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Wohnmobile und Radler als akute Probleme in Tegernsee

Von Klaus Wiendl

Die Themen standen nicht auf der Agenda des Tegernseer Stadtrats. Doch in der Sondersitzung am Dienstagabend nahmen sie breiten Raum ein: Wohin mit den Wohnmobilen und wie ist der Radler-Boom auf der Hauptstraße zu bewältigen?

Übernachtungsverbot für Wohnmobile an der Point / Quelle: Klaus Wiendl

Zu Beginn der Sitzung gab es zunächst ein Stühlerücken, nachdem Peter Schiffmann aus der SPD austrat und zu den Freien Wählern wechselte. Der 42-Jährige habe zunehmend Probleme, „die Positionen und das Verhalten der SPD in Land und Bund zu verstehen und insbesondere als Repräsentant der Partei auch mit zu vertreten“, schreibt Schiffmann in einer Erklärung.

Am Ratstisch war sein Fraktionswechsel kurz Thema, nachdem damit auch die Ausschüsse neu besetzt werden mussten. Dies ging aber ohne Diskussionen über die Bühne. Gesprächsbedarf dagegen gab es nach der Sommerpause bei zwei recht unterschiedlichen Verkehrsproblemen.

Zunächst mit Wohnmobilen, die den Containerstandort an der Klosterwachtstraße nutzen. „Ist das in Ordnung“, fragte Martina Niggl-Fisser (BürgerListe). Noch seien dort Wohnmobile erlaubt, erwiderte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). „Nachdem sowohl an der Point wie auch an der Seesauna das Abstellen von Wohnmobilen zum Übernachten verboten ist, müssen wir Parkplätze für Camper zur Verfügung stellen“. Sollte aber an der Point ein Wohnmobil parken wollen, so Hagn, würden man Camper auf das Parkverbot aufmerksam machen. Wenn dies nicht helfe, würden sie im Notfall auch verwarnt werden.

Keine Wohnmobile an der Point

Verbotsschilder seien einfach zu akzeptieren. Darauf müsse die Stadt konsequent achten, sonst sei man in Internetforen, die auf diese tollen Stellplätze hinweisen würden. „Dann können wir dort oben zusperren“. Da die Wohnmobile verstärkt zunehmen, so Andrea Köstler (FWG), sollte man sich schon Gedanken machen, wohin damit. „Ganz ignorieren können wir sie auch nicht“.

Der Parkplatz an der Seesauna eigne sich nun mal nicht zum Abstellen von Wohnmobilen, allein schon wegen ihrer Länge. „Da ist der Parkplatz gleich voll“, meinte Hagn. An der Point hätten Wohnmobilisten die Schranke auch schon aufgebrochen, wusste Hagn, und mit Seeblick übernachtet. Er könne verstehen, damit in Urlaub zu fahren, aber am Tegernsee sei dies mit „Problemen verbunden“.

E-Bikes verschärfen die Situation

Ein anderes „Verkehrsproblem“ seien die Radler, so Anton Lengmüller (FWG), die in Tegernsee „immer schlimmer“ werden, weil sie zunehmend mehr auf den Gehwegen unterwegs seien. Die Situation verschärfe sich nun mit den E-Bikes. „Wenn da jemand aus einem Geschäft rausgeht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert“. Ob denn da nicht Verbotsschilder helfen würden, um das Problem in den Griff zu bekommen, fragte Lengmüller. „Das ist ein um sich greifendes Problem“, wusste Peter Schiffmann (FWG) als Verkehrsexperte des Landratsamts. Bei einem reinen Gehweg brauche man kein Verbotsschild, denn „dort ist das Radeln verboten“. Ausgenommen seien Kinder bis zu zehn Jahren.

In Tegernsee gebe es wenig Möglichkeiten, Strukturen für Radfahrer zu schaffen, so Schiffmann. Die B307 als Hauptstraße sei einfach zu eng. Dennoch sei eine Lösung notwendig, denn laut Schiffmann würden die getöteten Radler im Verkehr „immer mehr“ werden. Für Schiffmann sei das Radeln auf der Straße ohnehin sicherer als auf dem Gehweg. „Die Leute fühlen sich zwar auf dem Gehweg sicherer, aber sie sind es nicht“. Peter-Friedrich Sieben (FWG) sieht das „umgekehrte Problem, dass viele Radler trotz eines Radweges auf der Straße fahren“. Dies führe teils zu „riesigen Staus“. Schiffmann machte auf die unterschiedlichen Beschilderungen aufmerksam, sie würden zwischen Benutzungsrecht und Benutzungspflicht für Biker unterscheiden. Ohnehin sei ein Rennradler auf der Straße am sichersten. Damit aber gab sich Sieben nicht zufrieden: „Wir sollten allein schon wegen der Staus etwas machen“.

„Rollender Verkehr“ bereits im Kurgarten

Resignierend meinte Hagn: „Ich kann nichts machen, ich kann sie auch nicht vom Radl runterschlagen“, noch könne er sie aufhalten und ihnen ein Ticket geben. „Das ist Sache der Polizei“. Es gehöre inzwischen einfach zum „guten Ton“, die Beschilderung zu missachten. „Die Diskussion zeigt, wie aktuell das Problem ist“, sagte Heino von Hammerstein (BürgerListe). Er empfahl, die Hauptstraße mittel- oder langfristig so zu verändern, dass für die Radler eine eigene Radspur vorhanden ist. „Da ist Phantasie und Kreativität gefragt: Fußgänger auf die eine, Radler auf die andere Seite“.

Dies sei alles schon geprüft worden, so Hagn, nachdem die Diskussion schon mehr als fünf Jahre andauere. Wenn man etwas verändern wolle, wusste Schiffmann, müsste man viel Geld in die Hand nehmen. Zumal die Radlfahrer auch gerne da fahren würden, wo es nicht erlaubt ist, so Andreas Obermüller (FWG), „kannst eigentlich nichts machen“. Auch im Kurgarten sei der „rollende Verkehr“ schon angekommen. Wenn man diesen zulasse, „sind alle Tore offen“. Rudolf Gritsch (CSU) beklagte die „fehlende gegenseitige Rücksichtnahme“. Tegernsee fehle der Platz, so Hagn abschließend, „den Verkehr zu entzerren“. Diese Diskussion werde man „nie zu Ende bringen“.


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