„Zur Not auch ohne Schliersee“

Die klare Ablehnung der Tourismusfusion durch den Gemeinderat von Schliersee wühlt immer noch auf. Gestern haben sich Verantwortliche zusammengesetzt und über die Alternativen gesprochen.

Ob ein Zusammenschluss ohne Schliersee möglich wäre, ist dabei völlig unklar. Doch die Touristiker lassen sich nicht beirren. Die Gemeinden sollen über die Fusion weiter abstimmen. Gleichzeitig macht Landrat Jakob Kreidl klar, dass man zur Not auch ohne Schliersee weitermachen will.

Die späte Zustimmung Schliersees zur Fusion macht die Gemeinderäte im Tal misstrauisch
Der Schlierseer Gemeinderat hat am vergangenen Dienstag gegen die Fusion gestimmt / Archivbild

Am vergangenen Dienstag entschied sich der Schlierseer Gemeinderat gegen eine Teilnahme an der neuen Tourismusfusion. Bereits im Vorfeld des Grundsatzbeschlusses äußerte Schliersee seine Bedenken. Und auch im weiteren Verlauf der Verhandlungen konnten diese offenbar nicht ausgeräumt werden.

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Die Reaktionen auf den Beschluss waren eindeutig. So bezeichnete TTT-Chef Georg Overs die Entscheidung als „herben Rückschlag“. Einen Plan B gebe es nicht. Aber auch die Vertreter der Schlierseer Gästehäuser sind mit der Entscheidung ihres Gemeinderats nicht einverstanden, wie sie heute mitteilen.

Eingeschlagenen Weg nicht verlassen

„Wir sind erschüttert und entsetzt über die Art und Weise, wie dieser Beschluss zustandegekommen ist“, betonte Johannes Wegmann, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Schliersee. Es sei zwar wichtig, die Tourismusfusion in ihren Konsequenzen auch kritisch zu beleuchten, Ziel müsse aber eine konstruktive Lösung sein.

Wie Wegmann erklärt, war man über die schnelle Entscheidung Schliersees nicht glücklich. „Hier wurde eine außerordentlich wichtige Angelegenheit ohne Chance auf Dialog mit den Leistungsanbietern entschieden“, so Wegmann. Die anwesenden Leistungsanbieter sprachen sich für eine Fortsetzung des Fusionsprozesses aus. Daher soll auf Einladung des Fremdenverkehrsvereins in Schliersee ein runder Tisch mit Vertretern aus Politik und Tourismus veranstaltet werden.

Auch Landrat Jakob Kreidl machte sich dafür stark, den eingeschlagenen Weg nicht zu verlassen – zur Not auch ohne Schliersee, wie Kreidl betont. „Es gilt jedoch, die Tür für Schliersee nicht zuzuschlagen, sondern der Gemeinde die Möglichkeit zur Einbindung offen zu halten.“

Folgen wären dramatisch

Einigkeit, den Fusionsprozess weiter voranzutreiben, herrscht auch in der Steuerungsgruppe, die sich aus den Bürgermeistern Andreas Hallmannsecker (Valley), Peter Höß (Bad Wiessee), Josef Lechner (Fischbachau) und Franz Schnitzenbaumer (Schliersee) zusammensetzt. Der Schritt des Schlierseer Gemeinderats hat auch hier für Unverständnis gesorgt. „Die Folgen einer nicht durchgeführten Fusion sind dramatisch und gehen weit über den Tourismus hinaus“, sagt Bürgermeister Josef Lechner. Dies gelte es zu verhindern.

Die Steuerungsgruppe hat sich demnach auf weitere Schritte geeinigt: Sie empfiehlt jeder Gemeinde, wie geplant die Detailbeschlüsse zu fassen. Es sei jetzt wichtig, sich nicht vom Kurs abbringen zu lassen. Weitere Beschlüsse seien für die Verantwortlichen auch deshalb notwendig, um ein landkreisweites Meinungs- und Stimmungsbild in allen Kommunen einzuholen. In einer Bürgermeisterbesprechung unter Einbindung des neuen Landrats und der neu gewählten Bürgermeister soll das weitere Vorgehen am kommenden Donnerstag besprochen werden.

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