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Von der Zweitwohnungssteuer in Tegernsee und anderen Dingen

Das Doppelmoral-Dilemma

Von Nicole Kleim

In Tegernsee sind Zweitwohnungsbesitzer unerwünscht. Mit einer höheren Steuer sollen sie vertrieben werden. Andererseits werden riesige Wohnprojekte genehmigt – für zahlungskräftige neue „Zweitwohnsitzler“. Nun soll der Tegernseer Bürgermeister in der Bürgerversammlung am 22. November zu dieser „Doppelmoral“ Stellung beziehen.

Die Stadt Tegernsee hat Platzprobleme. Und will über die Zweitwohnungssteuer neuen Wohnraum für Einheimische schaffen. Diese Politik prangert nun ein Tal-Bewohner an. /Archivbild

Walter Stepan wohnt in Tegernsee. Was ihm missfällt ist, dass „der Bürgermeister etwas anderes tut als er predigt.“ Vom Tegernseer Stadtrat fordert er deshalb eine „Klarstellung der Diskrepanzen.“ In einem Schreiben an Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), das der Tegernseer Stimme vorliegt, prangert er die „unmögliche Situation“ an, dass

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a) auf der einen Seite Zweitwohnsitzler durch eine höhere Steuer vertrieben werden sollen, auf der anderen Seite b) riesige Bauprojekte aus dem Boden gestampft werden, die zahlungskräftigen Investoren als Nebenwohnsitze dienen.

Walter Stepan kann nicht verstehen, warum die Stadt beispielsweise solche Einfamilienhäuser wie das „von Herrn Birkenstock“ oder das eines „Investors aus Dubai“ genehmigt, wo beide Projekte zudem noch in einem Überschwemmungsgebiet liegen. Bei den 64 Luxus-Wohnungen im „Quartier Tegernsee“ ist er auch davon überzeugt, dass es „Zweitwohnungen“ werden, da wohl „niemand aus dem Tal“ die Wohnungen kaufen werde. Eher „zahlungskräftige Münchner“, vermutet Stepan und sagt:

Das bringt der Stadt etwa weitere 500.000 Euro an Zweitwohnsitzsteuern und macht diese Steuerart wohl zu dem größten oder zweitgrößten Einzelposten im Etat der Stadt…

Wie berichtet sind die Wohnungen kein Schnäppchen. Dies machte eine Anzeige im Februar dieses Jahres auf Immonet.de deutlich: Angeboten wurde damals eine 2-Zimmer-Wohnung im „exklusiven Quartier Tegernsee“ mit knapp 72 Quadratmeter Wohnraum für 595.000 Euro. Das ist ein Kaufpreis von 8.269,63 Euro pro Quadratmeter. Immerhin: die Möglichkeit einer staatlichen Förderung wird gleich mit eingeräumt.

Auch junge Familie müssen sich die Wohnungen im „Tegernseer Modell“ erst einmal leisten können. Wenn auch der Quadratmeterpreis mit rund 4.000 Euro deutlich unter dem aktuellen Niveau von etwa 10.000 Euro pro Quadratmeter in Tegernsee liegt, so werden dennoch bei Wohnungen zwischen 90 und 174 Quadratmetern bis zu 700.000 Euro fällig. Immerhin: 14 der angebotenen Wohnungen sind bereits verkauft. Für die restlichen sechs liegt derzeit ein Schwung Bewerbungen auf dem Rathaustisch (wir berichteten).

Stepans Frage an den Bürgermeister:

Haben Sie nach obigen Ausführungen nicht selbst Zweifel an Ihren kommunalpolitischen Aussagen, dass Sie keine weiteren Zweitwohnsitze in Tegernsee wollen? Wie lange glauben Sie, wird man Ihnen diese Doppelmoral-Aussagen abnehmen – und wann wird man beginnen, an Ihren politischen Aussagen zu zweifeln?

Stepan wäre “dem Bürgermeister dankbar”, wenn dieser „zu den (…) grundsätzlichen Bebauungsplanungen der Stadt Tegernsee in der Bürgerversammlung am 22. November“ seinen Standpunkt klarmachen und die Frage beantworten würde, was denn nun gelte: „Die kräftigen, kommunalpolitischen Aussagen gegen Zweitwohnungen, oder die völlig gegenläufigen Entscheidungen der Stadt.“

Am Donnerstag, 22. November, wird Johannes Hagn zu Stepans Schreiben Stellung beziehen. Dies teilt er auf Nachfrage mit.

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