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Dirndl und Janker überall: Trachten-Renaissance nicht nur am Tegernsee

Von Extern

Eine Zeit lang schien es so, als hätten Dirndl, Lederhose und Janker fast schon ihren Weg ins Museum angetreten. Selbst hierzulande waren sie keine Selbstverständlichkeit mehr in den Kleiderschränken. Hervorgeholt wurden sie von der jüngeren Generation bestenfalls noch als Gaudi-Outfit zum Oktoberfest. Doch seit einigen Jahren erlebt die Trachtenmode ein erstaunliches Revival – und das nicht nur bei uns in der Region.

Trachtenmode im Wandel

Die bayerische Trachtenmode erlangte ihre Popularität vor allem durch den Einfluss des Hauses Wittelsbach. Als das Königreich Bayern 1806 gegründet wurde, förderte die damalige Königsfamilie gezielt die nationale Tracht, um Gemeinschafts- und Nationalgefühl zu stiften. Mit der Zeit stieg die Popularität der Trachtenbekleidung und prägte schließlich das Bild der Region – auch für das immer wichtiger werdende Tourismusgeschäft. In neuerer Zeit machte sie das häufig mehr zur Folklore als zum trendigen Kleidungsstück. Statt Brauchtum war sie oft eher Kostümierung. Zu sehen war das beispielsweise auf der Wiesn, wo man durchaus exzentrische Abwandlungen der Tracht zu sehen bekam. Doch heute trägt man wieder Tracht und der Trend geht sogar wieder zu traditionelleren Formen. Und das nicht nur zur Wiesn.

Es wird gern wieder in Tracht geheiratet. Und sogar im Alltag trifft man Dirndl und Lederhose immer häufiger an. Von den traditionellen Kleidungsstücken von früher unterscheiden sich die modernen Stoffe und Schnitte freilich, aber man sieht ihnen den Ursprung dennoch deutlich an.

Und nicht nur Bayern oder Österreicher kaufen heute gern mal im Trachtenshop ein. Auch in anderen Regionen Deutschlands und sogar international findet man mittlerweile Gefallen am Trachtenlook. Nicht jeder beurteilt diesen Trend positiv und so ist die bayerische Tracht mittlerweile auch ein Teil von Debatten rund um die Frage der kulturellen Aneignung geworden.

Die Trachtentrends

Rund um den Tegernsee muss man sich natürlich keine Gedanken um eine mögliche kulturelle Aneignung machen und darf voller Stolz die beliebte Trachtenmode tragen. Und da in diesem Jahr Volksfeste wieder möglich sind, gibt es dazu genug Gelegenheit.

Wer dabei im Trend liegen will, darf Tradition und Moderne ruhig kombinieren. Generell sind gerade beim Dirndl in dieser Saison etwas traditionellere Formen angesagt. Es darf wieder etwas länger sein und bis über das Knie gehen. Angesagt sind außerdem hochgeschlossene Blusen, eher dezente Muster und gedeckte Farben. Pastell- und Erdtöne, sowie kräftiges Pink und Lila sind besonders angesagt. Als Materialien sind Leinen und Samt aktuell gefragt.

Trendbewusste Herren lassen die Karohemden zur Lederhose in diesem Jahr im Schrank. Stattdessen werden jetzt helle, einfarbige Hemden kombiniert. Mutigere Herren dürfen auch zu knalligeren Unihemden greifen. Dabei sind die gleichen Farbtöne angesagt wie bei den Damen.
Damen, die sich mit dem Dirndl nicht recht anfreunden können oder einfach mal etwas anderes ausprobieren möchten, dürfen übrigens ebenfalls gern zur Lederhose greifen.

Für einen besonders trendigen Look dürfen sowohl zum Dirndl als auch zur Lederhose aktuell Sneaker kombiniert werden. Die gibt es mittlerweile sogar als spezielle Trachtensneaker.

Sicher gefallen nicht allen Trachtenliebhabern solche nicht immer traditionsbewussten Modernisierungen. Viele Menschen in Oberbayern begrüßen den Trend zur angepassten Trachtenmode aber durchaus und freuen sich über das Revival. Und gewandelt hat sich Mode letztendlich ohnehin zu allen Zeiten.

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