Wohin mit den Jugendlichen in Hoki?

von Maxi Hartberger

Zusätzlich zum Holzkirchner Skatepark war am Ladehof eine große Jugendfreizeitstätte geplant. Doch gleichzeitig will die DB Station & Service den Bahnhof in eine Mobilitäts-Drehscheibe mit Einkaufsmall verwandeln. Passen dann die Jugendlichen noch zum neuen Bahnhofsareal? Die Gemeinde hat die Planungen für die Jugendfreizeitstätte jedenfalls erstmal gestoppt.

Der Holzkirchner Bahnhof soll zur Mobilitäts-Drehscheibe werden. Doch was passiert mit dem Jugendfreizeit-Projekt, das die Gemeinde geplant hatte? / Collage: HS + sk8park-holzkirchen.de
Der Holzkirchner Bahnhof soll zur Mobilitäts-Drehscheibe werden. Doch was passiert mit dem Jugendfreizeit-Projekt, das die Gemeinde geplant hatte? / Collage: HS + sk8park-holzkirchen.de

Günther Pichler, der für Bayern zuständige Chef der DB Station & Service, hat großes vor: Er will den Holzkirchner Bahnhof „neu erfinden.“ Er soll sich zu einer Mobilitäts-Drehscheibe entwickeln, sogar von einer Einkaufsmall mit Parkdeck war die Rede. Dass Pichler das Projekt nicht gerade langsam, sondern mit Eiltempo angehen will, machte er laut Bürgermeister Olaf von Löwis vor Kurzem bei einem Besuch im Rathaus deutlich.

Daher wurden einige neue Details im Hauptausschuss am vergangenen Dienstag besprochen. So plant Pichler unter anderem auch eine zusätzliche Unterführung im Norden, etwa auf Höhe des Reitschulwegs. Außerdem soll von den Bahnsteigen eine flache, behindertengerechte Rampe
in den Tunnel führen. Die bestehende Unterführung sei heillos überlastet – täglich passieren den Tunnel rund 15.000 Menschen. „Numerisch ist das so, als wenn ganz Holzkirchen einmal am Tag durch diesen Tunnel geht“, fasst Bürgermeister Löwis zusammen.

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Wohin mit den Jugendlichen?

Doch der Hauptausschuss hatte am vergangenen Dienstag einen weiteren Grund, über das Bahnhofsareal zu sprechen: Man wolle die Überplanung der DB Station & Service auf keinen Fall durch eigene Projekte vorschnell verbauen. Konkret ist damit die seit Jahren vorhergesehene Jugendfreizeitanlage nördlich des Skateparks gemeint.

Laut Merkur wies Löwis daraufhin: „Wir sollten uns überlegen, ob der Ladehof wirklich der richtige Standort für so ein Jugendprojekt ist.“ Am Bahnhof spiele schließlich der Verkehr die Hauptrolle, die Jugend sei daher vielleicht besser in der Ortsmitte im Herdergarten aufgehoben. Das JUZ befinde sich dort ja auch bereits.

Lösung nach den Sommerferien

Josef Sappl sen. (CSU) wünscht sich laut Merkur jedoch zur Standortsfrage eine Stellungnahme der Streetworker: „Der Bahnhof gilt als Brennpunkt. Macht’s da Sinn, das Ganze ins Ortszentrum zu verlagern?“ Der Hauptausschuss kam zu dem Entschluss, sich über den Sommer Gedanken zum Jugend-Projekt zu machen. Die fast 400.000 Euro seien so oder so für die Freizeitanlage fest im Haushalt reserviert – wo auch immer sie dann gebaut wird.

Nach den Ferien findet dann auch ein eintägiger Workshop statt, bei dem alle Fachleute mit Gemeinderats-Vertretern die Möglichkeiten rund um den Bahnhof durchsprechen. Sebastian Franz stellte in dem Zuge klar: „Die Gemeinde ist nicht die Traumfabrik der Bahn.“ Pichler hat in der Vergangenheit den Bahnhof in Aschaffenburg als Referenz-Projekt ausgewiesen. So toll sei dieser laut Franz dann auch wieder nicht.

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