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Medius Reihentestung anmelden
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Der Landkreis Miesbach liegt über dem Schwellenwert (7-Tage-Inzidenz über 50).

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Landkreis Miesbach schiebt den Riegel vor

Ausflugswahnsinn hat ein Ende

Von Redaktion

Seit dem Wochenende hat der Landkreis Miesbach den Inzidenzwert von 200 überschritten. Das bedeutet, Bürger dürfen sich nur noch 15 Kilometer vom eigenen Wohnort entfernen. Doch auch Ausflügler, die an den See kommen wollen, müssen nun zurückstecken. Außerdem gibt es Neuigkeiten zur Corona-Impfung.

Unter anderem am Spitzingsee war Ende Dezember einiges los.

„Wie bereits medial angekündigt, wird der Landkreis von der Möglichkeit Gebrauch machen, per Allgemeinverfügung touristische Tagesausflüge zu unterbinden, da die Sieben-Tage-Inzidenz seit dem gestrigen Sonntag über 200 gestiegen ist“, erklärt die Pressesprecherin des Landratsamts Miesbach Sophie Stadler.

Die Rechtsverordnung der Staatsregierung sieht vor, dass bei Überschreitung der 200er Marke touristische Ausflüge nur in einem 15-Kilometer-Radius rund um die politischen Grenzen der Wohnortgemeinde unternommen werden dürfen. Diese Regel gilt derzeit auch für den Landkreis Miesbach. Parallel dazu wird nun eben per Allgemeinverfügung untersagt, dass auch Bewohner anderer Landkreise mit niedrigerer Inzidenz Ausflüge in das Gebiet mit höherer Inzidenz unternehmen dürfen. Stadler erklärt weiter:

Die Allgemeinverfügung ist derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich am Mittwoch öffentlich bekanntgemacht. Sie gilt dann ab Donnerstag, den 14. Januar.

Die Allgemeinverfügung regelt ausschließlich die Ausflüge zu touristischen Zwecken. Notwendige Fahrten wie beispielsweise zur Arbeit, zu Familienangehörigen oder zum Einkaufen sind auch über die 15-Kilometer-Grenze hinaus erlaubt. Kontrolliert werde die Einhaltung der neuen Regeln von der Polizei, die stichprobenartig die bekannten Hotspots kontrollieren wird. Ob weitere Maßnahmen zur Lenkung des Ausflugsverkehrs möglich sind, werde derzeit juristisch geprüft. Diese sind aber keinesfalls Teil der Allgemeinverfügung zur Überschreitung der 200er Inzidenz.

Ausbruchsgeschehen in Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal

Am Samstag wurden 36 von 70 Bewohnern und 15 von 62 Mitarbeiter einer Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal positiv auf das Coronavirus getestet (wir berichteten). Die zahlreichen Fälle wurden bei einer Reihentestung aufgedeckt, nachdem seit dem Jahreswechsel vereinzelt Bewohner und Mitarbeiter per Schnelltest positiv getestet wurden.

In der Einrichtung wurden einige Bewohner und Mitarbeiter am 31. Dezember 2020 geimpft. Sowohl das Gesundheitsamt, als auch die beteiligten Ärzte, gehen jedoch nicht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen Impfung und Ausbruch gibt. Stadler betont:

Viel eher sind die Bewohner während der Inkubationszeit geimpft worden, das heißt, sie hatten sich bereits infiziert, aber ihre Infektion war mangels Symptomen noch nicht entdeckt worden, als sie geimpft wurden.

Für den Impfschutz sind bekanntermaßen zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig. Da die Bewohner erst eine Impfung erhalten haben, ist der Schutz noch nicht gegeben. Ob es durch die Teil-Impfung eventuell mildere Verläufe gibt, sei noch nicht abzusehen. Eine positiv auf das Virus getestete Frau ist am Wochenende in der Einrichtung verstorben, jedoch mit schweren Vorerkrankungen. Zwei Bewohner mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Es wurden seither keine weiteren Bewohner positiv getestet.

Am Wochenende konnte von der Koordinierungsgruppe sehr kurzfristig organisiert werden, dass zwei Teams von Leitenden Notärzten jeden Bewohner gesichtet haben. Zusätzlich besucht eine Ärztin nun täglich die Einrichtung und überwacht, ob sich der Gesundheitszustand einzelner Bewohner verschlechtert. Die medizinische Grundversorgung aller Bewohner ist gesichert, jedoch zeigen einige Bewohner deutliche Krankheitssymptome. Die nächste Reihentestung ist für Ende der Woche geplant.

Neuigkeiten zur Impfung

Am Freitag wurde dem Landkreis völlig überraschend die sechsfache Menge an Impfstoff geliefert als angekündigt. Stadler weiter:

Statt 70 Dosen verfügte das Impfzentrum plötzlich über 420 Dosen, was grundsätzlich sehr begrüßenswert ist, das Team jedoch vor eine enorme organisatorische Herausforderung stellte.

Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Thomas Straßmüller konnte schnell reagieren und Termine in den noch ausstehenden Pflegeeinrichtungen vereinbaren. Insgesamt wurden im Landkreis bisher 1.176 Impfdosen an Bewohner und Pflegepersonal in bisher acht Senioreneinrichtungen sowie an priorisiertes Personal des Krankenhauses Agatharied und der kbo Lech-Mangfall-Klinik verimpft.

Für den morgigen Dienstag ist die nächste Lieferung angekündigt, danach wieder für kommenden Freitag. Ab Freitag wird auch der Impfstoff für die zweite Impfung geliefert, die dann wie geplant ab 17. Januar beginnt. Beabsichtigt ist, bis Ende Januar alle Pflegeeinrichtungen für die erste Dosis besucht zu haben und die zweite Runde bis Mitte Februar abgeschlossen zu haben.

Verwirrung durch Online-Anmeldung

Die Öffnung des Impfzentrums und damit die Möglichkeit für alle Bürger der priorisierten Gruppe, Termine zu vereinbaren, hängt weiterhin von der Verfügbarkeit des Impfstoffes in den kommenden Wochen ab. Noch ist keine Terminvereinbarung möglich, weil schlichtweg nicht klar ist, ab wann wie viele Termine vereinbart werden können.

Für Verwirrung bei einigen Bürgern sorgte die Ankündigung des Gesundheitsministeriums, dass sich alle Bürger Bayerns ab dem heutigen Montag im Online-Registrierungsportal BayIMCO für einen Impftermin in dem für sie zuständigen Impfzentrum registrieren lassen können. Sobald vom Impfzentrum buchbare Termine in das System eingestellt werden, erhalten vorgemerkte Personen, die in der Rangfolge und Priorisierungsstufe als nächstes an der Reihe sind, per E-Mail oder SMS eine Aufforderung zur Terminvereinbarung.

Dies geschieht automatisch nach festen Algorithmen, sodass eine weitere Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Impfzentrum nicht erforderlich ist. Die Vergabe der Impftermine orientiert sich an der Zugehörigkeit zu der jeweils aufgerufenen Prioritätengruppe. Personen, die nicht zur höchsten Priorisierungsgruppe gehören, haben derzeit keine Aussicht, einen frühen Impftermin zu erhalten.

Weitere und aktuelle Infos findet ihr hier.


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