Brüchiger Kanal in Tegernsee

Enorme Kosten fürs Abwasser

Die Klosterwachtstraße in Tegernsee ist in marodem Zustand: Rinnen und Risse durch enormen Verschleiß. Fällig ist in der Hanglage eine Straßensanierung samt neuer Wasserleitung und Straßenbeleuchtung. Doch der Blick in den Untergrund offenbarte „totale Rohrbrüche.“

Die Klosterwachtstraße in Tegernsee ist in marodem Zustand / Quelle: Klaus Wiendl

Auf eine Länge von 365 Metern muss die Klosterwachtstraße vom Bahnhof aus saniert werden, ebenso die Wasserleitung mit 205 Metern Länge. Damit soll die Versorgungssicherheit und Qualität verbesset werden. Auf einen Radweg wurde in der schmalen Stichstraße verzichtet. Deren Aufbau ist unzureichend, die Tragfähigkeit miserabel. So war die Ausgangslage im Oktober, als das Ingenieur Büro München-West aus Planegg die Lage beschrieb. Projektleiter Achim Ignatow bekam den Auftrag für eine konkrete Entwurfsplanung. Diese legte er nun dem Stadtrat vor.

Verständigt habe man sich auf den Ausbau des gesamten Straßenabschnitts, so Ignatow, zumal das Niederschlagswasser im öffentlichen Raum Probleme bereite. Bei diesem Gefälle von bis zu elf Prozent reiche der angedachte Querschnitt des Regenwasserkanals nicht. Daher seien wasserführende Rinnen unerlässlich, um „die Masse an Regenwasser kontrolliert ableiten“ zu können.

Auf der Straße soll das Regenwasser nicht nur seeseitig sondern auch durch eine entsprechende Straßenneigung hangseitig ablaufen können. Dies geschehe, um die seeseitigen Einfahrten etwas zu schützen. Die Straßenentwässerung sei auf ein 30-jähriges Regenereignis ausgelegt worden. Als doppelte Sicherheit werden zusätzliche Regenrinnen vor den Einfahrten konzipiert, so Ignatow.

Kanal „total hinüber“

Von der „erschreckenden Nachricht“ des Abwasserzweckverbandes (AZV) mit „totalen Rohrbrüchen“ und durchgängigen Wurzeleinwüchsen des Kanals sei man überrascht worden. „Der Regenwasserkanal ist total hinüber.“ Zu eruieren war auch, so der Ingenieur, welches Grundstück am Kanal hänge und von welchen Flächen das Wasser der bergseitigen Grundstücke zusätzlich zur Straßenentwässerung eingeleitet werde. Erforderlich geworden sei eine komplette Neuauslegung des Kanals mit Überflutungsnachweis.

Insgesamt gehe es um eine Länge des Kanals von 205 Metern, der sowohl von den Grundstücken wie auch der Straßenentwässerung genutzt werde. Hier würden die Kosten zwischen der Stadt und dem AZV geteilt werden. Im unteren Bereich der Klosterwachtstraße, ab der Hausnummer 21, würde keine Grundstücksentwässerung mehr in den Kanal fließen. Nach Auskunft des AZV, so Ignatow, müsse diesen Abschnitt die Stadt zu hundert Prozent tragen. Nach Berechnungen seines Büros würden auf den Straßenbau 544.000 Euro entfallen, auf den Regenwasserkanal 87.000 Euro und auf den Wasserleitungsbau 92.000 Euro. Insgesamt müsse die Stadt mit Kosten von 723.000 Euro rechnen. Sollte der Auftrag erteilt werden, so Ignatow, würden wegen der schwierigen Bodenverhältnisse statt Beton- Kunststoffrohre verwendet werden.

Man hätte auch die größeren Dachflächen der Neubauten berücksichtigt, erwiderte Ignatow eine entsprechende Frage von Rudolf Gritsch (CSU). Umsonst gebe es eine solche Baumaßnahme nicht, meinte Markus Schertler (CSU), für ihn „passt alles.“

Einstimmig folgte der Stadtrat dem Beschlussvorschlag. Dieser sieht vor, das Ingenieur Büro München West mit der Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe und Mitwirkung bei der Vergabe zu beauftragen. Die Verwaltung soll die Anlieger „rechtzeitig über die Baumaßnahme informieren.“


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