Ein Kommentar von Martin Calsow:
Josef Bogner ist der Bürgermeister Rottach-Egerns, den die Gemeinde verdient gehabt hätte. Immer wieder macht er mit stimmigen Aktionen und Aufrufen auf echte Probleme in “seinem” Ort und im Tal aufmerksam. Spaltet nicht, will helfen und erklären. Mit Tatkraft und erheblicher Eigeninitiative lebt er engagiertes kommunales Handeln vor.
In seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Naturkäserei stellt er sich vor die Kleinbauern im Tal, will sie nicht als Öko-Sündenböcke und Bienenkiller wissen. Stattdessen legt er den Finger in eine im Tal sehr wohl bekannte Wunde: Überall sieht man den fein heruntergetrimmten Grünrasen, der mit dem Oberland in etwa so viel zu tun hat, wie die Olivenbaum-Kübel in manchen Vorgärten (die dann für teuer Geld im Herbst bei den örtlichen Gärtnereien untergestellt werden müssen).
Streckt dem Nachbarn mit dem öden Grünstreifen die Zunge raus
Leise surrt der Mähroboter, während man auf der Terrasse, groß wie der Rote Platz, den Fairtrade-Kaffee schlabbert. Das muss nicht sein, fordert Bogner – zu Recht. Nicht nur Bauern haben eine Verantwortung der Natur (oder wie es viele auch nennen: der Schöpfung) gegenüber. Jeder kann seine Rasenödnis in wenigen Jahren zu einem Wildwuchs mit heimischen Obstbäumen und Wiesenblumen und -kräutern verändern.
Ja, das ist mühsam, deutlich mühsamer, als eine Unterschrift zu leisten. Ja, das kostet Geld. Aber welcher glückliche Besitzer von Zwetschgen- und Äpfelbäumen hat sich nicht im vergangenen Jahr über gigantische Mengen an Obst erfreut? Schickt den Roboter in Rente, pflanzt, grabt um. Streckt dem Nachbarn mit dem Grünstreifen die Zunge raus. Vielleicht kommt die neue Staatsregierung, die ja ökologischer werden möchte, auf die Idee, so etwas auch zu fördern.
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