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Wiesseerin engagiert sich für Krankenhaus in der Everest-Region

Zerstört und wieder aufgebaut

Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal konnte das wieder errichtete Paphlu-Hospital von der Vorsitzenden der Sir Edmund Hillary-Stiftung Deutschland, Ingrid Versen, eingeweiht werden. Möglich wurde dies durch ihr unermüdliches Sammeln von Spenden.

Der rechte Teil, das Mütterzentrum, wurde von Versens Hillary-Stiftung mit 150.000 finanziert. / Quelle: Edmund-Hillary-Stiftung

In Begleitung Versens waren der Rottacher Arzt Klaus Fresenius, Michael Häupl von den Hauser-Exkursionen und Christian Siempelkamp aus Düsseldorf. Letzterer ist Vorstandsmitglied der Stiftung, die ihren Sitz in Bad Wiessee hat. Höhepunkt für die kleine deutsche Hillary-Delegation war die Einweihung des neuen Hospitals in Paphlu auf knapp 2.500 Metern Höhe, das laut Versen mit insgesamt 150.000 Euro an Spenden aus Deutschland unterstützt wurde.

Dokumentieren würde dies auch eine entsprechende Plakette am neuen Mütterzentrum. „Bei der feierlichen Enthüllung wurde die nepalesische Nationalhymne gespielt und gesungen. Rund 100 Einheimische aus der Everest-Region wollten an dem zweistündigen Festakt mit Tanz und Gesang teilnehmen“, berichtet Versen nach ihrer Rückkehr vor wenigen Tagen noch voller Begeisterung nach ihrem einwöchigen Aufenthalt.

“Danach stürmten unzählige Sherpas das neue Krankenhaus, um sich behandeln zu lassen, darunter auch 32 Schwangere, die auf eine Ultraschalluntersuchung warteten“. Sie hätte alles fotografieren dürfen, auch die Geburt des ersten Kindes im gerade eröffneten Hospital, ebenso die zweistündige Leistenbruch-OP im fertigen Operationssaal mit neuester Technik”.

In Hillarys Namen

Vor den Feierlichkeiten bestiegen Fresenius und Siempelkamp noch den 5.400 Meter hohen Gokyo Ri. Von ihm aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Mount Everest, den mit 8.848 Meter höchsten Berg der Erde. Dessen Erstbesteigung gelang Edmund Hillary mit seinem Sherpa Tenzing Norgay am 29. Mai 1953. Der Neuseeländer Hillary engagierte sich danach in zahlreichen sozialen Projekten des Entwicklungslandes Nepal.

Einweihung Mütterzentrum Paphlu-Hospital: Christian Siempelkamp (3.v.l.) Ingrid Versen (Mitte, mit Hut), Manfred Häupl (Hauser-Exkursionen, 3.v.r.) und Klaus Fresenius (r.)

Er ließ Schulen und Krankenhäuser errichten, so wie das in Paphlu. In dieser Tradition sieht sich auch der deutsche Ableger seiner Stiftung. Seit seiner Gründung durch Versen im Jahr 1990 unterstützt der gemeinnützige Verein das Krankenhaus. Inzwischen arbeiten hier 37 gut ausgebildete Krankenpfleger und zwei Ärzte. Pro Tag werden über 150 Patienten behandelt.

Patienten sind in diesem vollkommen abgelegenen Solu Khumbu-Gebiet oft tagelang dorthin unterwegs. Das Khunde-Hospital oberhalb von Namche Bazar, das höchstgelegene Krankenhaus der Welt, gehört ebenfalls zu diesem Projekt. Mit den Spendengeldern konnten in den letzten Jahren auch Mutter-Kind-Aktionen wie zum Beispiel Impfungen, Geburtshilfe und Zahnpflege ausgeweitet werden.

Versen im „Himalayan Trust“

“Für mich persönlich war die letzte Woche zwar einerseits ein Riesenstress, der aber erfüllend war in dem Resultat, in den letzten drei Jahren eine Riesenleistung für die Ärmsten dieser Welt erbracht zu haben”, so Versen, die sich bei allen Unterstützern herzlich bedankt. Dadurch sei auch der Bau einer medizinischen Station in Bung samt Altenheim, sowie einer Schule in Thame und Monjo auf jeweils 4.000 Metern Höhe möglich geworden, sowie eine großflächige Baumschule in Pangboche.

Für ihr Engagement wurde Versen neues Ehrenmitglied des weltweit bekannten “Himalayan Trust”. Eine Urkunde dafür wurde ihr, sowie dem deutschen Vize-Vorsitzenden Manfred Häupl, anlässlich eines Festakts in der Hauptstadt Kathmandu überreicht. “Eine hohe Ehre, die auch Tage zuvor den Bergsteigern Reinhold Messner, Peter Habeler und Wolfgang Nairz in 4.000 Metern Höhe vor dem Hillary-Hospital in Khunde galt“, so Versen.

Die Erstbesteiger des Mount Everest 1978 ohne künstlichen Sauerstoff hatten einen Trakt des Hospitals finanziert, der beim Erdbeben 2015 zerstört wurde. Den Mount Everest hatte die Gemeinderätin von Bad Wiessee im Blick, als sie vergangene Woche in Kathmandu abflog. “Kurz nach dem Start zum Rückflug nach Europa erlebten wir über den Wolken bei bestem Wetter die Spitzen der acht Achttausender von Nepal in atemberaubender Schönheit, die uns immer wieder zurückkehren lassen”, schwärmt Versen noch heute.


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