Vor Gericht: Holzkirchen kämpft gegen Werbefirmen
XXL-Werbung? – Nein, danke!

von Nadja Weber

Werbung umgibt uns täglich, fast überall. In Holzkirchen planen zwei bekannte Werbefirmen große Plakattafeln an mehreren Orten aufzustellen. Doch die Marktgemeinde lehnte das Vorhaben vor rund einem Jahr ab. Jetzt wollen sich die juristisch Unternehmen wehren.

Im Bereich der Kreuzung von Tegernseer- und Frühlingsstraße will die Ströer Außenwerbung GmbH eine Werbetafel aufstellen.

Werbung kann informieren, aber auch irritieren. Vor allem dann, wenn gewisse Werbemittel öffentlich unsere Aufmerksamkeit erwecken sollen. Große, auffällige Werbeanlagen können zwar für den Dienstleiter vorteilhaft sein, doch die Allgemeinheit verurteilt die “XXL-Poster” oftmals als unschön und störend.

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Die beiden deutschen Werbefirmen Schwarz Außenwerbung GmbH und Ströer haben sich auf sogenannte “Out-of-Home-Medien” spezialisiert. Vor rund einem Jahr stellten sie einen Antrag an die Marktgemeinde, um große Werbeanlagen aufstellen zu können. Doch die Gemeinderäte sowie das Landratsamt lehnten dieses Vorhaben damals ab.

XXL-Werbung? – Nein!

Die Plakattafeln bieten Werbeflächen für private Firmen und sollten in Holzkirchen an drei Standorten auf privaten Grundstücken errichtet werden.

Eine Werbetafel in der Rosenstraße 17, im Bereich des Parkplatzes gegenüber vom HEP. Eine andere in der Münchnerstraße beim Isartaler Holzhaus und eine dritte Tafel in der Tegernseerstraße an der Kreuzung Frühlingsstraße. Karl Herbst, Leiter der Bauverwaltung erklärt:

Die Marktgemeinde hat damals kein Einvernehmen gegeben. Laut unserer Werbeanlagensatzung dürfen derartig große Plakattafeln in den entsprechenden Gebieten nicht aufgestellt werden.

Diese seien schließlich etwa fünf bis sechs Quadratmeter groß, schätzt Herbst. Nach Informationen aus dem Rathaus handelt es sich bei den Werbetafeln um frei stehende Werbeträger. “Den exakten Standort kann man ohne Bauplan, leider nur schwer erklären”.

Mündliche Verhandlung im Mai

Die Werbefirmen Schwarz und Ströer wollen die Entscheidung allerdings nicht akzeptieren und wenden sich an das Bayerische Verwaltungsgericht. Am Mittwoch, 4. Mai treffen sich Vertreter des Gerichts zusammen mit den Beteiligten ab 9 Uhr in Holzkirchen, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Anschließend kommt es jeweils zu einer mündlichen Verhandlung.

“Wenn der Richter die Situation begutachtet hat, kann er anschließend eine Tendenz abgeben. Aufgrund dieser wird sich dann zeigen, wie man weiter vorgehen wird”, erklärt Herbst abschließend.

Auf Nachfrage bei der Schwarz Außenwerbung GmbH wollte sich Geschäftsführer Christoph Schwarz nicht dazu äußern. Während des laufenden Verfahrens möchte das Unternehmen keine Informationen nach Außen geben. Eine Stellungnahme der Firma Ströer bleibt unterdessen noch offen.

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