Fasten im Tegernseer Tal
Zwischen Glauben und Lifestyle

von Maximilian Olberding

Gestern war Aschermittwoch. Für viele Christen der Beginn der Fastenzeit. Doch auch weniger gläubige Menschen nutzen die kommenden Wochen, um freiwillig auf die Verlockungen des Alltags zu verzichten, auch im Tegernseer Tal.

Am Aschermittwoch beginnt offiziell die Fastenzeit. Foto: Archivbild
Am Aschermittwoch beginnt offiziell die Fastenzeit. Foto: Archivbild

Für die katholische Kirche endete mit dem Aschermittwoch das närrische Treiben des Faschings, und die Fastenzeit hat begonnen. 40 Tage lang wird nun bis Ostern gefastet und Buße getan. 40 Tage deshalb, weil in der Bibel steht, dass Jesus Christus solange in der Wüste gefastet hatte. In der Aschermittwochsmesse bekommen katholische Gläubige ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Das soll sie an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern: Asche zu Asche, Staub zu Staub.

Die Fastenzeit dauert von Aschermittwoch bis zum Beginn der Messe vom letzten Abendmahl an Gründonnerstag. Ab Karfreitag bis zur Osternachtfeier schließt sich das Osterfasten an, nun nicht mehr als Bußübung, sondern als Trauerfasten zum Gedächtnis der Passion und der Grabesruhe Christi vor der besonderen Festfreude der Auferstehung Christi an Ostern. Die Sonn- und Feiertage werden als „Tage des Herrn“ nicht in die Berechnung miteinbezogen.

Fastenzeit ist Starkbierzeit

Traditionell wussten sich die Menschen in der entbehrungsreichen Zeit jedoch zu helfen. Denn Flüssiges bricht ja bekanntlich Fasten nicht. Und so verwundert es auch nicht, dass die Starkbierzeit in eben jene Periode zwischen Fasching und Ostern fällt. Um den Josefitag, den 19. März, finden in vielen Gastwirtschaften im Tegernseer Tal Starkbieranstiche statt. Das Bräustüberl veranstaltet dazu auch heuer wieder ein Starkbierfest mit Nico Schifferer als “Fastenprediger”. Am 26. März werden dabei die lokalen “Großkopferten” einmal mehr ordentlich derbleckt.

Nico Schifferer bei seiner Fastenrede im Tegernseer Bräustüberl
Nico Schifferer bei seiner Fastenrede im Tegernseer Bräustüberl. Foto: Archivbild

Doch nicht nur in der Kirche wird gefastet. Immer mehr Menschen üben sich auch außerhalb des christlichen Glaubens verstärkt in Zurückhaltung. Eine regelrechte Lifestyle-Bewegung hat sich, nicht nur während der vorösterlichen Bußzeit, entwickelt. Der Verzicht auf feste Nahrung soll dabei Körper und Geist reinigen und zu innerer Ruhe und Wohlbefinden beitragen. Aber auch auf Alkohol, Rauchen und andere Laster verzichten immer mehr Menschen. Viele Anbieter von Wellnessprogrammen stellen sich daher auf den Fastentrend ein.

Fasten auch am Tegernsee ein Lifestyle-Trend

So zum Beispiel das Institut „Schlank am See“ in Rottach-Weissach. Hier kann man sich zwischen dem 18. und 27. Februar – kostenlos und unter fachlicher Anleitung – über alle Themen rund um die optimale Figur beraten lassen. Zusätzlich kann mit dem „Perfect Forms“-Programm Beweglichkeit und Ausdauer verbessert werden. Neben „Schlank am See“ gibt es rund um den Tegernsee zahlreiche weitere Möglichkeiten, sich während des Fastens professionell beraten zu lassen. Das Gesundheitszentrum des Hotels “Bachmair am See” bietet beispielsweise eine Fastenkur nach Franz-Xaver-Mayer an. Auch das „Kreuther Vitalfasten“ bietet diese und weitere Fastenkuren an, wie zum Beispiel das Buchinger-Fasten oder das modifizierte Molke-Fasten.


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