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Ein dreifaches Nein vom Pfarrer gegen Glockengeläut-Beschwerde

Das setzt der Kuh die Krone auf

So mancher Neubürger hat es im Oberland nicht leicht. Bimmelnde Kuhglocken, stinkende Semmeln – und jetzt auch noch die Kirchenglocken. Das setzt der Kuh die Krone auf. Da fragt man sich, ob nicht vielleicht die Flucht in die Stadt angebracht wäre…?

Das setzt der Kuh die Krone auf …

Bimmelnde Kuhglocken gehören traditionell zum Bergidyll. Die Frage, ob das liebe Vieh unter dem klangvollen Gehänge leidet, beschert so manchem schlaflose Nächte. Andere wiederum fühlen sich auch tagsüber durch den „Lärm“ gestört.

So hatte ein Anwohner im Holzkirchner Ortsteil Erlkam vor etwa zwei Jahren gegen die Bäuerin Regina Killer Klage erhoben, weil deren Kühe, die vor seinem Haus weiden, mit ihren laut bimmelnden Kuhglocken seine Gesundheit schädigen würden. Außerdem sei der Kuhgestank unerträglich, begründete er seine Klage. Er befürchtete zudem einen Wertverlust seiner Immobilie. Die Klage wurde damals vor dem Miesbacher Amtsgericht abgewiesen.

Von Bäckergerüchen und Kirchenglocken

Im Tegernseer Tal gab es einen Neubürger, der gegen den angeblichen Gestank frisch gebackener Semmeln klagte. Ein ganzer Ort solidarisierte sich daraufhin mit Evi Tremmel und ihrer Bäckerei in Rottach-Egern. Nachdem der Streit deutschlandweit in den Medien ausgeschlachtet wurde, hatten sich die Parteien am Ende stillschweigend geeinigt.

Aber damit nicht genug. In Weyarn ist ein neuer Fall der ländlichen Belästigung aufgetaucht. Diesmal stört sich eine Neubürgerin der Gemeinde Weyarn am Geläut der Stiftskirche. Sie fragte beim Seelsorger Pater Stefan Havlik nach, ob man das Läuten denn nicht einstellen könne. Der reagierte prompt auf Facebook:

Der Weyarner (Neu-)Bürgerin, die uns aufgefordert hat, das Geläut der Stiftskirche einzustellen, weil sie das Geräusch störe, habe ich mitgeteilt: „Ihrer Forderung wird in dreifacher Weise entsprochen: Nicht, gar nicht und überhaupt nicht.“

Die Glocken verkünden in Weyarn im Viertelstundentakt die Zeit und läuten morgens, mittags und abends zum Gebet. Das Glockengeläut zu reduzieren komme für ihn nicht in Frage, erklärt der Pater gegenüber dem Merkur. „Wenn wir das einmal anfangen, gibt es kein halten mehr“, ist er sich sicher.

Außerdem meint er, dass sich der Mensch an solche Geräusche gewöhnen könne und sie dann gar nicht mehr wahrnehmen würde. Nur wenn man sich auf das Geräusch konzentriere, werde es zum Problem. So hat auch die Neubürgerin in Weyarn wenig Erfolg mit ihrer Forderung nach mehr Ruhe auf dem Land. Bleibt für manche vielleicht nur die Flucht in die Stadt – um dort vielleicht endlich ihre gewünschte „Stille“ zu finden.


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