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Versammlung im Gasthof Post: Leiter des KBW erklärt Absichten

Zeitler stellt sich Wiesseer Mietern

200 Wohnungen hat der neue Leiter des Kommunalunternehmens Bad Wiessee (KBW) zu sanieren. Gestern erklärte Patrik Zeitler seine Absichten auf einer Mieterversammlung im Gasthof Post. Wichtig sind ihm vor allem die soziale Komponente und das Miteinander der Hausgemeinschaften – bei einem wichtigen Anliegen konnte er die Mieter beruhigen.

Patrik Zeitler ist neuer Chef des Kommunalunternehmens Bad Wiessee (KBW).
Patrik Zeitler ist neuer Chef des Kommunalunternehmens Bad Wiessee (KBW).

Wenn auch Bürgermeister Peter Höß als Verwaltungsratsvorsitzender des KBW staubedingt etwas zu spät kam, so war der siebenköpfige Verwaltungsrat vollzählig erschienen. Alle Anwesenden beobachteten den ersten öffentlichen Auftritt des 47-jährigen Vorstands Patrik Zeitler. Der gelernte Immobilienkaufmann ist seit 1. September im Amt. Seine Aufgabe ist es, die 200 Gemeindewohnungen auf Vordermann zu bringen.

SPD-Gemeinderat Robert Huber meinte zu Beginn der Mieterversammlung als Stellvertreter von Höß: „Herr Zeitler kennt das Metier. Er lebt selbst in einer Genossenschaftswohnung und kennt die Empfindungen von Mitbewohnern“. Dies merkte man der etwa halbstündigen Absichtserklärung Zeitlers an. „Ich engagiere mich seit über zwanzig Jahren als Mietervertreter“, gab er zu bedenken, „ich weiß also, was es heißt, Modernisierungsmaßnahmen sozialverträglich zu gestalten“.

Häuser und Mieter sind in die Jahre gekommen

Gutes und sicheres Wohnen sei sein Leitmotiv. „Das KBW ist ein Wirtschaftsunternehmen, das zwei wichtige Ziele erfüllen soll: es soll wirtschaftlich und kostendeckend arbeiten sowie eine solide Basis schaffen. Zum anderen soll es gleichzeitig sozialverträglich arbeiten“, so Zeitler vor etwa 80 Zuhörern im Postsaal. Das sei ein enormes Spannungsfeld. Doch dies mache den Reiz dieser Aufgabe aus.

Vor allem bei den Gebäuden aus den 50er und 60er Jahren gebe es einen „gewissen Handlungsbedarf“. Diese müssten saniert und energetisch ertüchtigt werden, um sie wieder in einen zeitgemäßen Zustand zu bringen. Im Vordergrund stehe für ihn, dass möglichst viel barrierefreier Wohnraum geschaffen wird. Auch Küchen und Bäder müssten etwaigen Behinderungen angepasst werden.

Ein weiteres Augenmerk will Zeitler auf die Außenanlagen richten, weil dort ein Großteil der nachbarschaftlichen Kommunikation stattfinde. „Das Miteinander wird für uns als Gesamtgesellschaft immer wichtiger“, so Zeitler. Er will er auch die älteren Mieter aktivieren, sich an kostenträchtigen Gemeinschaftsaufgaben zu beteiligen. Dies würde nicht nur die Nebenkosten senken, es sei auch ein Schutz vor Vereinsamung.

Patrik Zeitler in Zusammenarbeit mit dem Wiesseer Verwaltungsbeirat.
Patrik Zeitler in Zusammenarbeit mit dem Wiesseer Verwaltungsrat.

Bei den geplanten Sanierungsmaßnahmen ist Zeitler ein Mieterbeteiligungsprozess „ganz wichtig“. Er will durch “Beteiligungs-Workshops” erfahren, wo den Mietern der Schuh drückt. Er möchte, dass nicht übereinander, sondern miteinander geredet wird. Deshalb wünscht sich Zeitler eine gute Kommunikation untereinander. Der KBW-Chef hat auch die Vision eines Neubaus, der dennoch bezahlbar bleiben soll.

Vor allem denkt er hier an junge einheimische Familien sowie Senioren. Er könne sich auch ein Mehrgenerationenhaus vorstellen. Die anschließende Diskussion verlief anfangs ziemlich zäh. Einleitend gab Bürgermeister Peter Höß mit Blick auf eventuelle Fragen nach Mieterhöhungen zu bedenken, dass das KBW kostendeckend wirtschaften müsse. Höß:

Dennoch wird es jetzt nicht fünf Jahre sparen, bis es das erste Geld ausgibt, sondern man wird sicher auch die derzeit günstige Kapitalmarktsituation für Darlehen nutzen, um auch schon früher größere Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Entscheidend aber sei, was die Kommunalaufsicht dazu sagen wird. Eine Mieterin verwies auf den schlechten Zustand ihrer Wohnung, bei der viel neu zu machen sei, ob Böden oder das komplette Bad. Wann sie denn in dem geplanten Zeitfenster für Modernisierungen dran sei. „Ich hoffe, dass wir dann im nächsten Jahr die Prioritätenlisten haben, was wann wo geschehen kann“, entgegnete Zeitler.

Mieterhöhung? Zeitler beschwichtigt

Am Ende der etwa einstündigen Veranstaltung kam dann auch die Frage nach der Mieterhöhung angesichts der Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Es würden immer wieder elf Prozent Erhöhung die Runde machen, meinte ein Mieter.

Zeitler beschwichtigte: „Wenn auch andere Unternehmen bei Modernisierungen die Kosten umlegen und oftmals die Mieten um elf Prozent erhöhen würden, so soll dies bei unserem Kommunalunternehmen alles sozialverträglich ablaufen“, warb Zeitler um Verständnis. Da werde er genau hinschauen. „Wir machen nichts über ihre Köpfe hinweg“.


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