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Warum das Landratsamt derzeit keine Zahlen zu Todesfällen veröffentlicht

Wo sind die Toten?

Von Martin Calsow

Seit einigen Tagen weist das Landratsamt die offiziellen Zahlen der an und mit Corona Verstorbenen nicht mehr aus. Und wie das so in der Krise ist, führt das auch gleich bei den Verschwörern zu Gerüchten intellektueller Tieffliegerhöhe: “Keiner stirbt hier mehr. Die vertuschen.” Das übliche Geraune der Aluhutler eben. Wir haben dennoch nachgefragt.

Der Inzidenzwert im Landkreis, Todesfälle sind nicht angegeben./ Quelle: Landratsamt Miesbach

Drei Zahlen sind in der Pandemie für viele Menschen wichtig. Wie viele Menschen sind neu infiziert? Wie viele sind genesen und – wie viele von den Infizierten sind verstorben. Auch wenn es makaber klingen mag, so ist die letzte Zahl für viele Menschen entscheidend. Schließlich erklärt sie den Grund für die drastischen Maßnahmen.

Außer acht gelassen werden dabei natürlich die schweren Nachwirkungen einer Erkrankung ohne Todesfolge. Aber das spielt für einige Menschen keine Rolle. Nun taucht seit einigen Tagen genau diese Zahl im offiziellen Landratsamt-Bulletin nicht mehr auf. Das RKI in Berlin weist sie hingegen auf. Was ist da los? Weisen die Miesbacher tatsächlich nicht die Zahlen aus? Sophie Stadler, Sprecherin vom LRA:

Aktuell nicht, weil sie noch nicht in das Programm von FabLab überführt werden konnten, weil dieses Programm logischerweise nur die Daten vom Gesundheitsamt Miesbach auswertet.

Meist waren die RKI-Zahlen und jene des LRA nicht identisch. Warum? “Zuletzt war es leider sehr häufig so, dass die Menschen in anderen Landkreisen verstorben sind und erst im Nachhinein an uns gemeldet wurden. Daher kamen auch die unterschiedlichen Zahlen bei uns und beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und Robert-Koch-Institut. Wir arbeiten gerade an einer Lösung, dass wir beziehungsweise das Gesundheitsamt diese Zahlen wieder direkt bekommt. Sobald diese Lösung existiert, arbeiten wir die Toten-Zahlen schnellstmöglich wieder in die Grafik ein.”

Dazu muss man wissen, dass die Behörde derzeit bis an die Kapazitätsgrenzen arbeitet – seit Wochen. Stadler verspricht, schon im neuen Jahr mit einem verbesserten Zahlenwerk aufzutreten. Also, kein Grund für Verschwörung – wieder einmal.


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