BWM plant größeres Tagungszentrum in Gmund

Diskussionen um Gut Schwärzenbach

Wie berichtet soll das BMW-Tagungszentrum Gut Schwärzenbach in Gmund erweitert werden. Ein Konzept steht, gefällt aber nicht jedem.

So soll das neue Gut Schwärzenbach nach dem Umbau aussehen / Illustration: BMW Group

Gut Schwärzenbach in Gmund ist Tagungszentrum der BMW-Group. Neben dem Altbestand soll nun ein Neubau entstehen, der als Bildungs- und Kommunikationsstätte für Mitarbeiter und Führungskräfte gedacht ist. Wie berichtet sind Gruppengrößen mit bis zu 150 Teilnehmern geplant.

Die Umbaumaßnahmen sollen bereits Ende des Jahres beginnen. Einen entsprechenden Planungsentwurf stellte das Münchner Architekturbüro ARNOLD/WERNER im gestrigen Ortsplanungsausschuss vor. Dessen Geschäftsführer Sascha Arnold präsentierte eine modifizierte Version des Entwurfs. Den Vorentwurf dazu hatte der Gmunder Bauausschuss bereits in der letzten nichtöffentlichen Sitzung abgesegnet.

Gmunds Bürgermeister Alfons Besel (FWG) betonte im Vorfeld, dass man BMW als „Imageträger“ und „wichtigen Arbeitgeber“ zwar sehr schätze, dennoch seien drei Dinge zu berücksichtigen: a) Die Aufstockung von 40 auf 80 Betten und die damit verbundene Verkehrssituation, b) das Landschaftsbild, das es zu erhalten gelte und c) die Nachbarschaft, die durch zunehmenden Lärm in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

Bei Stellplätzen Einigung erforderlich

Es sei zwar verständlich, so Besel, dass BMW „bauen will, was möglich ist“, aber bei diesen drei Positionen „ringe man noch miteinander“. Kritik löste vor allem der dreigeschossige geplante Neubau aus, der laut Besel „jetzt wesentlich höher sei als ursprünglich geplant“. Josef Eibach (CSU) konnte sich damit nicht anfreunden. „Ich finde gut, dass BMW etwas macht, aber das Dreigeschossige gefällt mir nicht. Das Gebäude ist ja jetzt fast so groß wie das Hauptgebäude.“ Er schlug vor, statt in die Höhe in die Breite zu bauen.

Irritiert zeigte er sich über die vorgesehene Parkfläche auf der Wiese vorm Gebäude, die früher einmal Reitplatz gewesen war. „Es hieß doch immer, es gibt keine Großveranstaltungen“, merkte er sichtlich überrascht an. Arnold verwies darauf, dass man mit drei bis vier Veranstaltungen pro Jahr rechne. Aus diesem Grund sei geplant, die auf „sumpfigen Gelände“ befindliche Wiese mit Kies aufzuschütten, um etwa 120 Parkmöglichkeiten zu schaffen.

Gmunds Bauamtsleiterin Christine Wild stellte klar, dass laut Satzung eigentlich nur 51 Stellplätze genehmigt werden. Pro drei Betten gebe es einen. Die Gemeinde sei sich aber dessen bewusst, dass das nicht ausreiche. Deshalb müsse man sich einigen. Ihr Vorschlag: Pro Bett wird ein Stellplatz genehmigt plus Berücksichtigung von etwa 20 Prozent Besucherverkehr, macht summa summarum 104 Stellplätze.

Mögliche Alternative: Ein Parkdeck

Arnold erklärte, dass ein zweigeschossiges Parkdeck optional im Gespräch sei. Dies sei allerdings noch fraglich, so Arnold und fügte hinzu: „Das wird die Zukunft entscheiden“. Christine Zierer (FWG) merkte an, dass ihr Parkdecks „überhaupt nicht gefallen“. Als Alternative schlug sie vor, in den bestehenden Hügel auf dem Gelände hineinzubauen. „Das wird wahrscheinlich teurer, aber rein landschaftstechnisch viel, viel schöner“.

Das Tagungszentrum von BMW soll erweitert werden.

Bei einem Projekt dieser Größenordnung sei auf jeden Fall eine Ortsbesichtigung erforderlich, merkte der Bürgermeister an. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie groß das Ganze werde. Barbara von Miller (SPD) war der gleichen Meinung. Die Parkdecklösung machte sie auch nicht glücklich. Auch Franz von Preysing (CSU) fand, man müsse „sich das anschauen“. Zudem forderte er „landschaftsverträgliche Lüftungen“, die im Vorfeld präsentiert wird.

“Es wird noch ein längerer Weg”

Besel fasste den Änderungsbeschluss zum Bebauungsplan abschließend wie folgt zusammen: Geklärt werden müsse, ob das dreigeschossige Gebäude eventuell niedriger, die Parkplatzsituation landschaftsverträglicher, die notwendige Lüftungstechnik umweltverträglicher sowie die Fassadengliederung optisch ansprechender ausfallen könnte.

Auch der vom Landratsamt geforderte Dachüberstand von 50 Zentimetern solle noch einmal unter die Lupe genommen werden. Damit zeigten sich die Mitglieder des Ortsplanungsausschusses einverstanden. Einstimmig wurde der Beschluss in dieser Form genehmigt. Besel abschließend: „Es wird noch ein längerer Weg trotz des sportlichen Zeitplans. Ich bin aber sicher, wir werden eine Lösung mit BMW finden.“

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