Rottach winkt Tegernseer Gesundheitszentrum durch

Buddeln ohne Baugenehmigung

Während Rottachs Gemeinderat sich noch mit dem Bebauungsplan beschäftigt, lässt Investor Burkhart wieder Bagger für sein Klinikprojekt in Tegernsee Süd auffahren. Und das, obwohl ihm eigentlich die Baugenehmigung fehlt, denn das Planverfahren läuft noch.

Noch fehlt die Baugenehmigung, doch Investor Burkhart schafft mit Baggern weiter Fakten. / Bild: Klaus Wiendl

Nicht nur eine große Werbetafel an der Schwaighofstraße weist auf die Pläne des Chefs des Deutschen Zentrums für Frischzellentherapie in Bad Tölz hin. Auch die weitere Bautätigkeit zeigt, dass Klaus Dieter Burkhart mit seiner Immobilien Bau- und Verwaltungs GmbH keine Zeit verlieren will, auf dem 12.900 Quadratmeter großen Grundstück ein Sanatorium samt Privatklinik zu errichten.

Bereits im vergangenen Jahr wurde mit dem Bau einer hangseitigen Stützmauer begonnen. Doch das Projekt wurde aus formalen Gründen gestoppt, weil zum einen der Durchführungsvertrag noch nicht unterzeichnet und auch der Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig gültig waren. Am 7. August nun endet laut Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) die erneute und bereits dritte öffentliche Auslegung des Bebauungsplans „Sanatorium und Klinik Perronstraße 7-9“. Danach muss das Baureferat die Stellungnahmen erneut abwägen und dem Tegernseer Stadtrat vorlegen.

Keine Eigentumswohnungen

Zwischenzeitlich seien aber sämtliche Verträge mit Burkhart unterzeichnet worden, auch ein städtebaulicher Vertrag als Teil des Bebauungsplans. Dieser stellt sicher, dass in den Gebäuden auch tatsächlich ein Sanatorium und eine Reha-Klinik betrieben wird. Entstehen sollen zwei Klinikgebäude mit 99 Zimmern und 108 Betten, dazu ein Sanatoriumsgebäude mit 19 Zimmern und 35 Betten sowie sieben Wohnungen. Die Tiefgarage ist mit 89 Stellplätzen vorgesehen, oberirdisch befinden sich 26 Stellplätze.

Das Sanatorium im hinteren Bereich des ehemaligen Hypo-Vereinsbank-Areals will Burkhart selbst betreiben, doch für die Privatklinik mit zwei Gebäuden als größeren Komplex kann oder will Burkhart noch keinen Betreiber nennen. Sollte dessen medizinisches Konzept scheitern, könne Burkhart aber keine Eigentumswohnungen daraus machen, die dies der städtebauliche Vertrag verhindere. „Wir sichern alles doppelt und dreifach ab“, wird Hagn zitiert.

Rottach will Spur für Linksabbieger

Derweil befasste sich auch der Gemeinderat von Rottach-Egern mit dem Bebauungsplan. Zwei Stellungnahmen im Rahmen der „nachbarschaftlichen Beteiligung“ wurden schon abgegeben, nun sollte die dritte folgen. Rottach hatte angesichts der Größe des dreigeschoßigen Objekts wie auch des zu erwartenden Verkehrsaufkommens angeregt, eine Spur für Linksabbieger auf der Bundesstraße zu schaffen. Damit soll ein noch größerer Rückstau zwischen Tegernsee und Rottach-Egern vermieden werden.

Zumal am Schwaighof eine Fußgängerampel und eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe sei, so Bürgermeister Christian Köck (CSU).

Erfreulich ist nun, dass die Perronstraße als zusätzliche Zufahrt noch weiter ausgebaut werden soll.

Denn ein Bebauungsplan erfordere auch eine „ordentliche Erschließung“. Ebenso sei die Anregung Rottachs, mehr Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen, aufgenommen worden. Nun würden weitere sieben Wohneinheiten geschaffen werden. Bauamtsleiterin Christine Obermüller ergänzte, dass auch sieben Stellplätze mehr vorhanden wären, da insgesamt „weitere 24 Zimmer sowohl für die „Privat- wie Rehaklinik geplant sind“. Jedoch sei das Bauvorhaben dadurch „nicht vergrößert“ worden. Man habe es im Gebäudeinneren „optimiert“.

Nachdem aus der Sicht Rottachs alle Punkte nun „geheilt“ oder „gestaltet“ wurden, verzichte der Gemeinderat einstimmig auf eine weitere Stellungnahme.

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