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Ein Kommentar in der Corona-Krise

Die, die uns helfen

Von Martin Calsow

Hier könnte ich über Depperte schreiben. Engstirnige, Egoisten und Hater. Über Studenten der Generation Goldstaub, die mir, von der Aueralm kommend, erklären: „Irgendwann muss jeder sterben.“ Über Rentner-Gratler, die im Supermarkt nicht anstehen wollen – lassen wir das. Krisen bringen die größten Pfosten hervor, aber eben auch das Andere: Schauen wir mal auf das Gute.

Die TS sagt DANKE an alle Mitarbeiter des Krankenhauses Agatharied.(Die mit den Ankern am Unterarm ist ganz groß, findet der Kolumnist)

Ein Kommentar von Martin Calsow

Da ist die Bauernschaft. In den letzten Jahren gern von Menschen aus der Stadt gescholten. Tierquäler, Bienentöter. Diese Bauern werden uns, wenn Grenzen schließen, mit ihrer Arbeit, ihrer Erfahrung, ihrem Einsatz ernähren. Nicht mehr, nicht weniger.

Da sind die Versorger. E-Werk, Wasservereine. Märkte. Sie haben Redundanzen aufgebaut. Strom und Wasser wird sicher sein, nicht holprig unterbrochen wie in Zweitwelt-Länder wie den USA, selbst Klopapier gibts noch…

Da sind die Pfleger, die für empörend wenig Verdienst Menschen rund um die Uhr auch in der Krise betreuen, keinen zurücklassen. Die als Retter kommen. Da sind.

Da sind Ärzte, die wie selbstverständlich aus Elternzeit, Urlaub, Verrentung wieder zurückkehren, um uns eine stabile Gesundheitsversorgung zu bieten. Die auch cool bleiben, wenn Egozentrik-Patienten mit Wehwehchen Zeit und Kraft rauben.

Da sind die Politiker, Ministerpräsident, Landrat oder Bürgermeister, die nüchtern, besonnen und ohne Eitelkeit für unsere Sicherheit und Ordnung sorgen. Wie das anders geht, mag man ebenfalls in Ländern wie England, den USA oder Brasilien sehen. Wer extreme Populisten in der Vergangenheit, gleich ob links oder rechts, favorisierte, möge sich diese Lautsprecher in der Krise vorstellen.

Da sind Privatleute, die ohne Aufhebens Initiativen in unserem Tal ins Leben rufen, um Menschen zu helfen. Einfach so.

Wir fragen, ob wir helfen können, wir achten aufeinander. Ausgerechnet im viel bespöttelten Tal der Bonzen, gibt es solche Hilfen. Wenn jemals dieses Drecksvirus Geschichte sein wird, werden wir auf diese Menschen und deren Einsatz zurückblicken und sagen: Wir sind keine Gesellschaft aus Egoisten. Wir sind mehr als die Summe Einzelner. Wir sind spätestens jetzt, in dieser Zeit, eine Gemeinschaft. Wir kommen da durch. Nur bitte, keiner möge im Tal von seinem Balkon aus singen. So einer endet auch gern gefesselt und geknebelt an einem Baum (zumindest im französischem Comic-Universum). Das können nur Italiener.

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