zwölf Prozent „weniger gut“ ab, dennoch waren 86 Prozent der Befragten mit der Einrichtung zufrieden. Auf diesen Punkt ging Gemeinderatsmitglied Johann Schmid (SPD) ein:

Beim Mittagessen haben wir uns ja inzwischen vom bisherigen Anbieter wegen des fleischhaltigen Essens gelöst und einen Wechsel vorgenommen, deshalb sind die zwölf Prozent nicht mehr respräsentativ.

Was von Preysing wiederum bestätigte: „Richtig, auch bei der Mittagsbetreuung haben wir den Anbieter gewechselt.“. Schmid sprach sich dafür aus, die Fragebögen trotz Dopplungen oder zeitlicher Überschneidungen ungefiltert ins Netz zu stellen und für die Bürger abrufbar zu machen. Im Gemeindeboten solle es auch stehen, dort allerdings auf das Wesentliche gekürzt.

Ob denn die Anregungen auch an die entsprechenden Einrichtungen wie beispielsweise die Krippe weitergegeben werden würden, wollte Martina Ettstaller (CSU) wissen. Von Preysing erklärte:

Wir als Verwaltung haben eine Prioritätenliste für drei Jahre, auf der sind schon die meisten Anregungen drauf. Dinge, die interne Einrichtungen betreffen, geben wir selbstverständlich weiter. Und auch Vorschläge der freien Wirtschaft, wie beispielsweise der Drogeriemarkt, geben wir an den Unternehmerverband weiter.

Konkrete Vorschläge für ein verbessertes Sportangebot hätte sich Christine Zierer (FWG) gewünscht: „Sie sollen sagen, was sie möchten“.

Einstimmig wurde der Antrag angenommen, das 39-Seiten-Paket für die Bürger ins Internet zu stellen und eine zusammenhängende Version der Auswertung im Gemeindeboten abzudrucken. Über die insgesamt gesehen geringe Bürgerbeteiligung von gut drei Prozent äußerte sich Bürgermeister Georg von Preysing wie folgt: „Wenn`s taugt, rühren sie sich eben nicht“.

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