Nach Holzkirchner Bürgerentscheid:
Das Aus für Holzkirchens Umgehung?

von Simon Haslauer

Seit Sonntag ist klar: Die geplanten Umgehungsstraßen in Holzkirchen sind vom Tisch. Die abschließende Entscheidung liegt jedoch nicht bei den Bürgern. Was passiert jetzt also?

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Ende Oktober zog sich bei einer Demo gegen die Umfahrungsstraßen eine Blechschlange durch die Natur. / Quelle: Hartpenning muckt auf

Seit Sonntagabend ist klar: Holzkirchen ist gegen die geplanten Umfahrungen. Mit einer starken Wahlbeteiligung von 56,42 Prozent entschieden sich die Holzkirchner Bürgerinnen und Bürger mit 70,15 Prozent gegen die Umgehung von Großhartpenning und mit 59,42 Prozent gegen die Südumgehung von Holzkirchen.

Die Freude bei den Muckerern aus dem Verein “Hartpenning muckt auf” war gigantisch. Der erste Vorsitzende des Vereins, Stefan Rank, betonte: “Heute ist ein großartiger Tag für den Erhalt unserer Naherholungsgebiete und landwirtschaftlichen Nutzflächen vor der Haustür.” Weiter erklärt Rank:

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Wir sind überglücklich, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die beiden Umfahrungsstraßen ablehnt.

Stefan Rank, Hartpenning muckt auf

Auch im Holzkirchner Rathaus gibt man sich zufrieden. Bürgermeister Christoph Schmid sagt: „Mich freut es, dass wir ein klares Votum haben.“ Vor allem habe er sich ein aussagekräftiges Ergebnis gewünscht. Nun bittet der Politiker die Bürger von Holzkirchen, nicht nur mit Vorschlägen und Bitten an die Gemeinde heranzutreten, „sondern auch ihr eigenes Verhalten zu überdenken und ändern – gerade hinsichtlich des Verkehrsverhaltens innerhalb des Ortes.“

Umgehungsstraßen: Wie geht es weiter?

Das Staatliche Bauamt in Rosenheim, das die Planung der Umgehungsstraßen übernommen hat, erklärt auf Anfrage, dass das weitere Vorgehen nun mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr abgestimmt wird. Dazu betont das Bauamt:

Wir gehen jedoch davon aus, dass die Planungen bis auf Weiteres nicht weitergeführt werden.

Sprecherin des Staatlichen Bauamts Rosenheim

Die Bayerische Straßenbauverwaltung, so die Sprecherin, wolle sich auf Projekte konzentrieren, die von den Kommunen gefordert und vor Ort Akzeptanz erfahren. Zum Abschluss unterstreicht Stefan Rank: „Das Aus für die Umfahrungsstraßen bedeutet aber nicht, in unserem Bemühen um eine Verkehrsberuhigung in Holzkirchen und Großhartpenning nachzulassen. Im Gegenteil: Wir fordern die Gemeinde auf, die Maßnahmen des Mobilitätsentwicklungskonzeptes so schnell wie möglich umzusetzen.“ Daran wolle man aktiv mitwirken.

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