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Nach großer Empörung: Staatliches Bauamt lenkt ein

Ein Spitzahorn soll erhalten bleiben

Von Redaktion

Im Frühjahr wird die Brücke über dem Alpbach in Tegernsee saniert. Das bedeutet: Mehrere Monate Baustelle in einem Verkehrs-Nadelöhr. Für die Sanierung müssen zudem auch zwei alte Spitzahorn-Bäume gefällt werden. Das sorgte für Empörung. Nun lenkt das Staatliche Bauamt ein.

Einer der beiden Spitzahorne (links) soll gerettet werden.

In nur wenigen Monaten soll es losgehen: Dann wird die in die Jahre gekommene Alpbachbrücke zwischen Rosen- und Adelhofstraße in Tegernsee saniert. Vier Monate Bauzeit und eine halbseitige Sperrung der Bundesstraße plant das Staatliche Bauamt Rosenheim dafür ein. Einen exakten Starttermin gibt es noch nicht, bisher war vom Frühjahr 2022 die Rede.

Dass damit ein Verkehrschaos über die Sommermonate vorprogrammiert ist, sorgte jedoch nicht für so viel Aufregung, wie die Nachricht, dass für die Sanierung zwei alte Spitzahorn-Bäume gefällt werden müssen. Der Grund: Da sich die Bäume unmittelbar an der Brücke befinden, würden sie laut Staatlichem Bauamt bei der Sanierung Schaden nehmen und nicht überleben.

Staatliches Bauamt Rosenheim lenkt ein

Neben einigen Anwohnern protestierte auch die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal dagegen. Auch in den Kommentaren unter diesem TS-Artikel war die Frustration und die Wut zu spüren: „Ein Spitzahorn wird 20 bis 30 Meter hoch und 150 bis 200 Jahre alt. Vermutlich stehen die beiden Bäume da schon über 100 Jahre einträchtig beieinander. Und jetzt sollen sie wegen irgendwelcher Bauarbeiten ins Jenseits befördert werden?“

Die Empörung hat das Staatliche Bauamt augenscheinlich nicht kalt gelassen. Denn wie eine Heimatzeitung berichtet, werde nun versucht, den weiter vom Ufer entfernt entfernten Spitzahorn zu erhalten. Hierfür soll sogar extra ein Baumsachverständiger die Bauarbeiten begleiten. Immerhin kann so vielleicht einer der beiden Spitzahorn-Bäume gerettet werden.

Ursprünglicher Artikel vom 01. Februar 2022 mit der Überschrift: „Der (aussichtslose) Kampf um zwei Bäume“

Für Mai 2022 plant das Staatliche Bauamt Rosenheim die Sanierung der Alpbach-Brücke in Tegernsee. Doch nicht nur, dass die Arbeiten eine halbseitige Sperrung der Bundesstraße erfordern, auch die Bauzeit sorgte für lange Gesichter: Rund vier Monate soll es dauern, also über den gesamten Sommer hinweg.

Der Abwasserzweckverband will zudem den Ringkanal auf der Seeseite instand setzen und verlegen. Das würde die Bauzeit zusätzlich verlängern. Und wenn man schon dabei ist, plant die Stadtverwaltung die Verbreitung des Gehwegs im Zuge der Brückensanierung. Dafür müssten insgesamt sieben Stellplätze in der Umgebung der Brücke wegfallen (wir berichteten).

Spitzahorne müssen weg

Nun meldet sich die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) zur geplanten Brückensanierung zu Wort – allerdings nicht aufgrund des anstehenden Verkehrschaos im Sommer. Ihr geht es um zwei Bäume, die zur Vorbereitung der Bauarbeiten gefällt werden sollen. Es handelt sich dabei um zwei Spitzahorne, die sich auf dem Privatgrund gegenüber des Ärztehauses an der Adelhofstraße am Ufer des Alpbachs befinden.

Ursprünglich sollten die beiden Bäume bereits heute gefällt werden, doch laut Staatlichem Bauamt musste das Vorhaben aus Termingründen verschoben werden. Bis spätestens Ende Februar sollen die zwei Spitzahorne dann endgültig verschwunden sein. Angela Brogsitter-Finck von der SGT ist entsetzt:

Es ist unfassbar, wie man hier einfach Tabula rasa macht ohne langes Überlegen. Aber dann möchte man jedes Jahr den Titel „heilklimatischer Kurort“ wieder erhalten.

Die SGT werde eigenen Angaben zufolge alles versuchen, diese beiden ortsprägenden Bäume in Tegernsee zu retten. Aussicht auf Erfolg gibt es allerdings nicht, auch wenn SGT-Vorstandsmitglied und Grünen-Stadtrat Marcus Staudacher auf die städtische Gestaltungssatzung gehofft hatte.

Laut Paragraph 10 dürfen für das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild bedeutende Laubbäume nicht beseitigt oder beschädigt werden. Doch laut Staatlichem Bauamt Rosenheim liegt neben der Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt auch eine Ausnahmegenehmigung der Stadt Tegernsee vor.

Grund sei, dass sich die Bäume unmittelbar an der Brücke befinden, sodass sie bei der Sanierung Schaden nehmen und nicht überleben würden. Das Staatliche Bauamt versichere, dass alle Möglichkeiten zum Erhalt geprüft worden seien. Doch das Ergebnis sei „nein“.


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